Tschechischer Schriftsteller und Diplomat Jiri Grusa liest bei den Usedomer Literaturtagen

Seebad Ahlbeck – Jiri Grusa sagte kurzfristig seine Teilnahme bei den Usedomer Literaturtagen zu. Der einflussreiche tschechische Dichter, Prosaist und Diplomat wird am Freitag, den 1. April, um 19 Uhr, im Hotel Esplanade (Seebad Heringsdorf) im Gespräch mit Manfred Osten zu erleben sein. Die ursprünglich an diesem Tag vorgesehene Veranstaltung mit Alfred Brendel, kann leider nicht stattfinden, da der 80-jährige Pianist aus gesundheitlichen Gründen bedauerlicherweise absagen musste.

Jiri Grusa, 1938 in Pardubice (Böhmen) geboren, blickt auf ein bewegtes Leben zurück. Nachdem er in seinem Heimatland aufgrund seiner anti-kommunistischen Haltung mit Berufsverbot belegt und verhaftet wurde, emigrierte er 1980 in die USA. Ein Jahr später wurden ihm die tschechoslowakischen Bürgerrechte aberkannt. Seit 1983 ist er Deutscher Staatsbürger. Nach der Wende 1989 veränderte sich Grusas Lebensweg. Er war tschechischer Botschafter in Deutschland und in Österreich,  tschechischer Bildungsminister sowie von 2004-2009 Präsident des Internationalen P.E.N. Clubs. Der P.E.N. Club ist einer der bekanntesten internationalen Schriftstellerverbände und wurde nach dem ersten Weltkrieg vor dem Hintergrund der Völkerverständigung und der internationalen Zusammenarbeit gegründet. Jiri Grusa erhielt zahlreiche Ehrungen u.a. den Jiri-Kolar-Preis, den Andreas-Gryphius-Preis, den Adelbert-von-Chamisso-Preis und die Goethe-Medaille. Er ist zudem Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen zählen „Gebrauchsanweisung für Tschechien“, „Glücklich heimatlos“ und „Die Macht der Mächtigen oder Die Macht der Machtlosen“, gemeinsam verfasst mit Václav Havel.

Die Usedomer Literaturtage sind vom 30. März bis 3. April Grenzlandgeschichten zwischen Deutschland, Polen und Tschechien auf der Spur und bieten wie in den beiden vergangenen Jahren eine Plattform zum europäischen Austausch. Namhafte Autoren aus den drei Ländern widmen sich einer Region, die geprägt ist von sich ständig im Wandel befindlichen geografischen, sprachlichen und kulturellen Grenzen sowie von eng einander verbindende Gemeinsamkeiten. Erwartet werden u.a. Martin Pollack, Träger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2011, Sabrina Janesch,  Olga Tokarczuk,  Hellmuth Karasek, Basil Kerski sowie Radka Denemarková. Sie wird am 3. April mit dem ersten Usedomer Literaturpreis ausgezeichnet.

Die Usedomer Literaturtage sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Usedomer Musikfestivals in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa sowie der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf. Wie 2009 und 2010 übernimmt der Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, die Schirmherrschaft. Kulturpartner ist NDR Kultur.

Karten und Informationen: 038378-34647,  www.usedomer-literarturtage.de