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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Gegenwärtig 81 Menschen in M-V mit dem neuen Influenza-Virus H1N1 infiziert

Gesundheitsministerin Schwesig: „Wir behalten die Schweinegrippe im Blick“

MSMKnapp 100 Tage ist es her, dass in Deutschland erstmals die Diagnose „Schweinegrippe“ gestellt wurde. Vor gut 50 Tagen hat sich erstmals ein Bürger aus Mecklenburg-Vorpommern infiziert. Mit Stand von heute haben sich hierzulande 81 Bürgerinnen und Bürger mit dem neuen Influenza-Virus H1N1 infiziert.

„Bislang sind in unserem Bundesland allerdings keine größeren Probleme aufgetreten“, sagte Manuela Schwesig, Ministerin für Soziales und Gesundheit, am Montag. „Die Erkrankungen verlaufen in der Regel mild.“ Sie lobte Bürgerinnen und Bürger dafür, „klug und besonnen“ mit dem H1N1-Virus umzugehen.

„Jeder Fachmann weiß, dass zwei simple Vorbeugungsmaßnahmen die Ausbreitung der Schweinegrippe verhindern“, sagte Ministerin Schwesig. „Jeder sollte sich noch häufiger als sonst die Hände waschen, Infizierte sollten zum Arzt gehen – und dann den Kontakt zu Mitmenschen auf das Allernötigste beschränken.“

Zusammen mit Johannes Hallauer, Abteilungsleiter im Ministerium für Soziales und Gesundheit, zog Ministerin Manuela Schwesig am Montagmorgen in einem Pressegespräch in Schwerin eine Zwischenbilanz der Bemühungen, die Schweinegrippe einzudämmen. Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit das Bundesland mit den – in absoluten Zahlen – wenigsten H1N1-Infizierten.

„Dennoch bedeutet die epidemiologische Lage für das „Landesamt für Gesundheit und Soziales“ in Rostock und die landesweit 17 Gesundheitsämter eine große Herausforderung“, sagte Abteilungsleiter Johannes Hallauer. (Anm.: Das Rostocker „Landesamt für Gesundheit und Soziales“, LAGuS, ist dem Sozialministerium nachgeordnet.) „Die Beschäftigten arbeiten seit Wochen unter hoher Belastung.“

Einige Angaben zum Stand der Dinge, was die Schweinegrippe in Mecklenburg-Vorpommern betrifft (Stand: Montagmorgen):

STATISTIK

– Die meisten Infektionen verzeichnet Neubrandenburg (11), keine Infektionen wurden bislang aus dem Uecker-Randow-Kreis sowie den Hansestädten Stralsund und Wismar gemeldet

– 64 Prozent stammen aus der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, es

infizieren sich etwa gleich viele Frauen wie Männer

– Die meisten Infektionen ereigneten sich auf dem spanischen Festland (37) und Mallorca (22)

–  „Die bisher gemeldeten Fälle sind mild verlaufen“, sagte Johannes Hallauer aus dem Ministerium für Gesundheit und Soziales. „Es gab keine Komplikationen oder gar Todesfälle.“ 8 der 81 Patienten mussten zur Behandlung ins Krankenhaus

MEDIKAMENTE

– Der Landes-Vorrat reicht für 11,4 Prozent der Bevölkerung (=190 000 Therapie-Einheiten). Wichtig: Hierbei handelt es sich um Medikamente, die erst dann verteilt würden, wenn die Apotheken und sonstigen Abgabestellen komplett ausverkauft wären.

– Die Landesregierung hat am 12. Mai beschlossen, den Medikamenten-Vorrat so weit aufzustocken, dass er für 20 Prozent der Bürgerinnen  und Bürger reicht (=336 000 Therapie-Einheiten). Derzeit verhandelt  Schleswig-Holstein – stellvertretend für alle Nordländer – mit den Herstellern der Medikamente über die Modalitäten der Aufstockung.

IMPFSTOFF

– Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 7. Juli eine Empfehlung  zum Thema Impfungen veröffentlicht. Sie bildet die Grundlage für das Handeln des Gesundheitsministeriums in Schwerin.

– Das thüringische Gesundheitsministerium, das derzeit den Vorsitz der Konferenz der deutschen Fachministerien führt, hat am Freitag der vorvergangenen Woche 50 Millionen Impfdosen bestellt, die für etwa ein Drittel aller Deutschen reichen.

– Mecklenburg-Vorpommern bekommt eine Million Dosen zugeteilt. „Das reicht, um 500 000 Menschen zweimal zu impfen“, sagte Johannes Hallauer aus dem Ministerium für Soziales und Gesundheit.

– Der Hersteller hat angekündigt, mit der Auslieferung der Impfstoffe spätestens Anfang Oktober zu beginnen

– Der Entwurf einer Verordnung, die das Bundeskabinett am 12. August  beschließen will, sieht vor, dass die Impfung für die folgenden Personengruppen von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird: Chronisch Kranke (Beispiel: Asthmatiker), Schwangere, Beschäftigte in Gesundheits-Einrichtungen (Beispiele: Krankenhäuser, Apotheken), Polizei und Feuerwehr

– Darüber hinaus soll in jedem Bundesland ein Fonds angelegt werden, an dem sich neben den gesetzlichen auch die privaten Krankenkassen sowie Beihilfe-Träger beteiligen können

– Der Influenza-Pandemieplan des Landes Mecklenburg-Vorpommern sieht vor, dass die Gesundheitsämter die Impfungen übernehmen, sie sollen aber von niedergelassenen Ärzten unterstützt werden


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