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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Goldene EM-Momente für Neubrandenburger Kanuten

Olympiasieger Martin Hollstein mit EM-Gold 2010

Martin HollsteinDie Europameisterschaften im Kanu-Rennsport in Trasona/Spanien gingen mit einem Medaillenregen für die deutschen Athletinnen und Athleten zu Ende. Während die DFB-Elf in Südafrika noch ihre vier Tore gegen Argentinien im Viertelfinale feierte, konnten die deutsche Kanu-Flotte fünfmal Gold, dreimal Silber und fünfmal Bronze erpaddeln. Auch die beiden Neubrandenburger Martin Hollstein, Olympiasieger 2008, und Erik Rebstock kamen zu Medaillen-Ehren. Martin erkämpfte dabei mit Kanu-Partner Andreas Ihle Gold im K 2 über 1000 Meter. Erik Rebstock sicherte sich Bronze mit seinen Kollegen im C 4 über 1000 Meter. Thomas Lück (auch SCN) belegte einen sehr guten sechsten Rang. Wieder einmal zeigten die Neubrandenburger Kanuten ihre Kanu-Klasse und bewiesen, dass Neubrandenburg eine deutsche Hochburg des Kanu-Rennsportes ist.

Nachgefragt beim SCN-Geschäftsführer Rainer Wendelstorf

„Die Neubrandenburger Kanuten haben gezeigt, dass man mit ihnen rechnen kann …“

Frage: Fußball-WM, Jugendsportspiele, Leichtathletik-Meetings, Drachenboot-Veranstaltungen, Volksläufe, Beginn der 73.Warnemünder Woche im Segeln – alles am ersten Juli-Wochenende… Da gingen die Kanu-EM medial betrachtet fast unter, obwohl die deutschen Kanuten „oben auf“ waren. Wie bewerten Sie die Resultate der Neubrandenburger Troika Martin Hollstein, Erik Rebstock und Thomas Lück?

Rainer WendelstorfRainer Wendelstorf: Alle drei Kanuten haben im Vorfeld bei den Qualifikationen gezeigt, dass man mit ihnen bei den Wettkampf-Höhepunkten rechnen kann, und sie haben nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Martin hat mit seinem Zweierpartner in die Erfolgsspur zurückgefunden, Erik hat erneut den Nachweis erbracht, dass er ein Team-Player ist und entscheidend zur Bronzemedaille im C4 beigetragen. Thomas hatte sich hingegen etwas mehr ausgerechnet, doch sei Zweierpartner Eric Leue aus Magdeburg hatte sich die Woche vor der EM verletzt und konnte nicht optimal trainieren. Das hat sich dann im Rennen bemerkbar gemacht. Sonst wäre garantiert eine Medaille herausgesprungen.

Frage: Im letzten Jahr hatte das olympische Gold-Duo Hollstein/Ihle gesundheitliche Probleme, konnte sich nicht für die Nationalmannschaft qualifizieren. Nun wurde ein goldenes Comeback bei den EM gefeiert. Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Athleten Martin Hollstein aus?

Rainer Wendelstorf und Thomas LückRainer Wendelstorf: Es waren nicht nur gesundheitliche Probleme. Martin musste erst einmal lernen, mit dem Erfolg umzugehen. Jeder wollte ihn irgendwo live haben, und das hat Zeit gekostet. Dann kam die Ausbildung bei der Bundespolizei dazu. Andreas Ihle hat etwas kürzer getreten und das alles führte dazu, dass das Boot 2009 nicht bzw. kaum in Erscheinung treten konnte. Trainer Jürgen Lickfett hat Martin auf das Jahr 2010 optimal vorbereitet, und er selbst hat sich voll auf die Wettkampf-Höhepunkte konzentriert.

Frage: Vom 19. bis 22.August finden die WM im Kanurennsport in Poznan statt. Was erhoffen Sie sich als Neubrandenburger Sportfan und SCN-Geschäftsführer, das eine kann man sicher vom anderen nicht trennen, von den Neubrandenburger Kanu-Assen in Poznan?

Rainer Wendelstorf: Die Neubrandenburger Spitzenkanuten haben alle das Zeug, Medaillen bei der Weltmeisterschaft zu erringen. Doch sie sind auch „nur“ Menschen und es kann immer etwas nicht so laufen, wie man es sich wünscht. Ich wünsche ihnen allen viel Glück, auch denen die uns bei der EM U23 und Junioren vertreten.

Frage: Und … Die Prognose zur Fußball-WM?!

Martin HollsteinRainer Wendelstorf: Die Nationalmannschaft hat bisher gezeigt, dass sie wirklich eine Mannschaft ohne individuelle Stars ist. Das ist gut so und wenn sie gegen Spanien gewinnen werden sie sicherlich auch Weltmeister. Wenn nicht, geht das Leben der Fußballmillionäre auch weiter. Vielleicht sei auch hier ein „Vergleich“ zwischen Kanu und Fußball gestattet: Die Fußballer bekommen bei einer WM so viel Geld, wie der erfolgreichste Kanute der Welt in seiner ganzen Karriere nicht verdienen kann …

Dann weiterhin maximale Erfolge mit den Athletinnen und Athleten des SCN und die eine oder andere „Millionen“ eines Sponsoren!

Marko Michels

Fotos: Der SCN – eine Kanu-Hochburg (M. Michels)


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