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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Im Blickfeld: Das Müritzeum in Waren/Müritz

Nachgefragt bei Karin Franz


Waren/Müritz hat nicht nur ungemein vielseitige kulturelle und sportive Angebote vorzuweisen, nein, die Stadt ist zugleich auch Standort des Müritzeums, des Informations- sowie Naturerlebniszentrums für den Müritz-Nationalpark und die Mecklenburgische Seenplatte.

Vor acht Jahren wurde der Neubau des Müritzeums eröffnet und lockte seitdem viele Besucher an.

Wie verliefen nun konkret die letzten Jahre?! Was ist an weiteren Veranstaltungen in Planung?!

Nachgefragt bei Karin Franz, Leiterin der Presse- und Marketing-Abteilung des Müritzeums

K.Franz über die Resonanz zum Müritzeum, über zurückliegende bzw. kommende Veranstaltungen sowie über die Aufgaben und Bedeutung der Einrichtung

„Ein nicht wegzudenkender Bestandteil der kulturellen Einrichtungen der Müritz-Region…“

Frage: Vor acht Jahren wurde der Neubau des Müritzeums eröffnet. Wie verlief die Entwicklung, gerade in den letzten Monaten? Wie ist der Zuspruch?

Karin Franz: Das Müritzeum ist seit der Eröffnung ein starker Besuchermagnet für alle Touristen der Müritz-Region. Aber auch die Einheimischen wissen das Angebot unseres NaturErlebnisZentrums zu schätzen. Sie kommen auch in den Nebensaison-Zeiten gerne zu uns. Als außerschulischer Lernort sind wir ebenfalls viel gefragt und beliebt bei den Kindern der Region.

Natürlich hat der etwas verregnete Ferienstart dieses Jahr uns viele Besucher beschert. Aber auch jetzt an den heißen Sommertagen sind wir eine gut nachgefragte Einrichtung, da es im Aquariumsbereich schön kühl ist und unser Außengelände mit dem großen Abenteuerspielplatz viel Raum zum Austoben für Kinder bietet.

WaldratespielMURITZEUM

Frage: Was waren die Veranstaltungshighlights im Müritzeum in den letzten Monaten – aus ganz persönlicher Sicht?

Karin Franz: Für mich, die ich erst seit Juni hier arbeite, war der Kinderumwelttag am 8.Juli ein Highlight. An diesem Tag waren circa 900 Kinder hier und besuchten die vielen Stände regionaler Partner, die sich auch mit Natur- und Umweltfragen beschäftigen, in unserem Garten. Da war mächtig vielen los und die Fragen der Kinder zu den verschiedenen naturnahen Themen fand ich sehr spannend.

Dann hatten wir Mitte Juli hier eine Veranstaltung der Stiftung Deutsche Jugendmarke e.V. Hier bei uns wurden dem Familienministerium die neue Briefmarkenserie „Für die Jugend 2015“ überreicht. Da dieses Jahr drei einheimische Fische die Marken zieren, wählte man das Müritzeum als größtes Süßwasser-Aquarium für einheimische Fische als Veranstaltungsort aus.

Ein weiterer besonderer Termin war die Eröffnung der Sonderausstellung „Kein Platz für wilde Vögel?“. Gemeinsam mit der Deutsche Wildtier Stiftung rücken wir für einen kurzen Moment den Schreiadler und den Rotmilan in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen.

Beide Greifvogelarten sind bedroht, auch wenn man den Rotmilan hier noch sehr oft sieht. Den Schreiadler kannte ich vorher kaum und habe ihn auch noch nie in freier Wildbahn gesehen. Ich finde die Einblicke in das Leben beider Vogelarten durch die Ausstellung sehr interessant und es ist erschreckend zugleich, wenn man sich der vielseitigen Bedrohungen bewusst wird.

