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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Hannelore Monegel, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der SPD-Landtagsfraktion:

SPD-Antrag zur „Geschlechtsspezifischen Gesundheitsberichterstattung“ ins Parlament eingebracht
Landesregierung wird gebeten, Gesundheitsrisiken und –chancen geschlechtsspezifisch aufzuzeigen

Die SPD-Landtagsfraktion hat heute einen Antrag „Geschlechtsspezifische Gesundheitsberichterstattung“ ins Parlament eingebracht. Dazu erklärt die Sprecherin für Gleichstellungspolitik der SPD-Landtagsfraktion, Hannelore Monegel:

„Mit dem Antrag wird die Landesregierung gebeten, die Gesundheitsberichterstattung in Mecklenburg-Vorpommern in Zukunft umfassend geschlechtsspezifisch zu gestalten. Die Notwendigkeit, Gesundheitsrisiken und –chancen geschlechtsspezifisch aufzuzeigen besteht darin, Defizite in der Gesundheitsversorgung für Frauen und Männer zu verdeutlichen. Dazu sollen Bewertungen vorgenommen werden, Handlungsnotwendigkeiten erkannt und geschlechtsspezifische Lösungsstrategien entwickelt werden. Die Ergebnisse sollen einerseits der verbesserten Gesundheitsversorgung der weiblichen und männlichen Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern und andererseits der Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft in unserem Land dienen.“

Dabei sollten zum einen Ergebnisse der Tätigkeit der Landesarbeitsgruppe M-V „Frauengesundheit“ und zum anderen auch die Erkenntnisse aus der Frauengesundheitsberichterstattung der Länder Brandenburg, Bremen und Hamburg genutzt werden. Darüber hinaus sollten verwertbare Ergebnisse aus der Konferenz der Bundeskoordination Frauengesundheit (BKF) geprüft werden. „Gesundheitspolitik braucht eine verlässliche Gesundheitsberichterstattung und solide Informationen als Basis für strategische Entscheidungen“, so Hannelore Monegel.

Das Gesundheitswesen sei von geschlechtsspezifischen Vorurteilen geprägt und einseitig auf Männer (als Normpatienten) ausgerichtet. So hätten Frauen beispielsweise seltener einen Herzinfarkt als Männer, würden daran jedoch wesentlich häufiger sterben, weil die Diagnoseverfahren und Maßnahmen auf Männer abgestellt seien. „Statistisch gesehen leben Frauen länger und insofern gesünder, werden im Einzelfall aber bei der Gesundheitsversorgung diskriminiert. Durch die unzureichende Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Unterschiede im Gesundheitswesen resultieren daraus Mängel in der gesundheitlichen Versorgung von Männern und Frauen“, erläutert die SPD-Politikerin.

Beispiele für geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen und Männer definieren Gesundheit unterschiedlich. Frauen verbinden Gesundheit mit Wohlbefinden und Körpererleben, Männer mit Abwesenheit von Krankheit und Leistungsfähigkeit, Frauen sind in der Regel gesundheitsbewusster als Männer und werden anders behandelt (z. B. werden ihre Beschwerden eher als psychosomatisch interpretiert). Dieselben Medikamente haben bei Frauen und Männern unterschiedliche Auswirkungen und psychische Störungen äußern sich z. B. bei Frauen anders als bei Männern.


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