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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Fritz Kalf erster Johannes-Stelling-Preisträger 2006

SPD-Landtagsfraktion vergibt Auszeichnung jährlich für engagiertes Verhalten und bürgerschaftliches Engagement
Die SPD-Landtagsfraktion hat heute erstmals den Johannes-Stelling-Preis vergeben. Im Beisein von Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff ging die Auszeichnung an Fritz Kalf aus Voßkuhl im Landkreis Nordwestmecklenburg. Der Sozialdemokrat, Jahrgang 1930, ist seit 1990 ehrenamtlicher Bürgermeister in Gägelow und Mitglied des Kreistages Nordwestmecklenburg. In seiner Laudatio betonte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Volker Schlotmann, dass die Fraktion mit dem neuen Preis bürgerschaftliches Engagement und Zivilcourage von Institutionen sowie Bürgerinnen und Bürgern des Landes würdigen möchte:

„In den zurückliegenden Monaten ist wieder einmal viel über Rechtsextremismus gesprochen und geschrieben worden. Die Behandlungen dieses Themas durch Politik, Medien und die Gesellschaft braucht nach meiner festen Überzeugung mehr Stetigkeit. Politik setzt wichtige Rahmenbedingungen für eine solche Auseinandersetzung. Es braucht aber Menschen, die sich trauen, Menschen, die sich gegen unerträgliche Entwicklungen stemmen. Fritz Kalf ist so ein Mensch, und deshalb ehren wir ihn heute.“

Volker Schlotmann verwies in seiner Rede darauf, dass Fritz Kalf vielen in der Fraktion bekannt ist durch sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken in der Kommunalpolitik und sein bürgerschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus. Unvergessen sei sein unerschrockener und hartnäckiger Einsatz gegen Nazi-Terror im kleinen Dorf Jamel in Mecklenburg, worüber auch die bundesweite Presse berichtete.

„Mit dem Preis-Namen Johannes Stelling wollen wir an den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten des Freistaates Mecklenburg-Schwerin (1921-1924) erinnern. Der eine oder andere Schweriner weiß, dass es eine Johannes-Stelling-Straße in Schwerin gibt. Aber wer verbirgt sich hinter diesem Namen? Die heutige Preisverleihung an Fritz Kalf wird hoffentlich dazu beitragen, sich auch mit dem Wirken von Johannes Stelling intensiver auseinanderzusetzen“, sagte Schlotmann.

Der Johannes-Stelling-Preis ist mit 1.000 Euro dotiert. Die SPD-Landtagsfraktion hat den Fraktionsvorstand als Jury beauftragt, für die erstmalige Vergabe einen würdigen Preisträger zu suchen. Dazu konnten alle Mitglieder der Fraktion Vorschläge einreichen. Die Entscheidung in der Jury ist dann einstimmig ausgefallen.

Johannes Stelling wurde am 12. Mai 1877 in Hamburg geboren. Er war gelernter Handlungsgehilfe. 1901 zog er nach Lübeck um, wo er im selben Jahr in die SPD eintrat. 1919 wurde Johannes Stelling in die Nationalversammlung gewählt und ab 1920 bis 1933 gehörte er dem Reichstag ununterbrochen als SPD-Fraktions-Mitglied an. Des Weiteren war er 1919 Innenminister und von 1921 bis 1924 Ministerpräsident des Freistaates Mecklenburg-Schwerin. Stelling wurde in der Nacht vom 21. zum 22. Juni 1933 nach Misshandlungen und Folterungen von der SA in der so genannten „Köpenicker Blutwoche“ im Juni 1933ermordet.


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