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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Gymnasiasten als Teilchenphysiker

International Masterclasses an der Universität Rostock

Das Institut für Physik der Universität Rostock beteiligt sich am 14. März an der internationalen Veranstaltung „International Masterclasses“. Schüler von Gymnasien ab Klasse 10 können sich einen Tag lang als Teilchenphysiker versuchen. Sie analysieren Daten, die am weltgrößten Teilchenbeschleuniger des Europäischen Kernforschungszentrums in Genf aufgezeichnet wurden. „Ein tolles Erlebnis für an Physik interessierte Gymnasiasten“, schwärmt Doktorand Torsten Leddig. Der 27-Jährige betreut die wissensdurstigen Schülerinnen und Schüler, die aus ganz Mecklenburg-Vorpommern kommen.

Sie sehen beispielsweise am Rechner Bilder von Protonenkollisionen, gibt Leddig einen kleinen Vorgeschmack für den Tag. Die Schüler können erstmals mit echten Daten vom LHC-Teilchenbeschleuniger arbeiten, die erst vor wenigen Monaten aufgezeichnet wurden. Möglich macht das die Technische Universität Dresden, die das Programm vor sechs Jahren ins Leben rief und die die Schülerforschungstage in Deutschland an 18 Einrichtungen koordiniert. Von drei Experimenten am Teilchenbeschleuniger wurden Daten für das internationale  Schülerforschungsprogramm zur Verfügung gestellt. In Rostock können die Gymnasiasten beispielsweise am Institut für Physik das W-Boson – ein Austauschteilchen der schwachen Wechselwirkung- untersuchen. „Ein außergewöhnliches Erlebnis“, sagt Doktorand Torsten Leddig. „Die Teilnehmer arbeiten einen Tag lang wie echte Teilchenphysiker“.

Dr. Roland Waldi, Chef der Abteilung Teilchenphysik der Universität Rostock, wird die teilnehmenden Schüler mit einem Vortrag einstimmen. Das Thema: „Warum es Materie im Universum gibt, aber keine Antimaterie“. Doktorand Christian Voß gibt dann Informationen über den LHC-Beschleuniger. Dann geht es für die Schüler an die Computer. Sie führen Messungen mit Daten durch, die von in den kilometerlangen unterirdischen Röhren des Forschungszentrums in Genf mit nahezu Lichtgeschwindigkeit zusammenstoßenden Teilchen stammen. Die Messergebnisse diskutieren die Nachwuchswissenschaftler dann am Abend in einer Videokonferenzschaltung mit Teilnehmern der gleichen Veranstaltung aus anderen Ländern. „Sie bekommen so einen Eindruck von der so wichtigen Facette der unter Teilchenphysikern üblichen internationalen Zusammenarbeit“, sagt Torsten Leddig.

Die Schülerforschungstage werden unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Alle Teilnehmer erhalten eine DVD mit interaktivem Lern-und Arbeitsmaterial.

Gymnasiasten, die noch kurz entschlossen am 14. März in Rostock an der Veranstaltung teilnehmen möchten, melden sich unter rostock@teilchenwelt.de an.

Quelle: Universität Rostock


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