SSC auf dem Weg zur Meisterschaft, Hansa bannt „das Abstiegsgespenst“

Die beiden traditionsreichen Ballsport-Mannschaften in M-V, der Schweriner SC und der FC Hansa Rostock, hatten am 5.April ihre Auftritte in den jeweiligen Ligen. Die SSC-Mädel kämpfen freilich um den deutschen Meistertitel im Frauen-Volleyball, der FC Hansa gegen den Abstieg in Liga drei…

Zwei Mannschaften, zwei Siege

Das mehr als erfreuliche Fazit für beide Teams: Beide gewannen. Und die Schweriner Volleyball-Damen demonstrierten Stärke, Siegeswillen und Spielkunst in denkwürdiger Weise, bezwangen im ersten Halbfinale der Volleyball-Playoffs 2016/2017 den VC Wiesbaden vor mehr als 2000 Zuschauern in der Schweriner Arena klar mit 3:0 (25:15, 25:16, 25:22). Nach vier Jahren Titel-Abstinenz machten die SSC-Mädel deutlich, dass für sie der Meistertitel 2017 Realität werden soll. Besonders spielstark auf SSC-Seite, wobei das gesamte Team, jede eingesetzte Spielerin überzeugte, waren Jennifer Geerties, Alexa Marie Dannemiller sowie Maren Brinker, die undgezügelte Power und Leidenschaft präsentierten.

Das zweite Halbfinal-Playoff-Spiel steigt nun am 8.April in Wiesbaden. Gewinnt der SSC auch diese Begegnung – und nach dem Auftritt am 5.April in Schwerin mag man daran nicht zweifeln – steht der SSC im Finale, ist „die Schale“ greifbar nah.

FC Hansa bezwingt den MSV Duisburg

Greifbar nah ist für den FC Hansa indes die Möglichkeit, „das Abstiegsgespenst“ dauerhaft zu bannen. Im Ostseestadion vor 9000 Zuschauern siegten die Hansa-Kicker mit 1:0 – durch ein Tor von Amaury Bischoff in der zehnten Minute – gegen den Spitzenreiter in der Liga drei, den MSV Duisburg. Leider verletzte sich Amaury Bischoff in der Folgezeit schwer und musste ausgewechselt werden. Der FC Hansa weist nun, nach 31 von 38 Spielen in der Saison 2016/17, 39 Zähler auf und belegt Tabellen-Rang 14 (bei 20 Teams). Am 9.April. in Mainz gegen die U 23-Auswahl des FSV Mainz 05, hat das Hansa-Team die Chance, sich von den Abstiegsrängen noch weiter abzusetzen. Das nächste Heimspiel für Hansa gibt es dann am 15.April gegen den 1.FC Magdeburg.

Vor 40 Jahren: SCT Erster, FCH Vierzehnter

Schaut man auf die historische Entwicklung beider Mannschaft zurück, auf 1977, so ist schon etwas verblüffend: Beide sind nach 40 Jahren wieder da, wo sie damals bereits waren…

In der damaligen DDR wurde das Vorgänger-Team des Schweriner SC, der SC Traktor Schwerin, in der Saison 1976/77 zum zweiten Mal, nach 1976, Meister. Der FC Hansa schaffte hingegen in der ersten DDR-Fussball-Oberliga 1976/77 Platz vierzehn, wie nun der FCH anno 2017. Allerdings: Das war damals der letzte Rang und der FC Hansa stieg damals ab. So weit wird es 2017 jedoch bestimmt nicht kommen.

Imposante Historie des Schweriner SC und dessen Vorgänger-Verein

Der Schweriner SC und dessen Vorgänger-Verein SC Traktor Schwerin gewannen neben den damaligen DDR-Meisterschaften 1976, 1977, 1980, 1981, 1982, 1983 und 1984 auch die Deutschen Meisterschaften 1995, 1998, 2000, 2001, 2002, 2006, 2009, 2011, 2012 und 2013.

Und auch in den Pokal-Konkurrenzen waren die Volleyball-Damen des SCT bzw. SSC oftmals erfolgreich, so 1981, 1982, 1988 und 1990 im DDR-Pokal (FDGB-Pokal) und 2001, 2006, 2007, 2012 und 2013 im DVV-Pokal.

Dazu kommen noch die Europapokal-Siege im Europapokal der Pokalsieger 1975 und im Europapokal der Landesmeister 1978. Nicht unerwähnt bleiben sollten (aus Schweriner Sicht) auch die FDGB-Pokal-Gewinne der ISG Schwerin-Süd und der BSG Fortschritt Schwerin 1979 sowie 1980 (ISG) und 1985 (BSG Fortschritt).

31 Titel und Pokale…

31 Meister-Titel und Pokal-Erfolge für den Frauen-Volleyballsport „Made in Schwerin“ – das unterstreicht den Ruf von Schwerin als deutsche Volleyball-Hochburg. An vielen Nationalmannschafts-Erfolgen der DDR und des vereinten Deutschlands waren Schwerinerinnen maßgeblich beteiligt, so an den EM-Titel 1983 und 1987 und am Olympia-Silber 1980. Zuletzt erkämpfte die DVV-Auswahl der Frauen mit Schweriner Spielerinnen die Vize-Europameisterschaft 2013…

Und eine EM gibt es 2017 auch. Vom 20.September bis 1.Oktober sind Aserbaidschan und Georgien Gastgeber der 30.Europameisterschaften im Frauen-Volleyball. Die deutsche Mannschaft von Felix Koslowski, der ja auch die SSC-Mannschaft trainiert, trifft in der Vorrunden-Gruppe A auf Aserbaidschan, Polen und Ungarn. Schwerinerinnen sind dabei mit Sicherheit am (Volley-)Ball.

Marko Michels

Foto (Michels): Blick in die Schweriner (Volleyball-)Arena am 5.April 2017.