Nachgefragt beim Stadtsportbund Rostock


In diesem Jahr 2015 begingen und begehen eine Reihe erfolgreicher Sportlerinnen und Sportler aus MV, speziell aus Rostock, runde Jubiläen.

RBothe

So feierte Christian Schenk, der Rostocker Zehnkämpfer seinen „50.“ – bei den WM 1987 in Rom wurde er guter Fünfter – beim Sieg von Torsten Voss vom SC Traktor Schwerin. In Seoul 1988, bei Olympia, schaffte er dann Gold vor Torsten Voss… Bei den gleichen Spielen belegte Schwimmer Lars Hinneburg (Rostock) Platz drei mit der 4 x 100 Meter Freistil-Staffel der DDR, nachdem er unter anderem 1986 bei den WM Gold mit der 4 x 200 Meter-Freistil-Staffel holte.

Auch in Seoul 1988 jubelte ein weiterer gebürtiger Rostocker über eine Olympia-Medaille: Steffen Bogs. Mit dem gebürtigen Schweriner Steffen Zühlke (auch Jahrgang 1965), Jens Köppen und Heiko Habermann wurde er Dritter mit dem Doppelvierer der DDR. Goldene „50“ wird 2015 ebenfalls der Rostocker Schwimmer Nils Rudolph, dem zu DDR-Zeiten mehr als „ein paar Steine“ in den Weg gelegt wurden – so startete er bei Olympia 1992 in Barcelona, sicherte sich 1991 EM-Gold über 50 Meter Freistil.

Weitere Jubilare

Und es gibt weitere Jubilare, speziell des Rostocker Sportes 2015: Reiner Ganschow, die Rostocker Handball-Koryphäe, Vize-Weltmeister im Feld-Handball 1966, zweimal Vize-Weltmeister im Hallen-Handball 1970/1974, Olympia-Vierter 1972 und früherer Trainer des Handball-Teams des SC Empor Rostock. Reiner Ganschow wird in diesem Jahr junge 70. Auf ein zusätzliches Jahrzehnt (Jahrgang 1935) kommt Heinrich Hagen, der Marathonläufer der HSG Wissenschaft Rostock, der 1963 DDR-Meister wurde und 1964 beim olympischen Marathonlauf in Tokyo dabei war.

„60“ wird in diesem Jahr die Eisschnellläuferin Heike Lange, die bei den Sprint-WM in Göteborg 1975 zur Vize-Weltmeisterin avancierte und 1976 in Innsbruck unter den fünf olympischen Ringen an den Start ging. „60 Lenze“ zählt 2015 zudem die Marlies Pohl, die im olympischen Becken 1972 in München schwamm.

Junge 40 …

Aber Rostock ist nicht zuletzt eine Stadt mit turnsportlichen Traditionen… Quasi „im Flickflack“ durchbrechen Kathleen Stark, Olympia-Turnerin 1992 in Barcelona sowie 1996 in Atlanta, und Jana Günther, Olympia-Turnerin 1992 in Barcelona, „die 40-Jahre-Schallmauer“. Und da ist man oder besser „frau“ noch immer ganz jung!

Last but not least: In der „Hochburg des Wasserspringens“, also in Rostock, hatte auch eine begnadete Wasserspringerin einen besonderen Geburtstag. Annika Walter, die bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta fast sensationell Silber im Turmspringen erkämpfte. Annika wurde in diesem Jahr, wie ihre Sportkolleginnen vom Turnen, junge 40…

Nur ein paar Beispiele von vielen, die zeigen, dass auch der aufrichtige Sport in Rostock einst eine gute Heimat hatte (und durchaus noch immer besitzt, wenn man zumindest „einen Blick“ dafür übrig hat)…

Wie ist es aber aktuell um den Rostocker Sport bestellt?!

Nachgefragt bei Dr. Roland Bothe, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Rostock

Dr. R.Bothe zum Sport in Rostock

„Es ist Jubiläumszeit…“

Frage: Das Jahr 2015 ist mehr als zur Hälfte vorüber. In Rostock / Warnemünde stand zuletzt die Warnemünder Woche auf dem Programm, jetzt folgt der DLRG-Cup im Rettungsschwimmen. Wie lautet Ihr sportives Zwischen-Resümee aus Sicht des SSB Rostock zu den bisherigen sechs Sportmonaten in Rostock?

Dr. Roland Bothe: Viele Rostocker Sportvereine haben ihre sportlichen Aktivitäten in den Rahmen ihres 25-jährigen Vereinsjubiläums gestellt, denn viele Vereine – auch der Stadtsportbund Rostock – begehen in diesen Tagen und Wochen ihr Jubiläum! Als Warnemünder Bürger und sehr sportinteressiert habe ich gern zur Kenntnis genommen, dass die Angebote und Veranstaltungen am Strand von Warnemünde mehr und attraktiver geworden sind.

Neben den sportlichen Wettbewerben können auch mehrere breitensportliche Angebote wahrgenommen werden. Eine ausgezeichnete Kompensation für alle Sportler, die in den Sommer-Wochen mal was anderes machen wollen!

Frage: Wie viele Vereine gibt es eigentlich in Rostock? Und wie ist die Mitgliederzahl?

Dr. Roland Bothe: Die in den vergangenen Jahren stets steigende Mitgliederzahlen belaufen sich gegenwärtig bei 47582 Gesamtmitglieder, darunter 29942 männliche Vereinsmitglieder und 17640 weibliche Vereinsmitglieder. Demnach liegt der Organisationsgrad bei 23,39 Prozent. In Rostock arbeiten zurzeit 200 Vereine. Es werden mehr als 50 verschiedene Sportarten angeboten.

Frage: Für Sie persönlich: Was waren die bisherigen sportlichen Highlights 2015 in Rostock?

Dr. Roland Bothe: Natürlich die Europameisterschaft im Wasserspringen! Und: Seit Mai besitzt die Sportjugend des Stadtsportbundes sein eigenes Sportmobil!

Frage: Welche Veranstaltungen des SSB Rostock sind „in Sichtweise“?

Dr. Roland Bothe: Vor Tagen hatten wir den Sportabzeichen-Tag für Rostocker Schulen. 938 Schülerinnen und Schüler konnten Anfang Juli ihr Sportabzeichen erwerben. Weiter geht es am 5. September mit dem 7.Rostocker Familiensportfest, bei dem wieder der Erwerb des Deutschen Sportabzeichens im Vordergrund steht.

Aber auch weitere familienfreundliche Sportangebote können an diesem Tag in Anspruch genommen werden. Im Herbst schließen sich seniorensportliche Veranstaltungen, so das Hallensportfest und der Sportlerball für Senioren, sowie mehrere Veranstaltungen der Sportjugend, wie Grundschulgesundheitstag oder Nikolaussportfest, an.

Frage: Es stehen unter anderem mit den WM in Rudern, im Kanu-Rennsport, im Schwimmen, in der Leichtathletik, im Ringen, im Judo oder im Turnen noch einige wichtige Meisterschaften auf der Agenda. Was interessiert Sie besonders?

Dr. Roland Bothe: In erster Linie Turnen… Gern verfolge ich auch leichtathletische Wettkämpfe!

Vielen Dank und weiterhin maximales sportliches Engagement!

Marko Michels

Foto/Michels: Dr. Roland Bothe, Geschäftsführer des Stadtsportbundes Rostock, mit der Oberbürgermeisterin von Schwerin, Angelika Gramkow, bei den Jugendsportspielen M-V 2010 in Schwerin.