Förderkreismitglieder und Freunde der Hochschule Wismar feierten gemeinsam erfolgreiche Unterstützung und vier Preisträger

Festveranstaltung 25 Jahre Förderkreis der Hochschule Wismar e. V.
mit Innovationspreisverleihung 2017 Foto: Hochschule Wismar

Bevor bei Häppchen und einem Gläschen Saft oder Wein Geschichten aus dem 25-jährigen Vereinsleben zum Besten gegeben und optimistisch in die Zukunft geblickt wurde, hatten die Gäste der Festveranstaltung „25 Jahre Förderkreis der Hochschule Wismar e. V.“ am Dienstag, dem 14. November 2017, im Rahmen des Festprogramms auch an der 20. Verleihung des Innovationspreises teilgenommen. Als Innovationspreisträger 2017 wurden die Wismarer Absolventen Juliane Pauline Behnert, Hannes Lange, Patrick Gürtler und Patrick Stieber ausgezeichnet.

Verschiedene Blickwinkel auf bewegte Geschichte mit vielen Höhepunkten

Sie ist seit drei Jahren die Vorsitzende des Förderkreises der Hochschule Wismar e. V.: Dr. rer. nat. Meike Quaas. Als Vorsitzende baut sie derzeit auf die Unterstützung der derzeit rund 100 Mitglieder und verwaltet ein Jahresbudget von über 20.000 Euro. In ihrer Begrüßungsrede stellte sie nicht nur die derzeitigen Vorstandsmitglieder und Zukunftsplanungen vor, sondern blickte auch auf Vereinsgeschichte zurück und dankte allen, die sich für den Verein engagiert haben, aufs Herzlichste. Eine knifflige Aufgabe gab sie allen Anwesenden mit Blick auf eine Unterschriftenliste der Gründungsmitglieder mit auf den Weg: „Es würde mich sehr freuen zu erfahren, wer sich hinter den noch nicht identifizierten Unterschriften verbirgt.“

Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar und seit zwei Monaten Hochschulratsvorsitzender, betonte die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule. 1992 hatten Mitglieder der Hochschule, die Bürgermeisterin der Hansestadt Wismar sowie interessierte Bürger und Unternehmensvertreter den Förderkreis gegründet. Für Thomas Beyer ist es selbstverständlich, die jahrelange engagierte Zusammenarbeit seiner Vorgängerin Dr. Rosemarie Wilcken – die sich ebenfalls unter den Gästen befand – im Rahmen des Förderkreises fortzusetzen.

Prof. Dr. Rolf Eggert, Gründungsmitglied des Förderkreises, spannte in seinem Festvortrag einen sehr weiten Bogen in die wirtschaftliche Geschichte der Hansestadt Wismar, der Geburtsstätte der 1908 gegründeten Ingenieur-Akademie Wismar – Vorgängereinrichtung der Hochschule Wismar. Für die acht in der Satzung des Vereins festgeschriebenen Aufgaben und Ziele konnte er mit konkreten Beispielen die erfolgreiche Umsetzung veranschaulichen. Dazu gehören zum Beispiel die über die Landesgrenzen hinaus wirkende Veranstaltung „Internationale Sommerakademie“, das beliebte sportliche Großereignis „Campuslauf – Lauf die 3“ oder die Einladung namhafter Redner.

Auch auf „schwieriges Fahrwasser, das es zu durchkreuzen galt“, ging Professor Eggert ein und dankte den Personen, die das Förderkreis-Schiff wieder in ruhiges Fahrwasser brachten: Prof. Dr. Norbert Grünwald, Gerhard Rabe, Silvia Quast und Peter Koßfeld. Einen besonderen Platz im Vereinsleben nahm über viele Jahre bis zur krankheitsbedingten Niederlegung seines Ehrenamtes als Leiter im Jahre 2010 Prof. Dr.-Ing. habil Winfried Schauer für den Verein ein. Professor Eggert bezeichnete ihn als Seele des Vereins, was mit viel Beifall bedacht wurde. Seine Festrede schloss er, der sich selbst viele Jahre für den Verein und die Hochschule eingesetzt hat, mit dem „Blick nach hinten in die Zukunft“ ab: „Der Förderverein braucht auch in Zukunft handelnde Personen, die sich aktiv für die Belange einer Gemeinschaft einsetzen und nicht zum Selbstzweck agieren“. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen.

Vier Innovationspreisträger ausgezeichnet

Der Rektor der Hochschule Wismar, Prof. Dr. jur. Bodo Wiegand-Hoffmeister, hatte in einer Laudatio die hervorragenden Leistungen der ausgezeichneten Absolventen gewürdigt. In seiner Rede zeigte er sich erfreut, dass die Hochschule Wismar eine Vielzahl hervorragender Abschlussarbeiten vorzuweisen vermag, die auch eine konkrete Leistung für die Region bedeuten. Im Anschluss an die Laudatio präsentierte die Preisträgerin des Innovationspreises der Stufe 1, Juliane Pauline Behnert, dem interessierten Publikum ihre Arbeit in kurzer und auch dem Nichtfachmann verständlicher Form.

