„Trotz der häufigen und ergiebigen Niederschläge über 75 Prozent des Winterweizens und 80 Prozent des Roggens vom Halm sind“, informiert der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus zum aktuellen Stand der Ernte. In den letzten 14 Tagen konnten knapp 160.000 Hektar Winterweizen und 33.000 Hektar Roggen geerntet werden. Die geschätzten Erträge liegen bei 64,4 Dezitonnen pro Hektar Winterweizen unter dem Durchschnittsertrag der letzten sechs Jahre und ca. 13 Prozent unter dem Vorjahresertrag. Bei Roggen liegen die Ertragsschätzungen mit 38,7 Dezitonnen pro Hektar ca. 15 Prozent unter dem Vorjahresertrag. Hinzu kommt, dass bei den meisten Getreidearten nur von einer mittleren Qualität ausgegangen werden kann. Der Minister weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um landesweite Durchschnittswerte handelt. Eine einzelbetriebliche Betrachtung zeigt, dass einzelne Regionen im Land erheblich stärker von Ertragsausfällen betroffen sind und zusätzlich beträchtliche Kosten zur Trocknung des Getreides aufbringen müssen.

Die Preise sind im Vergleich zur vergangenen Woche noch einmal deutlich gestiegen. Bei Brotgetreide stieg der Preis im Schnitt um mehr als 10 Euro pro Tonne, bei Brotroggen auf 185,99 Euro, bei Brotweizen sogar auf 188,65 Euro. Auch bei der Futtergerste stieg der Preis um acht Euro pro Tonne auf 174,59 Euro. „Ob die Ertrags- und Qualitätseinbußen in diesem Jahr durch die zum Vorjahr erheblich gestiegenen Preise insbesondere auf den leichten Standorten ausgeglichen werden können, bleibt abzuwarten“, so Dr. Backhaus.

Die Wintergerste- und Rapsernte ist abgeschlossen. Hier liegen die Erträge trotz der widrigen Witterungsbedingungen nur sieben bis zehn Prozent unter den Erträgen des Vorjahres.

Der Minister informiert weiter, dass im ganzen Land mit den Vorbereitungen zur Wiederbestellung begonnen wurde. „Hier kommt es insbesondere auf den besseren Böden zu Verzögerungen durch eine beeinträchtigte Befahrbarkeit der Felder wegen starker Niederschläge.“

Im Hinblick auf die Rapsaussaat weist Minister Dr. Backhaus nochmals darauf hin, dass enge Rapsfruchtfolgen und der extreme Witterungsverlauf vom Herbst 2006 bis zur Ernte 2007 zu verstärkten Problemen durch den Befall mit pilzlichen Schaderregern in der Abreifephase geführt haben. „Es ist deshalb ein hohes Ausgangspotential an Krankheitserregern auf den Ernterückständen vorhanden“, sagte er. Dies erfordere nicht nur die Schlagauswahl sondern auch die Bodenbearbeitung besonders sorgfältig durchzuführen.