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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

„Eulen nach Athen tragen…“

Referendum in Griechenland mit eindeutigem Ergebnis


Nun ist es amtlich. Und das Ergebnis dürfte nicht wirklich überraschend sein. Beim Referendum für die Sparauflagen der Geldgeber in Griechenland stimmten rund 61 Prozent der Griechen mit „Nein“ und rund 39 Prozent mit „Ja“.

EURO

Resignation in Griechenland?!

Die Beteiligung an diesem Referendum war nicht gerade üppig, lag bei gerade einmal 60 Prozent, was ein Hinweis darauf ist, was die Griechinnen und Griechen vom Handeln der europäischen Staatengemeinschaft bzw. vom Tun der Tsipras-Regierung halten. Nicht viel. Mittlerweile macht sich Resignation breit, da sich trotz „Hilfspaketen“ und „Hilfsmaßnahmen“ für die griechische Bevölkerung kaum etwas zum Besseren entwickelte.

Der Schuldenstand nimmt fleißig zu, die Arbeitslosigkeit ebenfalls und die wirtschaftliche Entwicklung ist alles andere als hoffnungsvoll.

Hilfsgelder verbrannt?!

Die „Hilfsgelder“ wurden dabei nicht etwa für echte strukturelle Veränderungen ausgegeben, für sinnvolle industrielle Förderprogramme, für Anschub-Finanzierungen im Hinblick auf Start-up-Unternehmen oder für die Schaffung eines Katasterwesens, nein, das meiste Geld wurde für die Rettung der griechischen (und europäischen) Geldinstitute und insbesondere für die Kapitalflucht sowie das Halten des Lebensstandards ausgegeben. So dienten nur 40 Prozent der bereit gestellten Mittel seit 2010 zur Tilgung privater Schulden.

Schuld und Schuldige

Wer hat nun „Schuld“?! Das Ganze erinnert schon an einen DEFA-Film aus dem Jahr 1988: „Einer trage des anderen Last…“ In diesem Film geht es um eine Kontroverse, um unterschiedliche Welt-Anschauungen der Protagonisten… Also ähnlich, wie es zwischen der Tsipras-Regierung und der Rest-EU „läuft“! Am Ende gibt es ein „Happy End“, allerdings mit Verlusten…

So wird es wohl auch in der aktuellen Kontroverse sein. Finden beide Seiten nicht zu Kompromissen, werden Europa und auch der EURO Schaden nehmen, nicht allein im finanziell-materiellen Sinne, und für Griechenland würde sich eine nachhaltige negative politisch-gesellschaftliche Entwicklung anschließen – mit ungeahnten Folgen für ganz Europa.

Griechenland und dessen Bedeutung

Wer Griechenland zu vernachlässigen glaubt, wird bitter erwachen. Zumal: Eindrucksvoller konnte das Scheitern der so genannten europäischen Eliten nicht sein, wie der „Fall Griechenland“ beweist. Geld „ohne Sinn und Verstand“ in ein Land zu pumpen – ohne einen „Masterplan“ – das konnte nur schief gehen. Warnende Stimmen gab es genug, aber diese wurden sämtlich weggelächelt. Deutschland ist ja ohnehin seit 2005 „ein Land des Lächelns“ und hat damit Japan bzw. China im globalen „Lächel-Ranking“ abgelöst.

Aber, wehe, wehe…

Aber: Wie heißt es schon bei Wilhelm Busch… „Aber wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe…“ Denn bekanntlich gilt auch: Wer zuletzt lacht bzw. lächelt, lacht bzw. lächelt am meisten. Und aus dem „Buch der Bücher“ wissen wir: „… Die Ersten werden die Letzten sein…“ Da sind dann die Berliner gefragt – „Deutschland `freue` dir!“. So viel Zynismus darf sein.

Her mit den Eulen

Nun gilt es also – frei nach Aristophanes – „Eulen nach Athen zu tragen“. „Die Eule“, Symbol der Schutzgöttin der Stadt Athen, dazu Göttin der Strategie, der Weisheit, des Kampfes, des Handwerks und der Kunst, also von Athene, „muß her“. Oder am besten eine „neue Athene“. Unsere derzeitige Bundeskanzlerin ist es wohl nicht, auch die derzeitige Regierung in Athen kommt dafür kaum in Frage (Finanzminister Janis Varoufakis trat bereits zurück!). Wird es aus dem griechischen Drama eine Tragödie? Oder wird doch noch alles gut!

Vielleicht endet es gar als positives Märchen nach Grimm: „… Und wenn Sie nicht gestorben sind, dann retten sie noch heute…“. Her mit den Alu-Chips! Weg mit dem EURO?!

Kommentar / Marko Michels

Foto/Michels: Nur 3-4 Euros von jedem Europäer für Griechenland und die „Hellenen“ wären gerettet…


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