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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Höfische Musik an sakralem Ort

Ludwigsluster Klassik in der Stadtkirche Ludwigslust

Zwei von drei Konzerten, die sich im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern der Ludwigsluster Klassik widmen, finden am 27. und 28.  August um 19:30 Uhr in der Stadtkirche Ludwigslust statt. Den Konzerten voraus gehen jeweils um 18:30 Uhr Vorträge von Stefan Fischer (27.08.) und Prof. Dr. Karl Heller (28.08.), die in das Thema einführen.

Ein wichtiges Anliegen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern ist es, die überaus reichen aber oft vergessenen kulturellen Schätze des Landes zu heben und in der Reihe Musik aus MV zum Klingen zu bringen. Die Ludwigsluster Klassik ist ein Highlight der Reihe.

Am 27. August um 19:30 Uhr wird Christoph Eß (Horn) zusammen mit der Hamburger Camerata unter Johannes Moesus Werke von Telemann, Rosetti, Hertel, Mozart und Massonneau interpretieren. All diese Komponisten stehen in einer mehr oder weniger engen Beziehung zum musikkulturellen Geschehen nördlich der Elbe in jener Zeit.

Christoph EßChristoph Eß war Solohornist der Jungen Deutschen Philharmonie und des European Union Youth Orchestra und wurde in gleicher Position in die Sächsische Staatskapelle Dresden, das Orchester der Staatsoper München, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Mahler Chamber Orchestra, die Jenaer Philharmonie, das Stuttgarter Kammerorchester und das Ensemble Modern Frankfurt eingeladen. Er konzertierte unter herausragenden Dirigenten wie Lorin Maazel, Riccardo Muti, Mariss Jansons, Bernhard Haitink, Sir Neville Marriner, Jonathan Nott, Daniel Harding, Pierre Boulez und Vladimir Ashkenazy. Für die Spielzeit 2005/06 war er als dritter Hornist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks angestellt, spielte im Jahr 2007 als Solohornist bei den Essener Philharmonikern und hat seit der Saison 2007/08 ein festes Engagement als Solohornist bei den Bamberger Symphonikern.

Johannes Moesus arbeitete mit namhaften nationalen und internationalen Orchestern zusammen, darunter das Sinfonieorchester des Saarländischen Rundfunks,  das Berner Symphonie-Orchester und zahlreiche Kammerorchester wie das Folkwang Kammerorchester Essen. Werke von Rosetti, Mozart, Haydn, Witt, Hoffmeister, Vanhal und Rossini – darunter zahlreiche Weltersteinspielungen – sind unter seiner Leitung auf CD erschienen. Johannes Moesus arbeitet regelmäßig mit Rundfunkanstalten wie dem SWR, BR, MDR, dem Schweizer Rundfunk im In- und Ausland zusammen.

Die Hamburger Camerata gründete sich 1986. Mit ihren Konzertreihen in der Laeiszhalle genießt das Orchester großes Ansehen und hat sich mittlerweile einen festen Platz in der Hamburger Musiklandschaft gesichert. Konzerte führten die Camerata bereits in zahlreiche Städte Deutschlands und der Schweiz sowie auf angesehene Festspiele wie dem MDR Musiksommer. 2008 begrüßte die Camerata bei einem Welcome-Konzert zusammen mit der Kultursenatorin Karin von Welck Bulgarien und Rumänien in der Europäischen Union.

Barockviolinist Stefan Fischer studierte an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig und ist seit 1992 Mitglied der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin. 1984 an der Gründung der „Musica Instrumentalis Schwerin“ beteiligt, fungierte er 1993 als Mitbegründer des Mecklenburgischen Barockorchesters „Herzogliche HofKapelle“. Er war von 1991-2006 Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Musikvereins Mecklenburg-Vorpommern e.V. und langjähriger Programmdirektor des „MusikSommer M-V“. Im Januar 2010 wurde ihm die Ehrenurkunde der Stadt Ludwigslust verliehen.

Am 28. August um 19:30 Uhr beschließen das Mecklenburgische Barockorchester „Herzogliche HofKapelle“ sowie der NDR Chor unter Johannes Moesus die Ludwigsluster Klassik in einem „Concert Spirituel“.  Auf dem Programm stehen Werke der drei mecklenburgischen Hofkapellmeister Adolph Carl Kuntzen, Johann Wilhelm Hertel und Carl Westenholtz sowie  Kompositionen von Zinck, Benda und Jomelli.

Der leitende Gedanke des diesjährigen Concert spirituel ist der besondere Bezug des Programms zur Person Herzog Friedrichs „des Frommen“. Das gebotene Programm will auf direkte Weise, nämlich durch die Werkauswahl, an den für die höfische Musikkultur Mecklenburgs so verdienstvollen Fürsten erinnern. Erkennbar wird dies vor allem an zwei im Programm enthaltenen Geburtstags-Musiken für Friedrich sowie an Ausschnitten aus der „Trauercantate“, die zum Begräbnis des am 24. April 1785 verstorbenen Herzogs erklang.