Damit wir hier in der Müritz-Region aber auch in Deutschland überhaupt noch lange eine Artenvielfalt aufweisen können, müssen wir mehr für den Schutz der Tiere tun. Ich hoffe, die Ausstellung trägt dazu bei, dass viele Menschen sich dem anschließen.

Frage: Welche „ganz besonderen“ Veranstaltungen gab es bereits in diesem Jahr? Was folgt noch?

Karin Franz: Wie bereits gesagt, bin ich ja erst seit Juni hier im Müritzeum. Die besonderen Veranstaltungen, die ich persönlich miterlebt habe, habe ich aufgezählt. Zuvor gab es natürlich andere Sonderausstellungen, die spannende Inhalte vermittelten und Vorträge innerhalb unserer Reihe MiM – Mittwochs im Müritzeum.

Da gab es beispielsweise ein Vortrag zu dem Schlachtfeld im Tollensetal. Das ist zwar ein archäologisches Thema aber es war sehr spannend zu erfahren, welche Ergebnisse die Forschung da mittlerweile mit neuesten Techniken herausarbeiten konnte.

Mit großer Freude erwarten wir im September noch Neuzugänge für unser Aquarium. Dann wird eine sehr alte Fischart, die in freier Wildbahn ausgestorben ist, unsere Schauaquarien ergänzen. Mehr will ich nicht verraten, denn wir befinden uns gerade noch in den letzten Zügen der Planung und hoffen natürlich, dass auch die Fische den Umzug wirklich gut verkraften.

Schauen Sie auf unserer Website vorbei und erfahren Sie dann Anfang September mehr dazu!

Frage: Steht schon das Programm für 2016? Wenn ja, was können die Besucher im nächsten Jahr erwarten…

Karin Franz: Nächstes Jahr feiern wir ein ganzes Jahr Geburtstag, toll nicht?! Im Ernst: Unsere Naturhistorischen Landessammlungen werden nächstes Jahr 150 Jahre alt und dieses wollen wir mit einem Jubiläumsjahr rund um die Sammlungen mit allen Besuchern feiern.

Dazu laufen die Planungen auf Hochtouren. Es wird eine Sonderausstellung geben, die viele Highlights der Sammlungen präsentieren, es wird Sonderführungen geben und weitere Rahmenveranstaltungen, die sich mit dem Thema der Natur-Sammlungen überhaupt beschäftigen.

MURITZMüritzeum-KlausSteindorf-Sabath

Frage: Welche Bedeutung hat das Müritzeum, das ja eine imposante Vorgeschichte hat, mittlerweile für das kulturelle Leben in der Müritz-Region?

Karin Franz: Mit dem vielfältigen umweltpädagogischen Angeboten, der Vortragsreihe MiM, den wechselnden Sonderausstellungen und nicht zuletzt mit der Dauerausstellung und dem Aquariumsbereich ist das Müritzeum ein nicht wegzudenkender Bestandteil der kulturellen Einrichtungen der Müritz-Region geworden.

Als Welcome-Center bietet unser NaturErlebnisZentrum den perfekten Einstieg in einen Urlaub in die Nationalpark-Landschaften der Umgebung. Hier kann man sich in Ruhe umsehen, worauf man bei den Wanderungen durch die Natur achten sollte, sieht was man wo hier entdecken kann und sieht vielleicht Dinge, die einem trotz aller Vorsicht in den Nationalparks verborgen bleiben (Stichwort: Seeadlerbrut, Kranichbrut oder die Blaufärbung der Moorfrösche zur Paarungszeit!).

Ich denke, damit sind wir ein fester touristischer Leuchtturm der Müritz-Region und auch für die Einheimischen eine bedeutende Anlaufstätte, um sich mit der Heimat mehr zu identifizieren.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für das Müritzeums und natürlich viele Besucher!

Marko Michels

1.Foto (Karin Franz): Impression zum Kinderumwelttag im Müritzeum 2015.
2.Foto (Klaus Steindorf-Sabath): Das Müritzeum in Waren/Müritz.


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