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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Blickfeld: Schwimmen „Made in M-V“

Zwischen EM und WM 2011

Schwimmsportliche Erfolgswellen – die gab es in der Vergangenheit für Mecklenburg-Vorpommern schon oftmals. Unvergessen, als die Rostockerin Bärbel Fuhrmann, verheiratete von Fircks, 1960 mit der DDR-Lagenstaffel in Rom die erste olympische M-V-Schwimm-Medaille gewann.

Und es gab weitere klasse Leistungen von Schwimmerinnen und Schwimmern aus M-V bei Olympia in der Folgezeit: Frank Wiegand mit viermal Silber 1964/68, Egon Henninger mit zweimal Silber 1964/68,  Klaus Katzur mit einmal Silber 1972, Rosemarie Gabriel mit einmal Bronze 1976, Frank Pfütze mit einmal Silber 1976/80, Andrea Pollack mit dreimal Gold bzw. dreimal Silber 1976/80, Caren Metschuck-Mahn mit dreimal Gold bzw. einmal Silber 1980, Sarina Hülsenbeck mit einmal Gold 1980, Lars Hinneburg mit einmal Silber bzw. einmal Bronze 1988 oder Patrick Kühl mit einmal Silber 1988 sorgten für einen olympischen Medaillenregen im Schwimmbecken aus M-V-Sicht.

Olympia-Teilnehmer waren unter anderem auch die Rostocker Schwimmer Udo Poser (1968/72) sowie Nils Rudolph (1992). Im Langstreckenschwimmen konnten Peggy Büchse, Britta Kamrau, Andre Wilde & Co. ebenfalls für viel schwimmsportlichen Jubel hierzulande in exorbitantem Maße beitragen. Und nicht zu vergessen: Thomas Rupprath, der Wahl-Rostocker, sammelte bei Olympia, WM und EM außerdem zahlreich Edelmetall. Last but not least: Die Greifswalderin Natalie Ball erkämpfte noch bei den Paralympischen Spielen 2004 in Athen vier Medaillen im Schwimmen. Das war, das ist die schwimmsportliche Vergangenheit M-V’s …

Aber, wie ist der „Stand der schwimmsportlichen Dinge“ heute, 2011?

Nachgefragt bei Schwimm-Trainerin Dörte Paschke … über das Schwimmjahr 2011, die Situation im deutschen Schwimmsport, den LLZ-Stützpunktverein Hanse-Schwimmclub Greifswald und neue Ambitionen

„Schwierig nebenberuflich Spitzensport zu betreiben …“

Frage: Frau Paschke, das Schwimm-Jahr ist noch jung, aber die Vorbereitungen auf die schwimmsportlichen Herausforderungen 2011, wie den WM, laufen auf Hoch-Touren. Wie beurteilen Sie persönlich die Situation im Schwimmsport, sowohl für SchwimmerInnen mit und ohne Handicap, in Deutschland, in M-V Anfang 2011?

Dörte Paschke: Während die nichtbehinderten Schwimmer 2011 in Shanghai ihre Weltmeister ehren, findet für die Handicap-Schwimmer die Europameisterschaft im eigenen Land in Berlin statt. Das ist eine seltene Chance, auf heimatlichem Boden zu Meisterehren zu kommen. Die Situation im deutschen Schwimmsport kann ich dabei nicht in wenigen Sätzen zusammen fassen. Das müsste man detailliert betrachten.

Im paralympischen Schwimmen spüren die deutschen Schwimmer seit Peking, dass führende Nationen wie Großbritannien, Australien, die USA, u.v.m. London 2012 bereits fest im Visier haben und dafür große finanzielle Mittel aufbringen. Für die deutschen Sportler ist es vor allem im schulischen und beruflichen Umfeld schwer, die eigene Existenz zu sichern und nebenberuflich Spitzensport zu betreiben.

Frage: Sie trainieren unter anderem Torben Schmidtke, ein riesiges Talent und ein Kandidat für die Paralympics 2012 in London. Was zeichnet Torben aus? Welche weiteren Talente in M-V haben das Zeug dazu, 2012 oder bei kommenden paralympischen Spielen dabei zu sein?

Dörte Paschke: Torben ist ein sehr ehrgeiziger Sportler, der aber auch den Teamgeist stets im Auge hat. Er kämpft auch bei hohen Belastungen bis an die Schmerzgrenze. Zusätzlich verbreitet er immer gute Laune und ist eine wichtige Stütze im Nationalteam. Vor allem in Schwerin und Stralsund trainieren junge Sportler wie zum Beispiel Denise Grahl und Nadine Breede, die Torben zum Vorbild haben und es bis zu den Paralympics schaffen könnten.

Frage: Im kommenden Jahr finden die Olympics und Paralympics in London statt. Wie schätzen Sie das internationale Leistungsniveau im olympischen bzw. paralympischen Schwimmsport ein?

Dörte Paschke: Das Niveau ist in beiden Bereichen immens hoch. Trotz neuer Anzug-Regelungen stoppte dies die Weiterentwicklung der Leistungen nur minimal.

Frage: Im letzten Jahr erklärte Britta Kamrau, die Mutterfreuden entgegen blickt, ihren Rücktritt vom Leistungssport … Ist Britta für Sie die perfekte Schwimmerin? Kennen Sie sich persönlich?

Dörte Paschke: Ich kenne Britta persönlich, und ich denke, dass sich auch bei ihr, wie bei vielen Spitzensportlern, die vielen positiven Eigenschaften besonders summieren. Ansonsten bin ich der Meinung, dass es „die“ perfekte Schwimmerin bzw. „den“ perfekte Schwimmerin nicht gibt. Als Trainer findet man immer etwas auszusetzen.

Frage: Wie ist eigentlich die Situation am Landesleistungszentrum in Greifswald? Es gab Veränderungen …

Dörte Paschke: Dazu kann ich mich leider nicht im Detail äußern, da ich seit 1. Januar 2011 zum Olympiastützpunkt Brandenburg nach Potsdam gewechselt bin und als Trainerin neue Aufgaben angehe. Wenn überhaupt, dann kann ich nur die Situation im Schwimmen einschätzen. Nach meinem Weggang ist der LLZ-Stützpunktverein Hanse-Schwimmclub Greifswald gerade dabei, neue Vereinsstrukturen anzustreben. Genaueres wird demnächst auch der Presse zu entnehmen sein. Durch die vorübergehende Schwimmhallenschließung sind sehr viele Probleme entstanden, die jetzt nach und nach gelöst werden müssen.

Letzte Frage: Sind Sie selbst schwimmsportlich auch noch regelmäßig aktiv?

Dörte Paschke: Leider viel zu selten. Ab und zu springe ich noch ins Wasser, aber in meiner gering vorhandenen Freizeit bevorzuge ich eher die Inliner oder das Fahrrad.

Dann alles Gute und maximale Erfolge an der neuen Wirkungsstätte!

Marko Michels


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