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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Blickfeld: Das Pommersche Landesmuseum

Nachgefragt bei Jenni Klingenberg, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Museum

2016 war kulturell bislang ein abwechslungsreiches Jahr – auch für das Pommersche Landesmuseum in Greifswald. Seit 2005 wurde es eröffnet und erfreut sich seidem regen Zuspruchs.

Ja, Greifswald ist dabei ohnehin alles andere als ein provinzieller Ort, nicht nur weil es dort eine traditionsreiche Universität gibt. Hier wirkten in der Vergangenheit zahlreiche Persönlichkeiten, so der Reformator Johannes Bugenhagen, der Maler Caspar David Friedrich, der Offizier Rudolf Petershagen, der Physiker bzw. Nobelpreisträger Johannes Stark oder der Philosoph Rudolf Bahro. Und nicht zuletzt. gerade im olympischen 2016, Greifswald ist eine populäre sportliche Stadt.

Die dreifache Schwimm-Olympiasiegerin 1980, Caren Metschuck, die international sehr erfolgreiche Ruderin Cornelia Linse, die Ruder-Olympiasieger 1980 Joachim Dreifke sowie Ulrich Kons, die Diskuswerferinnen Karin Illgen bzw. Anna Rüh, der Paralympics-Sieger 1992 im Bogenschießen Karl Christian Bahls, der mehrfache Weltmeister im Eiskunstlaufen (Paarlaufen) Robin Szolkowy und der Fußball-Weltmeister 2014 Toni Kroos wurden in Greifswald geboren bzw. begannen in der Uni-Stadt ihre sportlichen Karrieren.

Zurück aber zum Pommerschen Museum in Greifswald mit seinen vielen Exponaten und wechselnden Ausstellungen.

Wie ist die gegenwärtige Situation im Pommerschen Museum in Greifswald?!

Nachgefragt bei Jenni Klingenberg, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und Marketing im Pommerschen Landesmuseum

J.Klingenberg über das Pommersche Landesmuseum und dessen Entwicklung

„Gehört zu den kulturellen Leuchttürmen des  Landes…“

Frage: Das Pommersche Landesmuseum ist sehr bekannt… Was ist das ganz Besondere, das Faszinierende am Museum? Warum lohnt sich ein Besuch insbesondere im Pommerschen Landesmuseum?

Jenni Klingenberg: Ich denke, dass wir allein schon mit der Architektur des gesamten Museumskomplexes punkten. Vorne eine schneeweiße Fassade, dahinter öffnet sich ein weitläufiges Areal, was kein Besucher von außen ahnt. Auf dem Gelände des Museums sind vier Gebäude durch eine gläserne Halle verbunden und die Gebäude stammen alle aus unterschiedlichen Bauepochen. Da der gesamte Komplex auf dem Grund eines ehemaligen Klosters steht, verfügt das Museum noch heute über den angeschlossenen Klostergarten- ein Ruhe-Idyll mitten in der Stadt.

Frage: Wie verlief die Entwicklung des Museums in den letzten Jahren? Was waren Ausstellungshöhepunkte?

Jenni Klingenberg: Das Museum ist durch verschiedene hochkarätige Ausstellungen über die Grenzen von M-V bekannt geworden: 2006 mit einer Schau zu Lyonel Feiniger, 2010 deutschlandweite Aufmerksamkeit mit der großen Ausstellung zu den drei Romantikern Friedrich, Runge, Klinkowström in „Die Geburt der Romantik“ – und gerade erst im letzten Jahr schaffte es das Museum mit der Ausstellung „Zwei Männer- ein Meer“ Pechstein und Schmidt Rottluff an der Ostsee  auch ins „ZDF heute journal“.

Frage: Welche herausragenden Ausstellungsstücke besitzt das Museum?

Jenni Klingenberg: Da wir nicht nur ein reines Kunstmuseum sind, sondern auch die Geschichte Pommerns erzählen, hat das Museum viele Schätze vorzuweisen, sowohl in Form von Objekten als auch Gemälden: hier nur zwei erwähnt: der 30 Quadratmeter große Croy-Teppich, der 2014 zum nationalen Kulturgut erklärt wurde und Originale des bekanntesten Vertreter der deutschen Romantik- Caspar David Friedrich.

Frage: Welche Veranstaltungen, Ausstellungen und „Events“ sind für 2016 noch geplant?

Jenni Klingenberg: Besucher können sich auf einen tollen Ausstellungsherbst bei uns in Greifswald freuen. Wir haben gleich zwei Ausstellungen im Programm. Am 27. August eröffnen wir die Ausstellung „Kopenhagener Malerschule. Bilder und Studien aus der Nationalgalerie und der Sammlung Christoph Müller“, die bis zum 27.November zu sehen ist. Wir geben mit dieser Ausstellung einen schönen Einblick in eine Sammlung dänischer Kunst des 19. Jahrhunderts, die das Land M-V im April von dem Kunstmäzen Christoph Müller geschenkt bekommen hat.

Mit der Ausstellung „Greifswald-Der private Blick, Eröffnung am 11.September, rücken wir unsere schönen Hansestadt Greifswald in den Blickpunkt. Das Neue an dieser Ausstellung: die Fotografen sind nicht immer Profis, sondern Bewohner Greifswalds, die ihre Stadt in den Jahren von 1960 bis 1990 mit der Kamera festgehalten haben.

Die Ausstellung unternimmt den Versuch den städtischen Alltag zwischen Abriss und Neubau möglichst allumfassend abzubilden. Dabei wird den Fragen nachgegangen, wie man in Greifswald wohnte, welche Lieblingsplätze es gab und wie die bauliche Entwicklung von den Bewohnern der Stadt wahrgenommen wurde. Welche Bauwerke wurden geliebt, welche kritisch beäugt und was zeigte man Besuchern?

Neben offiziellen Festivitäten und Veranstaltungen auf Plätzen und Straßen der Stadt sind auch das studentische Leben und privat organisierte Hof-Feste, Lesungen oder Kleinkonzerte beliebte Motive, die sich auf den Fotos wiederfinden. Die Ausstellung ist bis zum 29.Januar 2017 zu sehen.

Letzte Frage: Welchen Stellenwert hat das Pommersche Landesmuseum in Greifswald in der Museumslandschaft in M-V?

Jenni Klingenberg : Ich bin mir ganz sicher, dass das Museum zu den Leuchttürmen des Landes gehört und nicht nur in Greifswald zu einem bunten Kultur-Programm beiträgt, sondern auch durch unsere herausragenden Sonderausstellungen Besucher und Besucherinnen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland ins schöne Mecklenburg-Vorpommern geholt hat.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für das Pommersche Landesmuseum!

Die Fragen stellte Marko Michels.

 

 


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