Europapremiere! Tschaikowskis Vierte trifft auf Akkorde aus Fernost

Hangzhou Philharmonic Orchestra präsentiert alte europäische Meister und bedeutende junge asiatische Komponisten

Europäische Klassik und zeitgenössische asiatische Musik können für sich allein genommen ihre Zuhörer schon zutiefst bewegen und faszinieren. Was allerdings passiert, wenn diese beiden  Musikstile aufeinander treffen, das können die Zuhörer am Samstag, den 23. Juli um 17.00 Uhr in der Festspielscheune in Ulrichshusen erleben. Das Hangzhou Philharmonic Orchestra, eines vielseitigsten Musikensembles des jungen Chinas, wird bei diesem interessanten musikalischen Experiment tatkräftig von Li-Wei Qin, dem diesjährigen Preisträger in Residence der Festspiele Mecklenburg–Vorpommern, unterstützt. Von den Werken der großen europäischen Altmeister werden unter anderem Stücke wie Wagners Ouvertüre zur dramatischen Oper „Rienzi“ oder Tschaikowskis vierte Sinfonie zu hören sein. Mit Stücken von Qigang Chen, dem musikalischen Direktor der olympischen Sommerspiele 2008 in Peking,  haben die Akteure Werke von einem Musikschöpfer im Repertoire, der laut seinem Lehrer Messiaen, eine „vollkommene Verschmelzung chinesischen Denkens mit europäischen Konzepten der Musik geschaffen hat.“ Außerdem findet in der Kirche in Rambow um 16.00 Uhr für die Zuhörer eine Konzerteinführung statt.

Ihre erste Tour durch China war sehr erfolgreich. Nun feiern sie ihr Europadebüt! Genau wie die Berliner Philharmoniker verfolgt das Hangzhou Philharmonic Orchester die Methode „Performance + Kammermusik + Meisterklasse.“ Obwohl es erst seit Dezember 2007 besteht, kommen alle der 80 Musiker von renommierten Musikinstitutionen in und um China, etwa ein Drittel hat einen Master- oder Doktorabschluss.

Li-Wei Qin – Solistenpreisträger 2001 der Festspiele MV – und seitdem regelmäßig zu Gast bei den Festspielen MV wird als Preisträger in Residence in dieser Saison in 19 Konzerten mit Orchester, mit Kammermusik und im Rezital zu erleben sein. Er ist ein Star auf drei Kontinenten und gleich in vier Ländern beheimatet: 1976 in China geboren, aufgewachsen in Australien, ausgebildet in Großbritannien und wichtiger Teil der Preisträger-Familie der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich der Ausnahmecellist größte Anerkennung und diverse Preise erspielt, u. a. die Silbermedaille beim 11. Internationalen Tschaikowsky Wettbewerb und den 1. Preis beim Naumburg Competition New York 2001. Außerdem wurde er von 2001 bis 2003 durch das Programm BBC New Generation Artists unterstützt und erhielt 2002 den Young Australian of the Year Award. Mit den besten Orchestern aus aller Welt verbindet den Cellisten eine rege Zusammenarbeit. Auch mit dem Hangzhou Philharmonic Orchestra verbindet Li-Wei Qin eine besondere Beziehung. Er ist dort Artist in Residence und hat dank dieser engen Kontakte die Europapremiere hier in Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht.

Als Ulrich von Maltzahn im Jahre 1560 seine Wasserburg erbaute, ahnte er wohl noch nichts von der wechselvollen Geschichte, die der wehrhaften Renaissance-Anlage bevorstand. Die Chronik berichtet von vielfacher Zerstörung, unter anderem während des Dreißigjährigen Krieges und beim großen Brand 1987. Nur die festen Mauern wurden damals verschont. Die romantische Ruine, eingebettet in die unberührte Landschaft der Mecklenburgischen Schweiz, zwischen strohgelben Feldern, tiefen Wäldern und stillen Seen, war dem Verfall preisgegeben.

Karten für das Konzert, das Programm der Saison sowie alle weiteren Informationen sind im Internet unter www.festspiele-mv.de, telefonisch unter 0385 – 591 85 85 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn. Die Abendkassengebühr beträgt 2,- Euro pro Karte.