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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Holznagel spricht sich für ‚Gorch Fock’ aus

Ausbildung auf dem Segelschulschiff sei fortzusetzen

Die Vizepräsidentin des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern, Renate Holznagel, hat sich in Zusammenhang mit der Diskussion um das Segelschulschiff der Bundesmarine ‚Gorch Fock’ für eine Fortsetzung der Ausbildung auf dem Traditionsschiff stark gemacht. Die CDU-Landtagsabgeordnete nahm in den vergangenen Jahren an Wehrübungen in allen Teilstreitkräften teil und ist selbst Oberstabsveterinär d. R.

„Ausdrücklich ist der Bundesverteidigungsminister zu unterstützen, wenn er eine umfassende Aufklärung des Todes einer Offiziersanwärterin auf der ‚Gorch Fock’ und die in diesem Zusammenhang in den Medien diskutierten Umstände erwartet. Klar ist, dass die Ausbildung auf einem Schiff höhere Anforderungen stellt als in der Kaserne. Schon allein die Tatsache, über lange Zeiträume auf engem Raum miteinander auskommen zu müssen und dabei eine körperlich anstrengende Aufgabe in einem ungewohnten Rhythmus erfüllen zu müssen, stellt die physische wie psychische Kondition auf eine echte Bewährungsprobe“, so Renate Holznagel.

Die Landtagsabgeordnete plädierte dafür, trotz der Vorfälle die Ausbildung auf der ‚Gorch Fock’ fortzuführen und das Schiff weiter im Dienst der Bundesmarine zu halten. Laut Holznagel sei die Zeit auf einem Segelschulschiff ein unerlässlicher Baustein der Ausbildung zum Offizier. Die Anwärter würden lernen mit „unberechenbaren Naturgewalten“, und „körperlichen Grenzerfahrungen“ umzugehen.

„Zudem erfüllen Traditionsschiffe wie die ‚Gorch Fock’ im Inland wie im Ausland wichtige Botschafterfunktionen für die Marine und die Bundesrepublik Deutschland. Schon deshalb sollte das Schiff bald wieder im Einsatz sein“, so Renate Holznagel.

Rückblick:

Am 7. November 2010 war die 25-jährige Offiziersanwärterin Sarah S. während eines Hafenaufenthalt der „Gorch Fock“ brasilianischen Salvador de Bahia rund 27 Meter tief aus der Tagelage gestürzt und verstorben. Anschließend sollen sich andere Offiziersanwärter geweigert haben, in die Takelage zu klettern. Vier Soldaten wurde dann vom Kapitän zur See Norbert Schatz „mangelhafte Zusammenarbeit mit der Schiffsführung“ vorgeworfen, sie wurden der „Meuterei und Aufhetzen der Offiziersanwärter-Crew“ beschuldigt. Am vergangenen Wochenende schließlich hat Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angewiesen, Norbert Schatz von seinen Pflichten zu entbinden. Noch vor Ende der Ermittlungen.

Mit der Diskussion um die Ursachen des tragischen Unfalls keimten immer weitere Anschuldigungen und Vorwürfe gegen Offiziere, Marine und „Gorch Fock“ auf. Der militärische Drill auf dem Segler sei nicht zumutbar. Stimmen über ein „unseemännisches Verhalten“ der Schiffsführung wurden Laut. Ehemalige Kadetten und Angehörige fordern gar ein Ende der Ausbildung auf dem Schulschiff.

Von Patrick Dettmann


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