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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Rückspiegel: Das Landesturnfest M-V 2012

Nun turnsportliche Wettkämpfe bei Olympia im Blick …

In der Stadt von Ernst Barlach begeisterten Mitte Mai auch die jungen Turnerinnen bzw. Turner, Akrobaten bzw. Akrobatinnen oder Gymnastinnen beim dritten Landesturnfest, an dem mehr als 1200 Athletinnen und Athleten zwischen Schönberg und Usedom bzw. zwischen Kap Arkona und Ludwigslust teilnahmen.

Nachgefragt bei der Geschäftsführerin des Landesturnverbandes M-V, Kati Brenner

„Begeisterung bei allen Mitwirkenden …“

Frage: Nach Ueckermünde 2004 und Lübz 2008 fand nun in Güstrow das dritte Landesturnfest  statt. Wie lautet Ihr persönliches Resümee?

Kati Brenner: 1200 Aktive und über 200 ehrenamtliche Helfer erlebten drei aktive Tage mit vielen Highlights. Es war auch beim dritten Landesturnfest eine Begeisterung bei allen für diese besondere Art der sportlichen Begegnung.

Frage: Welche Bedeutung hat für Sie ein Landesturnfest?

Kati Brenner: Alle vier Jahre treffen sich unsere Wettkampfsportarten gemeinsam mit den Freizeit- und Gesundheitssportlern und Interessierten aus unserem und anderen Bundesländern, um zusammen ein aktiven und bewegtes Fest zu feiern. Das sportliche Miteinander steht dabei im Vordergrund.

Frage: Was waren nun die ganz großen Highlights in Güstrow? Was waren die „magischen Momente“?

Kati Brenner: Für mich waren  die Highlights einerseits die Show in der Sport- und Kongresshalle in Güstrow und andererseits die Kinder-Turnshow „Affen stark & Löwen schlau“. Natürlich hatten außerdem die spannenden Meisterschaften im Gerätturnen, in der Rhythmischen Sportgymnastik, in der Sportakrobatik bzw. Gymnastik und im Tanz sowie Dance einen besonderen Stellenwert.

Frage: Wie war nun der Zuspruch in Güstrow genau? Wie viele Zuschauer waren vor Ort? Wie viele Vereine zeigten ihr Können? Und wie viele Helfer gab es?

Kati Brenner: Das ist der Wermutstropfen bei diesem dritten Landesturnfest. Es fanden bei den Wettkämpfen nur wenige Zuschauer den Weg in die Sportstätten.

Zu den Shows kamen jedoch  insgesamt über 800 Zuschauer. Insgesamt waren 56 teilnehmende Vereine aus 6 Bundesländern und Gäste aus Dänemark zu Besuch in der Barlachstadt. Ein Fest dieser Größe ist ohnehin nur durch die Unterstützung der Stadt und der über 200 ehrenamtlichen Helfer durchführbar gewesen. Dafür herzlichen Dank!

Frage: Und … Wo findet das Landesturnfest 2016 statt?

Kati Brenner: Wie auch schon nach dem zweiten Turnfest in Lübz wird sich das Präsidium des Landesturnverbandes M-V in den nächsten Monaten zusammensetzen und über das vierte Landesturnfest nachdenken. Bis dahin genießt jeder die schönen Erlebnisse des dritten Landesturnfestes M-V.

Letzte Frage: Unmittelbar vor Olympia gibt es noch die Turn-Mannschafts-EM der Damen und Herren.  Was erhoffen Sie sich von den deutschen Teams?

Kati Brenner: Ich wünsche unseren beiden Mannschaften einen verletzungsfreien Wettkampf. Wir werden sehen, wie der  Leistungstand so kurz vor Olympia im Vergleich zu den anderen europäischen Nationen ist. Ich bin auf den Ausgang sehr gespannt.

Dann weiterhin viele turnsportliche Erfolge!

Turnsportliche Olympia-Historie aus M-V-Sicht

Mecklenburgerinnen und Mecklenburger waren gerade zwischen 1968 und 1996 bei Olympia erfolgreich dabei.

Den Medaillen-Anfang machte 1968 die gebürtige Rostockerin Marianne Noack, die 1968 mit der DDR-Riege Olympia-Bronze in Mexiko-City gewann und bei den WM 1970 Silber mit der Mannschaft erkämpfte. Die ebenfalls in Rostock geborene Christine Schmitt, Jahrgang 1953, gehörte 1968 als Ersatz-Turnerin zur olympischen DDR-Turnauswahl. Ihren endgültigen internationalen Durchbruch feierte sie mit WM-Bronze auf dem Schwebebalken 1970.

Mit der Mannschaft holte Christine Schmitt an der Seite von Marianne Noack zudem Silber. Höhepunkt ihrer Karriere war dann noch Olympia-Silber mit der Mannschaft bei Olympia 1972 in München. In München 1972 gewann der Rostocker Reinhard Rychly ebenfalls eine olympische Turn-Medaille. Mit der DDR-Mannschaft errang er Bronze hinter Japan und der Sowjetunion.

Die Hoffmann-Brüder Lutz und Ulf – mit “Neustrelitzer Wurzeln” – setzten die internationalen Erfolge im Kunstturnsport für M-V 1980 bis 1988 fort: Bei den Olympischen Spielen erturnte Lutz Hoffmann mit der DDR-Riege den 2.Platz. Sein jüngerer Bruder Ulf war dreimal auf einem Olympia- bzw. WM-Podest. Jeweils mit den DDR-Teams belegte er bei den WM 1985 und 1987 den Bronze-Rang; bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul gab es sogar Silber.

Drei weitere Turnerinnen aus Rostock konnten ebenfalls an olympischen Wettkämpfen teilnehmen: Einerseits Christine Thoms, die Ersatz-Turnerin bei den Spielen 1988 in Seoul war als die DDR-Riege Dritte wurde, und andererseits Kathleen Kern-Stark, die 1992 und 1996 für den DTB startete.

Und Jana Günther war 1992 in Barcelona dabei. Auch die „Vier-Tore-Stadt“ hat eine erfolgreiche Turnerin aufzuweisen. Die 1980 in Neubrandenburg geborene Yvonne Pioch startete 1996 bei Olympia.
Eine klasse Turnerin kann zusätzlich Ludwigslust aufweisen. Brigitte Kiesler war Olympionikin bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki, wurde mit der Bundesrepublik Fünfte im Mannschaftsmehrkampf und Vierte in der Gruppengymnastik mit Handgeräten.

Marko Michels


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