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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Fokus: Die Europameisterschaften 2013 im Frauen-Fußball in Schweden

Nachgefragt bei Marita Scharf vom Landesfußballverband M-V

Der Fußball rollt auch im Juli 2013. Nachdem beim Konföderationen-Cup der Herren im Juni in Brasilien – mit den dominierenden Teams aus Brasilien, Spanien, Italien und Uruguay – bereits hochklassiger Fußballsport geboten wurde, geht es nun mit den EM bei den Frauen weiter.

Vom 10.Juli bis 28.Juli werden die elften Frauen-Fußball-EM seit 1984 in Schweden ausgetragen und 12 Teams werden bei dieser Endrunde um den Titel wetteifern.

Das deutsche Team spielt dabei in der Vorrunde gegen Norwegen, Island sowie die Niederlande und hofft auf den insgesamt achten EM-Titel.

So konnten deutsche Frauen-Mannschaften bereits 1989, 1991, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009 das EM-Turnier gewinnen. Schweden setzte sich 1984 durch und Norwegen jubelte 1987 und 1993.

Auch M-V-Spielerinnen waren schon an deutschen Frauen-Fußball-Erfolgen beteiligt, so zum Beispiel die gebürtige Rostockerin Jennifer Zietz, Europameisterin 2009, oder die gebürtige Neubrandenburgerin Viola Odebrecht, Weltmeisterin 2003 und Olympia-Dritte 2004.

Was erwartet nun Marita Scharf, Vorsitzende des Frauen- und Mädchen-Ausschusses beim Landesfußballverband M-V, von den deutschen Fußball-Frauen 2013?!

Nachgefragt

Marita Scharf über die EM-Endrunde im Frauen-Fußball in Schweden, die Chancen der deutschen Mannschaft und weitere Titel-Anwärterinnen

„Hoffe auf eine einhundertprozentige Steigerung gegenüber der WM 2011 …“

Frage: Im Juli steigen die Frauen-Fußball-EM in Schweden. Was erwarten Sie vom deutschen Team?

Marita Scharf: Ich hoffe auf eine einhundertprozentige Steigerung gegenüber der Fußball-WM 2011 in Deutschland, als absolut nichts zusammenlief.

Ich möchte „topp-fitte“,  kreative und offensiv ausgerichtete Spielerinnen sehen, die zudem als Team eine Einheit sind und den nötigen „Biss“ haben. Die Nationalmannschaft hat so einiges gut zu machen …

Im Aufgebot ist insgesamt eine gesunde Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen – da sollte es mit der Titelverteidigung klappen.

Frage: Wer sind aus Ihrer Sicht – neben Deutschland – die Favoritinnen bei diesem Turnier?

Marita Scharf: Ich bin absoluter Schweden-Fan, nicht nur was das Reisen betrifft.

Ich denke, die Schwedinnen, zuletzt WM-Dritte, haben einen Heim-Vorteil und werden ärgste Konkurrentinnen der deutschen Mannschaft sein. Mit Lotta Schelin ist ja auch eine TOPP-Spielerin im schwedischen Kader.

Überhaupt: Skandinavien mit Dänemark und Norwegen, hat rückblickend zur WM ebenfalls etwas gut zu machen, werden sicher auch vorne mit dabei sein.

Frankreich, mit Sandrine Soubeyral und Loisa Necib, und nicht zuletzt Italien waren in ihren Qualifikationsspielen zur EM-Endrunde 2013 souverän. Mit beiden Teams rechne ich in Schweden außerdem. Also, es wird spannend.

Frage: Was erwarten Sie – allgemein betrachtet – spielerisch vom EM-Turnier 2013?

Marita Scharf: Bei dem EM 2013 erwarte ich technisch guten und schnellen Fußball. Immer noch habe ich dabei die Japanerinnen bei der WM 2011 vor Augen. Dieses schnelle Kurzpassspiel begeistert: Athletisch geführte Zweikämpfe, schöne Spielkombinationen – weniger taktisches Geplänkel. Die EM-Endrunde 2013 sollte unbedingt das Image des Frauen-Fußballs weiter aufwerten! Echte Spielerinnen-Persönlichkeiten, auch bei Deutschland, sind außerdem sehr willkommen.

Frage: Und … Wie ist es um den Frauen-Fußball hierzulande – zwei Jahre nach der Heim-WM – bestellt?

Marita Scharf: Den ganz großen Ansturm – explizit nach der Frauen-Fußball-WM 2011 – gab es nicht. Insgesamt ist allerdings eine positive Entwicklung gerade im jüngsten Altersbereich zu verzeichnen.

Viele Mädchen spielen in den Jungen-Mannschaften. Hier ist es ganz wichtig die Verantwortung der Trainer wichtig, darauf zu achten, dass die Mädchen fair aufgenommen und gut integriert werden.

Wir im Verband bieten in allen Altersklassen Spiel -und Wettkampf-Formen für die Mädchen an, was nicht immer einfach ist –  im Hinblick auf den Flächenkreis und die Anzahl der Fußball spielenden Mädchen.

Uns fehlen noch immer engagierte Trainer, die sich dem Mädchen-Fußball annehmen.

Und in einigen Vorständen, gerade auch dort wo es Männer- und Frauen-Fußball gibt, wäre mehr Akzeptanz für den weiblichen Fußball für uns alle, die sich ehrenamtlich in diesem Bereich engagieren, von Vorteil.

Vor zwei Wochen haben wir nun unser „Aushängeschild“ in M-V, unsere U 17-Nationalspielerin Jasmin Sehan (Parchimer FC), auf einer Landesauswahl-Maßnahme in Polen aus dem Verband verabschiedet. Jasmin spielt nun beim VfL Wolfsburg in der zweiten Bundesliga. Schön wäre es, wenn Jasmin irgendwann die nächste Nationalspielerin aus M-V werden könnte.

Letzte Frage: Von den Frauen zu den Herren … Wie lautet Ihr persönliches Resüme zum Konföderationen-Cup in Brasilien?

Marita Scharf: Ich muss – ehrlich gesagt – gestehen, dass ich kaum ein Spiel gesehen habe. Ich fand es aber toll, dass so ein Außenseiter wie Tahiti, als Ozeanien-Meister, mit dabei war. Und dazu noch ein Tor geschossen hat … Brasilien als Sieger war ja  fast zu erwarten!

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Mädchen- und Frauen-Fußball in M-V!

Marko Michels

 


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