Innovationspreis Stufe 1

Den Innovationspreis der ersten Stufe, dotiert mit 1250 Euro, erhielt Juliane Pauline Behnert (25), Absolventin des Masterstudienganges Architektur an der Fakultät Gestaltung. In ihrer Abschlussarbeit zum Thema „AquAtecture – Generationen-übergreifendes Wohnen auf dem Wasser“ wurde vor allem die autarke Energieerzeugung, die Nutzung neuer Technik hinsichtlich des Bauens auf dem Wasser, die Untersuchung der Barrierefreiheit und die Vereinbarkeit mit dem Wohnkonzept des Mehrgenerationen-Wohnens untersucht. Juliane Behnert wurde an der Hochschule Wismar von Prof. Dr.-Ing. Marcus Hackel und Prof. Dr.-Ing. Mathias Kathmann betreut. Der Laudator Prof. Dr. Wiegand-Hoffmeister lud die Gäste ein mit einem Praxistest zu beweisen, dass das entwickelte Konzept von der Gesellschaft angenommen wird.

Innovationspreis Stufe 2

Der Innovationspreis der Stufe 2 und damit 750 Euro wurde Hannes Lange überreicht. Mit seiner Bachelorarbeit mit dem Titel „Gesellschaftsrechtliche Aspekte einer heterogenen Teamgründung“ hatte sich der 28-Jährige um den Innovationspreis beworben. Als Betreuer fungierten an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Prof. Dr. jur. Wolfhart Nitsch und am Robert Schmidt-Institut der Hochschule Wismar Dr. rer. nat. Hartmut Domröse. Zur Preisverleihung hat er den Rollstuhl mitgebracht, für dessen Entwürfe sein Bruder Felix Lange, Absolvent des Diplomstudienganges Design, den Designförderpreis Mecklenburg-Vorpommern 2013 erhalten hatte.

Derzeit wird das in der Thesis beschriebene Projekt durch ein EXIST Gründerstipendium unterstützt, um die Umsetzung Rollstuhlkonzept PARAFREE und die Unternehmensgründung zu realisieren. Denn es gibt einen Aufwärtstrend für Nischenprodukte – handgemacht, maßgeschneidert auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten. Ein Gründerteam mit interdisziplinären Kompetenzen aus der Region soll nun die Entwicklung, die Manufaktur und den Vertrieb von marktreifen behindertenspezifischen maßgeschneiderten Produkten unterstützen – visualisiert durch Web- und Applikationsanwendungen.

Innovationspreis Stufe 3

Der Innovationspreis dritter Stufe, dotiert mit je 500 Euro, wurde aufgrund der Gleichwertigkeit der Projekte sowohl an den Absolventen des Bachelorstudienganges Innenarchitektur, Patrick Gürtler (29), als auch an den Absolventen des Bachelorstudienganges Maschinenbau, Patrick Stieber (24), übergeben.

Patrick Gürtler überzeugte den Förderkreisvorstand mit seiner Bachelorarbeit zum Thema „Vom Fischkutter zum Traditionsschiff“. Als besonders kreativ wurden der originale Aufbau und ein dem Betreiberkonzept angepasster, zeitgemäßer Innenausbau des verbreitetsten Kuttertyps der DDR bewertet. So können beispielsweise auf dem 2012 stillgelegten, letzten aktiv fischenden 17-Meter-Kutter statt der markanten Schleppnetze Unterwasserkameras ausgeworfen werden, um etwas über Fangmethoden und den Alltag an Bord zu erfahren. Die Ideen zur praktischen maritime Pflege der Fischereikultur mit dem Brückenschlag zwischen Pflege und Tradition wurden vom Förderverein „Marlen“ e. V. aufgegriffen und dessen Umsetzung in Aussicht gestellt. An der Hochschule Wismar wurde Patrick Gürtler von Prof. Michael Rudnik betreut.

Patrick Stieber entwickelte im Rahmen seiner von Prof. Dr.-Ing. Harald Hansmann betreuten Bachelorarbeit eine Prüfmethodik zur Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von Fused Deposition Modeling gedruckten Bauteilen. Im Ergebnis dieser Arbeit können Unternehmen das Gebiet der additiven Fertigungsverfahren im Hinblick auf ihre jeweilige Anwendung besser bewerten und neue Anwendungsfelder erschließen. Die Umsetzung in der Praxis erfolgte durch einen Typ-2-Ladestecker und eine Kabelführung, die für eine Elektroladestation der awekProtech GmbH aus Rehna gedruckt wurde. Gleichzeitig wurden die experimentell erhobenen Daten an der Hochschule Wismar, im Master-Studiengang „Energie- und ressourceneffiziente Technologien und Verfahren“ als Grundlage für das studienbegleitende Assessment genutzt. Außerdem wurde die Arbeit von Patrick Stieber die Grundlage für den Aufbau einer Filament Datenbank, die im Institut für Polymertechnologien e. V. – einem An-Institut der Hochschule Wismar – entsteht.

Für den feierlich musikalischen Rahmen sorgte Karina Chalenko am Saxophon von der Hochschule für Musik und Theater Rostock.

Pressemitteilung / Hochschule Wismar