„Der Boden stellt neben dem Wasser und der Luft die wichtigste Lebensgrundlage des Menschen dar. Er ist Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, schützt das Grundwasser vor dem Eintrag von Schadstoffen und ist darüber hinaus Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Aufgrund seiner Speicherfähigkeit von Kohlenstoff ist der Boden auch für den Klimaschutz sehr bedeutsam“, unterstreicht der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus dessen Bedeutung anlässlich des seit 2002 jährlich am 5. Dezember begangenen Internationalen Tag des Bodens.

Insbesondere der Mensch gefährdet vielerorts durch seine Tätigkeiten die Böden. Schadstoffe werden eingetragen, der Boden wird verdichtet, Flächen werden versiegelt, Erosionen und Humusverluste durch falsche Bewirtschaftung verursacht. „Wichtig ist es, die Gefährdungen frühzeitig zu erkennen und Vorsorge zu betreiben“, sagte Minister Backhaus. Das gelte für den privaten Häuslebauer und den Unternehmer genauso wie für den Landwirt. Wasser und Luft könne man reinigen. Ein einmal zerstörter Boden jedoch sei kaum wieder herstellbar.

„Bodenschutz ist ein zentrales Anliegen unseres Umwelt- und Verbraucherschutzes, denn nur mit sauberen Böden lassen sich sauberes Trinkwasser und gesunde Futter- und Nahrungsmittel produzieren“, hob der Minister hervor. Immer bedeutsamer werde auch ein langfristig angelegtes Flächenmanagement. Das Bauen auf der „grünen Wiese“ müsse der Vergangenheit angehören und durch das Prinzip der Flächenrevitalisierung und des Vorrangs der Innen- vor der Außenentwicklung ersetzt werden.

„Unterstützt durch die Förderung des Bundes und des Landes Mecklenburg-Vorpommern konnte bereits eine Vielzahl von Altlastenstandorten saniert und somit wieder ein guter Zustand hergestellt werden“, so Minister Backhaus. Für die Untersuchung und Sanierung von Altlasten in M-V wurden den Kommunen und Investoren von 1991 bis Ende 2008 insgesamt ca. 110 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Den guten Zustand der Böden im Land gelte es nach Auffassung des Ministers durch entsprechende Maßnahmen aufrecht zu erhalten und weiter zu verbessern.

Anlässlich des Weltbodentages am 5. Dezember wird ein neuer „Boden des Jahres“ präsentiert. In diesem Jahr ist es noch die Braunerde, welche in Mecklenburg-Vorpommern etwa ein Drittel der Gesamtfläche einnimmt. Für das Jahr 2009 wird die Kalkmarsch Boden des Jahres sein. Sie ist insbesondere im Bereich von Küsten verbreitet, die von Gezeiten geprägt sind. Dort, wo die Landoberfläche früher längere Zeit von salzhaltigem Meerwasser überflutet war, führte das zur Ablagerung salzhaltiger Sedimente mit stickstoffreicher organischer Substanz aus abgestorbenen Organismen. Mit dem Regen- und Sickerwasser wurde im Laufe der Zeit das Salz aus diesen marinen Ablagerungen ausgewaschen, so dass kalkhaltige, häufig schluffige Böden, die sogenannten Kalkmarschen, entstanden sind. Sie gehören weltweit zu den produktivsten Ackerstandorten.