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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Handwerk fordert schnelles Handeln bei Konjunkturproblemen

Aktuelle Blitzumfrage der Handwerkskammer Schwerin zur Handwerkskonjunktur

Eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammer Schwerin unter 230 Handwerksbetrieben aus dem Kfz-Handwerk, der Zulieferbranche sowie Bau und Ausbau zeigt, dass eine Verschärfung der Krise befürchtet wird.

Bei den Betrieben, die z.B. als Zulieferer für die Industrie im Bereich gewerblicher Bedarf tätig sind, geben lediglich 24% der Befragten eine gute Geschäftslage an. 39% bezeichnen sie als schlecht. Über gesunkene Umsätze und einen unterdurchschnittlichen Auftragsbestand berichten bereits 50% der Betriebe im Bereich gewerblicher Bedarf. Die Beschäftigungssituation ist derzeit noch überwiegend stabil. Insbesondere größere Betriebe haben schon Kurzarbeit angemeldet (9%).

Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt in dieser Branche uneinheitlich aus. Die Zahl der Betriebe, die von einer weiterhin guten Geschäftslage ausgehen, bleibt bei 24%. Von einer Verschlechterung der Lage gehen 32% aus. In diesen Ergebnissen ist aber die Insolvenz der Wardan-Werften noch nicht gespiegelt. „Weitere Landeshilfen oder Rettungsmaßnahmen müssen auch die Zulieferbetriebe des Handwerks einschließen“, fordert Hummelsheim angesichts der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Werften im Land. „Die Politik sollte sich bei Folgeinsolvenzen der Zulieferer nicht auf das leise Sterben im Handwerk verlassen.“ Er fordert die kurzfristige Einberufung einer Branchenkonferenz für Zulieferer durch die Landesregierung.

Im Kfz-Handwerk herrscht trotz der Aussage, dass fast 45% der befragten Betriebe von der Umweltprämie profitieren, getrübte Stimmung. Rund 42% bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht, nur 16% beschreiben sie als gut. Rund 22% der Betriebe haben bereits Personal reduziert haben, 11% haben Kurzarbeit angemeldet.

Der Ausblick auf die kommenden Monate fällt düster aus. Der Anteil der Kfz-Betriebe, die noch eine gute Geschäftslage erwarten, reduziert sich auf 11%. Eine Verschlechterung erwarten mit 55% mehr als die Hälfte der befragten Betriebe. Einen sinkenden Werkstattumsatz erwarten 64%, einen sinkenden Handelsumsatz sogar 76%. Einen Stellenabbau halten 42% der Betriebe für möglich. Kurzarbeit anzumelden, wird für 38% der Betriebe zur möglichen Handlungsoption.

„Die Betriebe sehen die Situation, die sich nach dem Verlöschen des Strohfeuers namens Umweltprämie ergeben wird, sehr realistisch“, so Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. Er kritisiert scharf, dass durch die extrem langsame Bearbeitung der Anträge für die Prämie viele Händler in Vorleistung treten mussten und befürchtet Liquiditätsprobleme.

Im Bauhauptgewerbe und in der Ausbaubranche finden sich mit 23% zwar weniger Betriebe als in den anderen Branchen mit eindeutig schlechter Geschäftslage. Aber auch hier melden 47% sinkende Umsätze und einen für die Jahreszeit unterdurchschnittlichen Auftragsbestand. 16% haben ihre Beschäftigtenzahl bereits reduziert, gut 18% haben Kurzarbeit angemeldet.

Obwohl sich vor allem das Bauhauptgewerbe in der auftragsstärksten Saison befindet, erwarten rund 30%, dass ihre geschäftliche Entwicklung in den kommenden Monaten schlecht verlaufen wird. 26% gehen auch weiter von einer guten Geschäftslage aus. Bei der Beschäftigungssituation könnte sich die Lage zuspitzen. 36% schließen einen Personalabbau nicht aus, 33% ziehen Kurzarbeit in Erwägung.

Nur 13% der Betriebe setzen Hoffnungen auf die angekündigten zusätzlichen Baumaßnahmen, die aus den Konjunkturpaketen finanziert werden. „Den Betrieben dauert das alles viel zu lange“, so Hauptgeschäftsführer Hummelsheim. „Als wirksames und schnelles Instrument zur Stützung der Bauwirtschaft in der Krise müssten diese Aufträge längst ausgeschrieben sein, damit zum Beispiel Renovierungsarbeiten in Schulen tatsächlich in den Sommerferien ausgeführt werden können. Ich befürchte, dass die Kommunen vielfach unsicher sind, wie sie mit den gelockerten Vergaberegeln umgehen sollen. Sie sollten daher die bestehenden Unterstützungsangebote der Landesregierung tatsächlich in Anspruch nehmen.“


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