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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Grüne empört über Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora

Bündnis 90/Die Grünen sind empört über die Zulassung der Gentechnik-Kartoffel Amflora durch die EU und kündigen konsequenten Widerstand dagegen an.

„Wir werden uns mit Protesten und Veranstaltungen gegen die Einführung der Gentechnik-Kartoffel wehren und wir fordern Landwirtschaftsminister Backhaus auf, sich für einen Anbaustopp einzusetzen. Zudem werden wir namhafte Kartoffelverarbeiter im Land anfragen, wie sie zukünftig eine gentechnikfreie Produktion gewährleisten werden“, so Claudia Schulz, Landwirtschaftsexpertin von Bündnis 90/Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Gen-Kartoffel ist ein Risiko für die Menschen und die Landwirtschaft. Gerade in Mecklenburg-Vorpommern wird sich die Frage stellen, ob wir zum Gesundheitsland mit hoher Lebensqualität oder zum Anbauland von Gentechnik werden. Bereits der Versuchsanbau in den letzten Jahren hat gezeigt, dass die Masse der Menschen Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnt. Ein zuverlässiger Anbau wurde nicht realisiert, sondern es wurden falsche Flächen bebaut und die Kartoffeln nach der Ernte entgegen den Vorgaben auf dem offenen Acker liegen gelassen. Gleichzeitig ist die Gen-Kartoffel völlig überflüssig, weil auch konventionelle Sorten über die gleichen Eigenschaften verfügen, zum Beispiel über einen hohen Stärkeanteil, erläutert Claudia Schulz von den Grünen.

Während vor kurzem der Anbau des gentechnisch veränderten Mais in Deutschland und anderen EU-Ländern wegen gesundheitlicher Bedenken gestoppt wurde, lässt die EU-Kommission plötzlich die Genkartoffel Amflora zu. Diese ist nach 12 Jahren die zweite gentechnisch veränderte Pflanze neben dem Gen-Mais, die in der EU zugelassen wird.

Profitieren wird davon lediglich der Chemie-Konzern BASF als Besitzer der Genkartoffel, der die Zulassung bei der EU durchgedrückt hat. Für Verbraucher und Landwirtschaft ergeben sich nur Nachteile. Bioprodukte sind gentechnikfrei. In Zukunft wird es aber umfangreiche Analysen geben müssen, um diese Gentechnikfreiheit nachzuweisen. Auch die Hersteller von Qualitätsprodukten aus Kartoffeln werden entsprechende Nachweisverfahren einführen müssen. Selbst die europäische Fachbehörde EFSA räumt ein, dass mit gentechnischen Verunreinigungen durch den Anbau und die Verarbeitung zu rechnen ist. Die Folgen und die Kosten trägt der Verbraucher, kritisieren die Grünen.


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