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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus

Sylvia Bretschneider: Unsere demokratische Gesellschaft verträgt keine Gleichgültigkeit!

Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider hat heute in Schwerin anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus die Menschen im Land dazu aufgerufen, rechtsextremistischer Stimmungsmache die Stirn zu bieten. „Unsere demokratische Gesellschaft verträgt keine Gleichgültigkeit“, betonte Sylvia Bretschneider bei der Gedenkstunde des Landtages Mecklenburg-Vorpommern im Festsaal des Schweriner Schlosses. Als Gastredner sprach Dr. Alexej Heistver, Präsident der Bundesassoziation „Phönix aus der Asche – Die Überlebenden der Hölle des Holocaust e.V.“. Während der Gedenkstunde wurde der Opfer des Nationalsozialismus mit einer Schweigeminute gedacht.

Sylvia Bretschneider: „Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus dient dazu, die Erinnerung für alle Zeit in unserem kollektiven Gedächtnis zu verankern. Jede Gegenwart muss sich neu mit ihrer Vergangenheit in Beziehung setzen. Das stellt große Anforderungen an unsere Wahrhaftigkeit. Indem wir uns klar und offen unserer Vergangenheit stellen, vergegenwärtigen wir uns, wie schnell und auch skrupellos die Gräueltaten des 20. Jahrhunderts heutzutage verklärt, geleugnet oder verharmlost werden – wie leicht dreist die Ideologie der Täter von einst wieder neue Anhänger findet und sie schleichend in unserer Gesellschaft salonfähig zu werden droht.“

Die Landtagspräsidentin erinnerte in ihrer Rede auch an Abgeordnete der einstigen Landtage von Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz, die während der Zeit des Nationalsozialismus inhaftiert, eingeschüchtert und misshandelt wurden oder gar – wie Johannes Stelling, Ministerpräsident in Mecklenburg-Schwerin – ihr Leben verloren.

Bretschneider hob die klare Positionierung des Landtages gegen Rechtsextremismus im Zusammenhang mit em Einzug der NPD im Herbst 2006 hervor. Es könne aber nicht die Aufgabe eines Landesparlamentes allein sein, dem Rechtsextremismus die Stirn zu bieten, sagte die 50-Jährige. Weiterhin verurteilte sie das Auftreten und die Handlungen der Extremisten: „Sie machen kein Hehl aus ihrer menschenverachtenden Gesinnung und bekennen sich in zunehmendem Maße offen und ohne Scheu zum Nationalsozialismus“ und plädierte an die Verantwortung von Eltern, Schulen und Einrichtungen politischer Bildung.

Bei der vom Landtag Mecklenburg-Vorpommern ausgerichteten Gedenkfeier musizierten unter der Leitung von Volker Ahmels, Leiter des Zentrums für verfemte Musik an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, Preisträger des internationalen Wettbewerbs „Verfemte Musik Schwerin 2010“.


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