Im Streit um die Referendare im Land zeichnen sich erste Lösungen ab

Mathias Brodkorb: Zufriedenheit über konstruktiven Dialog mit dem Bildungsministerium im Interesse nachhaltiger Lösungen für hoch qualifizierten Lehrernachwuchs in MV
Der bildungspolitische Sprecher, Mathias Brodkorb, hatte gestern sechs abgewiesene Referendare für das gymnasiale Lehramt und Vertreterinnen und Vertreter des Bildungsministeriums eingeladen, um gemeinsam die kritische Situation in diesem Bereich zu erörtern. Hintergrund war die kurzfristige Kürzung der Stellen auf 34 bei 275 Bewerbungen durch das Bildungsministerium. In der Vergangenheit standen hier zwischen 77 und 90 Stellen zur Verfügung.

Dies erschien ausreichend, weil zahlreiche Absolventinnen und Absolventen in anderen Bundesländern das Zweite Staatsexamen ablegen wollten. Die Kürzungen korrespondieren mit der seit wenigen Wochen vorliegenden Lehrerbedarfsanalyse, die für Mecklenburg-Vorpommern ergeben hat, dass ein tatsächlicher Lehrerbedarf im gymnasialen Lehramt erst ab dem Schuljahr 2017/18 relevant wird. Den größten Bedarf haben wir im Bereich der Grundschulen und Regionalen Schulen sowie der Förderschulen.

„Wir unterstützen die Umsteuerung des Ministeriums hin zur Abstimmung zwischen Lehrerbedarf und vorhanden Referendariatsstellen“, unterstreicht Mathias Brodkorb. „Aber wir dürfen diejenigen, die für die Fehlentwicklung der letzten Jahre nicht verantwortlich sind, nicht so kurzerhand bestrafen, wie es jetzt geschehen ist“, so Brodkorb weiter. Die jungen Absolventinnen und Absolventen des Ersten Staatsexamens gaben alle ihrem Wunsch Ausdruck, als Lehrerin und Lehrer arbeiten und in Mecklenburg-Vorpommern bleiben zu wollen. Sie wären auch bereit, das Lehramt zu wechseln und schlugen vor, über eine Doppelbefähigung für verschiedene Lehrämter nachzudenken.

„Es freut mich ganz besonders, dass Bildungsminister Henry Tesch diese Idee gestern in seiner Pressemeldung aufgegriffen hat“, so Mathias Brodkorb. Das Bildungsministerium hat in der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses in dieser Frage die Suche nach konstruktiven Lösungen und eine schnelle und unbürokratische Hilfe zugesichert. „Das Kernproblem ist damit aber nicht gelöst“, so Brodkorb weiter. „Seit Jahren bilden wir weit über den Bedarf Lehrerinnen und Lehrer im gymnasialen Bildungsgang aus.

Aufgabe muss jetzt sein, die Studienplatzkapazität unter Wahrung der Berufswahlfreiheit an den Bedarf an Lehrkräften in Mecklenburg-Vorpommern und in den anderen Bundesländern, in denen sich eine ähnliche Situation abzeichnet, auszurichten. Hier ist das Bildungsministerium gefordert in den in diesem Jahr mit den Universitäten anstehenden Zielvereinbarungen für klare Regelungen zu sorgen. Auch die Universitäten müssen zu ihrer Verantwortung für die jungen Menschen in unserem Land stehen. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass wir hier mit allen demokratischen Fraktionen im Landtag einig sind“, so Brodkorb abschließend.