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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Gauner tarnen sich als Verbraucherschützer

„Das Gemeine bei solchen Anrufen ist, dass die Anrufer seriös auftreten und geschickt argumentieren“

Bei den Verbraucherzentralen häufen sich Beschwerden über Anrufe von falschen Verbraucherschützern. Die Anrufer geben sich fälschlich als Mitarbeiter einer Verbraucherzentrale oder einer ihrer Beratungsstellen aus. Aber anstatt Verbraucher zu schützen, versuchen die Schwindler, sie mit fadenscheinigen Geschichten auszunehmen. Meist soll ein Zeitschriftenabonnement oder ein Zusatzgerät für das Telefon bestellt werden. Teilweise verlangen die Anrufer grundlos die Überweisung von hohen Geldbeträgen.

Grundsätzlich gilt: Die Verbraucherzentralen rufen niemals unaufgefordert bei Verbrauchern an. Selbst wenn die am Telefon angezeigte Rufnummer auf die Verbraucherzentrale hinweist, so ist größte Vorsicht geboten. Die Rufnummernanzeige kann manipuliert werden und die angegebenen Rückrufnummern funktionieren meist gar nicht. „Das Gemeine bei solchen Anrufen ist, dass die Anrufer seriös auftreten und geschickt argumentieren“, weiß Sylke Sielaff bei der Verbraucherzentrale in Schwerin. „Wir raten sofort aufzulegen, wenn einem etwas merkwürdig vorkommt“, so die Verbraucherschützerin weiter.

Mit folgenden Märchengeschichten werden Verbraucher unter anderem in die Irre geführt:

– „Man würde sehen, dass von dem Konto der Angerufenen in Kürze ein Betrag von über 1.000 Euro eingezogen würde. Nur mit einer Zahlung von rund 100 Euro könne man das gerade noch stoppen.“

– „Man wolle dabei helfen, alle Daten des Angerufenen zu löschen – wo auch immer sich diese befinden. Dazu sei nur ein Datenabgleich, auch mit den Kontodaten, erforderlich.“ Natürlich wollen die Anrufer diese Daten vor allem dazu benutzen, Abbuchungen vom Konto vorzunehmen.

– Ein angeblich von der Verbraucherzentrale beauftragter „Kundenschutzservice“ ruft an. „Man habe erfolgreich eine Forderung aus Gewinnspieleintragungsdiensten von 12.000 Euro auf rund 200 Euro herunterhandeln können.“ Wird nicht sofort gezahlt, sei mit dramatischen Folgen zu rechnen.

– Der Anrufer stellt einen angeblichen Geldpreis von 600 Euro in Aussicht. Voraussetzung für den Empfang sei aber der Abschluss eines Abonnementsvertrages für eine Fernsehzeitschrift.

– Anruf angeblich von der Verbraucherzentrale Berlin: Für rund 120 Euro erhalten Verbraucher per Nachnahme einen elektronischen Anrufblocker zum Anschluss an die Telefonleitung. Wer das Paket annimmt, dem werden alle vermeintlich noch bestehenden Forderungen aus Gewinnspieleintragungsdiensten erlassen.

– Eine angebliche „Datendienstabteilung“ der „Verbraucherschutzzentrale“ Frankfurt hat alle illegal im Umlauf befindlichen Daten des Angerufenen löschen können. Um aber auch im Ausland erfolgreich tätig zu sein, muss eine wöchentlich erscheinende Frauenzeitschrift abonniert werden. Darüber würde der Datendienst finanziert.

– Die unseriösen Anrufer verlangen immer häufiger die Zahlung per Überweisung oder Nachnahme statt eines Kontoeinzugs. Damit entgehen sie der Gefahr, dass Verbraucher das Geld nachträglich zurückholen. Anders als im Lastschriftverfahren ist eine Rückholung bei Überweisung oder Nachnahme nicht mehr möglich.

Die Verbraucherzentrale in Mecklenburg und Vorpommern e. V. distanziert sich nachdrücklich von diesen Anrufen. Sie ruft nicht unaufgefordert bei Verbrauchern an und vertreibt am Telefon keine Waren oder Dienstleistungen. Sie rät Betroffenen, die Verbraucherzentrale über solche Anrufe zu informieren, insbesondere wenn sie im Anschluss an solche Anrufe Post erhalten. Weitere Informationen und Beratungen geben die MitarbeiterInnen der örtlichen Beratungsstellen.


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