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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Handballsportlicher Countdown zur WM

Am 14. Februar beginnen die Welttitelkämpfe der Herren 2011 in Schweden

Vom 14. bis zum 30. Januar müssen die besten Herren-Nationalmannschaften im Handballsport den ultimativen Elchtest bestehen. In Schweden geht es darum, wer der Welttitelträger 2011 ist – 73 Jahre nach der ersten Hallen-Handball-WM 1938 in Deutschland. Der dreifache Weltmeister Deutschland (1938, 1978, 2007 plus DDR-Olympiasieg 1980) muß dabei in Gruppe A gegen Spanien, Frankreich, Tunesien, Ägypten und Bahrain spielen – ein alles andere als leichtes Unterfangen.

Nachgefragt beim Sportwissenschaftler Uwe Fox

„Erwarte spannende Spiele …“

Frage: Die Hallenhandball-WM 2011 wird sicher spannend. Wie schätzen Sie das Leistungsniveau ein?

Uwe Fox: Vier Gruppen à 6 Mannschaften – ich halte den Modus für fragwürdig. Ich denke, dass zu viele Teams bei der WM-Endrunde antreten und das Leistungsniveau gerade der außereuropäischen Mannschaften noch arg zu wünschen übrig läßt. Dreifach-Weltmeister Russland ist nicht dabei, dafür aber Australien oder Bahrain. Auch wenn man von Seiten des internationalen Handball-Verbandes auch den Handball-Exoten eine Chance geben möchte. Es ist zweifelhaft, ob ein aufgeblähtes, extrem heterogenes WM-Starterfeld dazu der richtige Weg ist.

Frage: Und Ihre Titel-Aspiranten?

Uwe Fox: Die Leistungen des DHB-Teams waren in der WM-Vorbereitung doch sehr schwankend, zuletzt setzte es Niederlagen gegen den Olympia-Zweiten Island. Zwar bin ich davon überzeugt, dass sich die deutsche Mannschaft mit ihrem hervorragenden Trainer Heiner Brand steigern wird, aber man sollte auch nicht träumen. Eine WM-Medaille wäre schon eine kleine Sensation.

Die Rekord-Weltmeister Rumänien und Schweden mit jeweils viermal Gold in der Vergangenheit sind dieses Mal „vollzählig“ dabei. Gastgeber Schweden wird sicher von einer Euphorie-Welle getragen – ähnlich wie Deutschland bei der Heim-WM 2007. Traditionell stark einzuschätzen sind Spanien, Frankreich und Kroatien. Island ist sicher ein Geheim-Favorit, obwohl nach deren olympischer Silbermedaille 2008 stehen die Isländer sicher auf vielen WM-Rechnungen. Auch Dänemark oder Südkorea sind immer für eine Überraschung gut.

Frage: Sind Sie, als früherer Boxsportler und Trainer, eigentlich ein großer Handball-Fan?

Uwe Fox: Als diesen würde ich mich schon bezeichnen. Gern bin ich live dabei, wenn Empor Rostock oder Post Schwerin spielen. Da ist immer was los – beste Handball-Stimmung. Aber auch in der Vergangenheit habe ich das internationale Handballsportgeschehen bei WM stets intensiv verfolgt. Auch Spieler aus Mecklenburg und Vorpommern hatten dabei große Auftritte.

Insgesamt konnten bislang 16 Mecklenburger und Vorpommern seit 1958 Medaillen bei Hallen-WM im Handball erkämpfen: 1958 gab es Bronze für Hans Beier, Jürgen Hinrichs, Klaus-Dieter Matz, Günter Mundt und Wolfgang Niescher, 1970 folgte Silber für Klaus Prüsse, Reiner Ganschow, Klaus Langhoff, Gerhard Gernhöfer, Peter Randt (alle Rostock) sowie Josef Rose (Ahlbeck), 1974 wurden die Rostocker Reiner Ganschow, Wolfgang Böhme mit dem Ahlbecker Josef Rose Vize-Weltmeister hinter Rumänien und jeweils Bronze erspielten 1978 Frank-Michael Wahl, Wolfgang Böhme bzw. Helmut Wilk (Rostock) und 1986 Rüdiger Borchardt zusammen mit Frank-Michael Wahl (wiederum alle Rostock).
Im Weltmeister-Team von 2007 stand mit Stefan Schröder zudem ein Schweriner, der bei Post seine Laufbahn begann und nun in Hamburg aktiv ist.

Der Olympiasieg von Frank-Michael Wahl und Hans-Georg Jaunich  im Jahr 1980 war aber das bislang Allergrößte für den Herren-Handballsport in M-V! In das Team gehörte auch Wolfgang Böhme, der um die verdienten Früchte seiner sportlichen Laufbahn von politischer Seite gebracht wurde.

Frage: Und was machen Sie am 30. Januar?

Uwe Fox: Da sitze ich ab 17.00 Uhr vor dem Fernseher und werde das WM-Finale in Malmö verfolgen!

Die Fragen stellte Marko Michels

WM-Infos:

Die WM-Vorrundenspiele des DHB-Teams (Gruppe A)

am 14.Januar um 18.15 Uhr gegen Ägypten
am 16.Januar um 16.15 Uhr gegen Bahrain
am 17.Januar um 18.30 Uhr gegen Spanien
am 19.Januar um 18.15 Uhr gegen Frankreich
am 20.Januar um 18.30 Uhr gegen Tunesien

Die anderen WM-Gruppen

Gruppe B: Island, Japan, Brasilien, Österreich, Norwegen, Ungarn
Gruppe C: Dänemark, Kroatien, Australien, Serbien, Algerien, Rumänien
Gruppe D: Chile, Schweden, Polen, Argentinien, Slowakei, Südkorea

Die bisherigen Weltmeister in der Halle

Rumänien (1961, 1964, 1970, 1974), Schweden (1954, 1958, 1990, 1999), Russland (mit UdSSR – 1982, 1993, 1997), Deutschland (1938, 1978, 2007), Frankreich (1995, 2001, 2009), Jugoslawien (1986), Kroatien (2003), Spanien (2005), CSSR (1967)

Das deutsche WM-Team 2011

Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Johannes Bitter (HSV Hamburg), Carsten Lichtlein (TBV Lemgo); Christian Sprenger (THW Kiel), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Holger Glandorf (TBV Lemgo), Adrian Pfahl (VfL Gummersbach), Michael Haaß (FA Göppingen), Michael Kraus (HSV Hamburg), Pascal Hens (HSV Hamburg), Lars Kaufmann (FA Göppingen), Sven-Sören Christophersen (Füchse Berlin), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Dominik Klein (THW Kiel), Sebastian Preiß (TBV Lemgo), Jacob Heinl (SG Flensburg-Handewitt), Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen)


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