Institut für Recht, Wirtschaft und Handel im Ostseeraum e. V. erhält Anerkennung als An-Institut der Hochschule Wismar

Der Dekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Prof. Dr. rer. pol. Kai Neumann, der Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, und das Vorstandsmitglied des Ostinstitutes Wismar und Professor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. jur. Andreas Steininger, mit dem frisch unterzeichneten Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit im Zusammenhang mit der Anerkennung des Ostinstitutes Wismar als An-Institut der Hochschule Wismar den.
Quelle: Hochschule Wismar/Kerstin Baldauf

Der Befürwortung durch den Senat der Hochschule Wismar folgend hat das Rektorat der Hochschule Wismar am Donnerstag, dem 27. September 2018, die Anerkennung des Ostinstituts Wismar als An-Institut der Hochschule Wismar beschlossen.

Seit 2009 unterstützt das Institut für Recht, Wirtschaft und Handel im Ostseeraum e. V., kurz: Ostinstitut Wismar, die Hochschule Wismar auf dem Gebiet des Wirtschaftsrechts.

Die Hauptaufgaben des Institutes bestehen in der Beobachtung und wissenschaftlichen Analyse der Rechtsentwicklung in Osteuropa und Russland sowie in der Ausbildung deutscher Wirtschaftsjuristen für Unternehmen, die mit Russland oder auch anderen osteuropäischen Staaten Handel treiben.

In diesem Zusammenhang hat das Institut Hochschulkooperationen mit russischen Universitäten und Hochschulen geschlossen, die es deutschen Studierenden ermöglichen, einen russischen Abschluss zu absolvieren und umgekehrt russischsprachigen Studierenden einen deutschen Master.

Vielfältige Kooperation auf dem Gebiet des Wirtschaftsrechts

„Ich freue mich sehr über die Angliederung des renommierten Ostinstitutes an die Hochschule Wismar. Der Bereich der Kooperation mit Osteuropa in Forschung und Lehre gehört zu den vorrangigen strategischen Zielen unserer Hochschule. Durch die Angliederung wird die Hochschule Wismar als führende Einrichtung im Bereich des osteuropäischen Rechts weiter gestärkt“, betont der Rektor der Hochschule Wismar die Bedeutung der zukünftigen Zusammenarbeit.

So streben die beiden Vertragspartner – die Hochschule Wismar und das Ostinstitut Wismar – an, die Forschung auf dem Gebiet der Beobachtung und Analyse der Entwicklung von Recht, Wirtschaft und Politik im Ostseeraum, insbesondere aber der russischen Föderation sowie der Rechtsvergleichung zu fördern, bei Bedarf gemeinsame Projekte durchzuführen und den wissenschaftlichen Nachwuchs während des Studiums und der praktischen Weiterbildung danach zu unterstützen.

Erfolgreiche Zusammenarbeit in Lehre und Weiterbildung

Das Ostinstitut Wismar hat zwei selbstständige Master-Studiengänge im Bereich des Wirtschaftsrechts aufgebaut. Diese ermöglichen deutschen Wirtschaftsjuristen neben ihrem Master im Wirtschaftsrecht auch einen Master des Plechanov-Institutes in Moskau sowie der Petersburger Finanzhochschule zu erlangen („Russisches und Internationales Wirtschaftsrecht“).

Außerdem können Studierende der genannten russischen Hochschulen einen Master im Wirtschaftsrecht an der Hochschule Wismar absolvieren. „Damit soll nicht nur die wissenschaftliche Kooperation gefördert und der Kenntnisstand deutscher und russischer Wirtschaftsjuristen angeglichen werden; auch der wirtschaftliche Austausch dürfte dadurch gefördert werden, da Juristen beider Länder die „gleiche juristische Sprache“ sprechen, also Verständnis für die wirtschaftsrechtlichen Strukturen des jeweiligen anderen Landes haben“, so Professor Steininger.

Er betont außerdem, dass es „besonders erfreulich ist, dass mittlerweile ein Kooperationsvertrag mit juristischen Fakultät der Universität Poltawa abgeschlossen wurde, so dass auch ukrainische Studierende zusammen mit ihren russischen Kollegen in Wismar den Master im Wirtschaftsrecht erlangen können, so dass dieser Studiengang auch eine völkerverbindende Komponente erhält.

Darüber hinaus führt das Ostinstitut Fortbildungsmaßnahmen für ukrainische und kasachische Richter und Rechtsanwälte zur Methodik des Rechts durch. Im Rahmen einer dieser Veranstaltungen fand im September 2018 im Bürgerschaftssaal des Rathauses der Hansestadt Wismar eine wissenschaftliche Konferenz zum Entwurf des neuen ukrainischen Insolvenzgesetzes statt. Das Ostinstitut berät zurzeit auch in den Gesetzgebungsverfahren in der Ukraine und Kasachstan, wie z. B. beim besagtem ukrainischen Insolvenzrecht.

