Tausende Einheimische und Gäste kamen zum maritimen Event

HafenfestDas Hafenfest in Wismar wurde 2009 volljährig. 18 zu werden ist eigentlich ein freudiger Anlass … Nur, wenn dieser Geburtstag vor schwierigem Hintergrund stattfindet, trübt sich die unbeschwerte Freude. Die unsichere Zukunft der Werft, die schwierige Situation der maritimen Zulieferbetriebe und die Diskussion um das Karstadt-Stammhaus – die aktuelle Lage in Wismar ist mehr als prekär.

Dennoch, man sollte den „Kopf nicht in den Sand stecken“,weiter kämpfen und mit Optimismus und Tatkraft die Herausforderungen meistern.
So sieht es auch der Organisations-Chef des Hafenfestes in Wismar, Harald Forst.

WerftFrage: Die maritime Wirtschaft war in Wismar stets der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung. Der Seehafen wurde bereits im Jahre 1211 urkundlich erwähnt.

Im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise gerieten u.a. auch die Werft, die maritimen Zulieferbetriebe und nun auch das Karstadt-Stammhaus in schwieriges Fahrwasser.
Kann man, darf man da ausgelassen ein Hafenfest feiern ?

HFHarald Forst: Die Vorbereitungen auf ein neues Hafenfest beginnen ja unmittelbar nach Abschluß des vergangenen. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise erreichte Wismar ja erst ab Januar 2009 und traf uns gerade Ende Mai/Anfang Juni so richtig heftig. Da kann man nichts mehr stoppen und man sollte es auch nicht.

Man darf nicht einfach den Kopf in den Sand stecken und letztendlich nicht in Depression und Traurigkeit verfallen, sondern man sollte sich einen gesunden Optimismus bewahren. Vielleicht kann so ein Fest auch ein wenig dazu beitragen, dass neue Stärken und neue Hoffnungen geweckt werden.

Frage: Das Hafenfest, welche Bedeutung hat es für Wismar – ein Anknüpfungspunkt an alte Traditionen, ein Wirtschaftsfaktor oder einfach nur eine Kirmesveranstaltung ?

Harald Forst: Das Hafenfest liegt außerhalb der touristischen Hochsaison. Natürlich findet es viele Gäste aus den verschiedensten Teilen Deutschlands und darüber hinaus. Aber in erster Linie ist es ein Fest für die Wismarerinnen und Wismarer und die Region.

HafenDas Hafenfest als Wirtschaftsfaktor ?! Die Hotelerie wird hier einen sehr guten Trend haben, eine gute Belegung vorweisen können. Viele Kultur-Gruppen wohnen ja in Hotels und Pensionen. Aber das Hafenfest dauert nun einmal nur drei Tage, es daher als „Wirtschaftsmotor“ zu bezeichnen, wäre dann doch etwas vermessen.

Es entfaltet aber seine positive Wirkung vor allem nach innen, es bringt auch die Verbundenheit der Wismarer mit ihrer Stadt zum Ausdruck.

Frage: Seit mittlerweile 18 Jahren gibt es das Hafenfest. Wie sieht eigentlich die Vorbereitung auf so eine Großveranstaltung aus ?

Harald Forst: Mit 18 Jahren gibt es hier eine gewisse Routine. Die Abläufe sind mittlerweile schon etwas „automatisiert“. Es gilt in erster Linie darum einen Finanzplan aufzustellen und zu prüfen, wo man die Mittel für das Hafenfest bekommt. Ansonsten kann ich feststellen, dass das Hafenfest sehr beliebt ist.

Jeder, der hier einen Stand hat, gibt ihn freiwillig nicht mehr her. Ich hatte auch nie Probleme mit Absagen von Kulturgruppen, die auf dem Hafenfest auftreten wollten. Ganz im Gegenteil, diese waren sehr froh, in Wismar auftreten zu können.

Frage: Welche Höhepunkte hatte in diesem Jahr, auch aus Ihrer persönlichen Sicht, das Hafenfest in Wismar ?

HHarald Forst: Der Sonnabend ist immer der Hauptaktionstag, dann strömen auch die Besucher in Scharen zum Alten Hafen. Die Tanzschule Wanda Ploetz stellte sich vor, ebenso wie die erfolgreichen TSG-Turnerinnen, die „Danzlüd ut Wismar“ oder die Taucher der deutschen Marine. Bernt Lüchtenborg wurde aus Anlaß seiner Weltumseglung verabschiedet. Es gab eine Familienregatta des Wismarer Seglervereines von 1911, Drachenbootrennen im Überseehafen, eine Fassregatta in der Wismarer Bucht, Show-Tanz, Konzerte, Salsa mit „Saoco“ aus Kuba und beste Musik von bzw. mit DJ Eddi.

Der Höhepunkt zu später Stunde am Samstag ist jedoch immer wieder das beeindruckende und farbenprächtige Feuerwerk zum Hafenfest. Da werden auch Emotionen deutlich !

Frage: Wie sah das Hafenfest 2009 in Zahlen aus ?

HHarald Forst: Wir hatten rund 100 Stände, 35 Kulturgruppen und natürlich mehrere Tausende Besucher. Wir sind ein innerer Zirkel von drei Mitarbeitern – das Ehepaar Zabel und meine Person. Dazu kommen noch „Stundenkräfte“.

Das Hafenfest wurde – trotz allgemeiner Wirtschaftskrise – auch 2009 wieder hervorragend angenommen, die Wismarer und ihre Gäste zeigten sich begeistert.

Frage. Wie lautet Ihr persönliches Motto für das Hafenfest 2009 ?

WHarald Forst: Wir sind optimistisch und wir freuen uns bereits jetzt schon sehr auf das Jahr 2011. Dann wird das Hafenfest 20 und der Wismarer Hafen sogar 800 Jahre ! Das wird ein Mega-Event. Wir werden die Koggen aus dem Ostsee-Raum hier haben und wir werden auch länger feiern als „nur“ drei Tage.

Unser Team wird noch einmal alles geben, um diese beiden Jubiläen zu einem unvergesslichen Erlebnis für Wismar und dessen Gäste werden zu lassen. Wir, das Hafenfest-Team, gehen ja auch auf die 60 zu – Zeit an eine „Staffelübergabe“ zu denken.

Vielen Dank für das Gespräch und maximale Erfolge für die Hafenfeste 2010 und 2011 !

Übrigens: Mit 60 geht es doch erst richtig los … T/F: M.Michels