Seit seiner Gründung 1946 brachte der NDR Chor zahlreiche bedeutende Werke zur Aufführung u. a. von Krzysztof Penderecki, György Ligeti und Karlheinz Stockhausen. Seit Beginn der Saison 2005/06 gilt Robin Gritton als der ständige Gastdirigent des NDR Chores. Neben der Arbeit für das Radio- und Fernsehprogramm des NDR dokumentiert eine Vielzahl von CD-Produktionen mit Musik von Henry Purcell bis hin zu Aufnahmen mit Giora Feidman die stilistische Bandbreite des Ensembles. Für die Aufnahmen der  A-cappella Werke von Max Reger erhielt das Ensemble im Februar 2005 den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“. Ab der Saison 2008/09 ist Philipp Ahmann der Chefdirigent des NDR Chores.

Die Mecklenburgische Barockorchester ‚Herzogliche HofKapelle‘ wurde 1993 gegründet und hat sich die Aufführung von Werken des umfangreichen Musikerbes des Landes Mecklenburg-Vorpommern zur zentralen Aufgabe gemacht. Das Orchester spielt auf historischen Instrumenten und auf Kopien historischer Instrumente.

Prof. Dr. Karl Heller studierte Musikwissenschaft in Weimar, Jena und Leipzig. Er machte sich durch zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zu Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach (u. a. Mitarbeit an der Neuen Bach-Ausgabe) und zur Musikgeschichte Mecklenburgs einen Namen.

Die 1770 fertig gestellte Hofkirche, erinnert mit ihrem Portikus, den dorischen Säulen, den Evangelistenstatuen und dem Christusmonogramm fast an einen Tempel. Im Inneren gibt es ein Riesengemälde, das die Verkündung der Geburt Christi darstellt. Die Decke wird von jeweils sechs riesigen dorischen Säulen links und rechts des Raumes getragen, zum Altar führen zwei geschwungene Freitreppen. Die Herzogsloge gleicht der eines Theaters und die Orgel steht verborgen hinter dem Altarbild.

Karten für das Konzert, das Programm der Saison sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte.

Programm

Fr. 27.08., 19:30 Uhr
Ludwigslust, Stadtkirche
Musik aus MV
Ludwigsluster Klassik
Hamburger Camerata
Christoph Eß, Horn, WEMAG-Solistenpreisträger 2008
Johannes Moesus, Leitung
Werke von G. Ph. Telemann, A. Rosetti, J. W. Hertel, W. A. Mozart, L. Massonneau
G.  Ph. Telemann: Concerto à 10 für Oboe, Fagott, 2 Hörner, Streicher und B. c. F-Dur TWV 54:F1
A. Rosetti: Concerto für Horn und Orchester Es-Dur Murray C43Q
J. W. Hertel: Sinfonia F-Dur  für 2 Oboen, Fagott, 2 Hörner, Streicher und B. c.
W. A. Mozart: Konzertsatz (Rondo) für Horn und Orchester Es-Dur KV 371
L. Massonneau: Sinfonia für 2 Oboen, 2 Fagotte, 2 Hörner, Streicher und B.c. D-Dur op. 3/2
Preise: € 25,-/15,-
18:30 Uhr Konzerteinführung
Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung

Sa. 28.08., 19:30 Uhr
Ludwigslust, Stadtkirche
Musik aus MV
Ludwigsluster Klassik
Mecklenburgisches Barockorchester „Herzogliche HofKapelle“
NDR Chor
Johannes Moesus, Leitung
Concert Spirituel
Werke von J. W. Hertel, B. F. Zinck, N. Jommelli, F. L. Benda, C. A. F. Westenholtz, A. C. Kuntzen
J. W. Hertel: Sinfonia D-Dur aus der Kantate „Die ihr das Glück genießet“. Geburtstagskantate für den damaligen Erb-Prinzen Friedrich
B. F. Zinck: Eingangschor „Lobe den Herrn, meine Seele“ aus dem 103. Psalm
N. Jomelli: Ouvertura Es-Dur aus „Oratorio Della Passione di Jesu Christo Signor Nostro”
F. L. Benda: Choral “Mit Fried und Freud fahr ich dahin” und Schlusschor “Die ihr ganz in Schmerz versenkt” aus der Trauercantate bey der feyerlichen Beysetzung des Herrn Friedrich am 8. Juni 1785 zu Ludwigslust
C. A. F. Westenholtz: Choral „Herr Gott dich loben wir“
A. C. Kuntzen: Sinfonia D-Dur (zur Passionsmusik gehörig)
J. W. Hertel: Der 100. Psalm „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ in Zween Chören auf den Hohen Geburths-Tag des Durchlauchtigsten Herzogs Friederich
Preise: € 25,-/15,-
18:30 Uhr Konzerteinführung
Mit freundlicher Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung

Foto: Monika Lawrenz


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