Im Sommer wurde ferner zum fünften Mal eine 14-tägige Sommerakademie für Studierende und Hochschullehrer aus der Ukraine und aus Kasachstan durchgeführt. Während dieser Fortbildungsveranstaltung auf juristischem Gebiet erhielten Studierende aus Kasachstan, der Ukraine sowie aus Nowosibirsk eine Einführung in das deutsche Recht verbunden mit der Methodik der Fallbearbeitung wurden anhand von praktischen Fällen Fragen der juristischen Methodik und Didaktik besprochen.

Auch die ausschließlich in russischer Sprache durchgeführte Fortbildungsveranstaltung für Hochschullehrer aus der Ukraine und aus Kasachstan im Februar dieses Jahres zeigt das rege Interesse an juristischen Methoden, wie sie in Deutschland Anwendung finden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich ein Rechtssystem nach unseren Maßstäben in diesen Ländern erst in den letzten 25 Jahren entwickeln konnte, ohne dass die Protagonisten dabei auf historische Vorbilder zurückgreifen können.

Das Ostinstitut Wismar und seine wissenschaftliche Tätigkeit

Im Jahre 2009 wurde das Institut vom Wirtschaftsminister a. D., Ministerpräsident a. D. Wolfang Clement, Prof. Dr. jur. Andreas Steininger Dipl.-Ing. (Hochschule Wismar), Prof. Dr. Kiel (Hochschule Wismar), Prof. Dr. Otto Luchterhandt (ehemaliger Leiter des Institutes für Ostrecht der Universität Hamburg) sowie Dr. Frank Schauff, dem Hauptgeschäftsführer der Association of European Business (Vertretung aller europäischen Unternehmen in Moskau) ins Leben gerufen.

Wolfgang Clement ist bis heute Präsident des Institutes, Professor Steininger das geschäftsführende Vorstandsmitglied. Seit Juni 2018 ist auch Ministerpräsident a. D. Erwin Sellering Mitglied im Vorstand des Institutes.

Die Zielsetzung des Instituts besteht grundsätzlich darin, eine praxisnahe Ausbildung von Studierenden in Recht und Wirtschaft der Ostsee-Staaten, insbesondere aber auch Russlands, zu gewährleisten und den Unternehmen, die in Russland tätig sind, qualifiziertes Personal zur Verfügung zu stellen.

Neben der Einrichtung der Doppelstudiengänge besteht ein weiterer Schwerpunkt der Tätigkeit des Instituts darin, rechtliches und wirtschaftliches Wissen über die Staaten des Ostseeraums und insbesondere Russlands zu sammeln und dieses sowohl wissenschaftlich als auch mit Blick auf die Praxis für die Wirtschaft aufzubereiten.

Dies beinhaltet auch, dass das Institut seit Anfang des Jahres 2014 eine Internetzeitschrift herausgibt, im Rahmen derer aktuelle Informationen zu Wirtschaft und Recht in Osteuropa sowie wissenschaftliche Aufsätze publiziert werden (siehe www.ostinstitut.de/publikationen).

Außerdem ist das Ostinstitut seit Mai 2017 Mitherausgeber der wissenschaftlichen Zeitschrift „Wirtschaft und Recht in Osteuropa“ (WiRO), die beim Beck-Verlag erscheint.

Ostinstitut Mitveranstalter des Russlandtages

Abgesehen davon veranstaltet das Institut regelmäßig Seminare und Tagungen zu wirtschaftspolitischen Themen, so die bereits erwähnten alljährlichen „Wirtschaftspolitischen Gespräche“ in Berlin wie auch den „Russlandtag Mecklenburg-Vorpommern“, der sich mittlerweile als eine der wichtigsten Drehscheiben für Handel und Industrie zwischen Deutschland und Russland etabliert hat.

Der nächste „Russlandtag Mecklenburg-Vorpommern“ wird am 17. Oktober 2018 in Rostock stattfinden.

An-Institute der Hochschule Wismar

Die An-Institute fungieren als Bindeglied zwischen der Hochschule Wismar und der Praxis. Als eigenständige Einrichtungen in externer Trägerschaft, die im Rahmen eines Kooperationsvertrages mit der Hochschule zusammenarbeiten, pflegen sie engen Kontakt zur Forschung in den Fachbereichen und beteiligen sich an der Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar