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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Hundert neue Meister in Westmecklenburg

Meisterfeier in Schwerin

In Westmecklenburg gibt es mehr als hundert neue Meister. „Der Meisterbrief ist der höchste nicht akademische Titel. Der Abschluss bedeutet Spitzenqualifikation für das Handwerk, die jungen Meister und Meisterinnen sind künftige Führungskräfte und sichern den Fachkräftebedarf im regionalen Handwerk“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel bei der Feierstunde der Handwerkskammer Schwerin am Dienstag im Mecklenburgischen Staatstheater.

Seidel überreichte 108 Meisterbriefe in neun Gewerken. Ausgezeichnet wurden neun Meisterinnen und 99 Meister der Gewerke Kraftfahrzeugtechnik (35), Installateur- und Heizungsbau (22), Metallbau (15), Elektrotechnik, Friseurhandwerk, Ofen- und Luftheizungsbau, Tischler, Maler- und Lackierhandwerk sowie Zahntechnik. Das Durchschnittsalter der Jungmeister beträgt 33 Jahre. Seit 1990 haben fast 4.000 Nachwuchskräfte im Kammerbezirk Schwerin den Meistertitel erworben.

„Nachwuchssicherung, Qualifizierung, Unternehmensnachfolgen und Attraktivität des Handwerks sind aktuelle Herausforderungen“, sagte Seidel. „Die Unternehmen sind gefordert, verstärkt bei Jugendlichen für die Berufsvielfalt im Handwerk zu werben. Es muss deutlich werden, dass das Handwerk ein traditioneller und zugleich moderner Wirtschaftszweig mit vielfältigen Aufstiegschancen ist.“

In den kommenden zehn Jahren steht potentiell jeder fünfte Handwerksbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern zur Übernahme an. Auf die Nachwuchssicherung zielt die Landeskampagne „Besser ein Meister“, mit der Wirtschaftsministerium und Handwerkskammern gemeinsam für die Karriereperspektive „Meister“ werben. Der Meisterbrief sorgt für wirtschaftliche Stabilität im Handwerk, die Kampagne soll das Image der Meisterausbildung verbessern.

Das Land unterstützt zudem Handwerks- und Industriemeister, die ein einschlägiges Studium in ihrem Fachgebiet an einer Fachhochschule im Land absolvieren. Sie können für die Dauer der Regelstudienzeit ein „Meisterweiterbildungsstipendium“ zum Lebensunterhalt (monatlich 600 Euro) erhalten. Für Handwerksmeister gibt es im Zusammenhang mit einer erstmaligen Existenzgründung durch eine Betriebsübernahme auch die Meisterprämie. Die Zuschuss beträgt einmalig 7.500 Euro.

Neben Meistern erhielten 17 Betriebswirte des Handwerks (eine Fortbildung insbesondere für Meister) und 16 Gebäudeenergieberater ihre Prüfungszeugnisse. „Zukunft des Handwerks bedeutet auch Erschließung neuer Unternehmensfelder wie in der Umwelttechnik“, so Seidel. „Die Energiereserven schonen, ohne auf Komfort zu verzichten, das erfordert innovative Lösungen im Handwerk.“ Seit 2008 müssen Wohnungseigentümer bei Verkauf oder Vermietung einen Energieausweis vorlegen. Damit werden energetischer Zustand sowie Strom- und Wärmeverbrauch ausgewiesen.

Das Handwerk ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Mecklenburg-Vorpommern. In den fast 20.000 Handwerksbetrieben arbeiten 95.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und erwirtschaften einen Umsatz von neun Milliarden Euro. Jeder vierte Ausbildungsplatz in Mecklenburg-Vorpommern wird von einem Handwerksbetrieb gestellt.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus MV


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