Vier Wahlen zur Landrätin und zum Landrat in M-V – Wer geht hin?!

Mit fliegenden Fahnen den Wahlen am 27.Mai entgegen… M.M.

Die „ewige Kanzlerin“ ist bekanntlich Angie, die I., also Angela Merkel – und das schon seit 2005. „Manu“, politisch korrekt Manuela Schwesig, regiert hingegen M-V erst seit Sommer 2017.

Vier Wahlen und keine mehr

Und einige Regiermeisterinnen und Regiermeister gibt es natürlich auch in den diversen Landkreisen von M-V. Und da jede Amtszeit, sogar in der Demokratie, einmal ein Ende hat, werden in vier Landkreisen des Bundeslandes der Ackerbauern, Viehzüchter, Fischer und „Schlafschafe“ neue Landrätinnen oder Landräte gewählt. Wahltermin ist dabei der 27.Mai.

Politische Bräsigkeit?!

Natürlich werden die Mecklenburger und Vorpommern ihrer politischen Bräsigkeit wieder Genüge tun. Seit 2011 meckern sie über die Arbeit der bisherigen Landräte, obwohl viele es seinerzeit gar nicht nötig hatten, wählen zu gehen oder gar sich selbst aufzustellen, um es besser zu machen.

Nun wird wieder gewählt und eines dürfte schon jetzt sicher sein. Die Mehrheit der Bevölkerung in den jeweiligen Landkreisen wird entweder grillen, vor der Glotze sitzen, im Garten abhängen oder die Mai-Scholle verzehren. Aber den Urnen-Gang beschreiten, wird „den MeckPommis“ bestimmt nicht in den Sinn kommen.

Vier Wahlen auf der Agenda

Folgende Landratswahlen gibt es jedenfalls Ende Mai: im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, im Landkreis Vorpommern Rügen, im Landkreis Vorpommern-Greifswald und im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Ein „richtiger Regiermeister“ will nicht mehr

In Ludwigslust-Parchim tritt ein „Ewiger“ nicht mehr an – Rolf Christiansen (SPD), der gefühlt 50 Jahre die dortigen Geschicke leitete, zum Unmut und zur Freude der Ludwigsluster und später Parchimer, tritt nicht mehr an. Erst war Christiansen von 1994 bis 2011 Landrat von Ludwigslust und nach der Kreisgebietsreform von 2011 dann zudem von Parchim, weil der neue Landkreis ja Ludwigslust-Parchim heißt. Nun dürfen sich aber andere an den Ludwigslustern und Parchimern „die politischen Zähne ausbeißen“. Zur Wahl stehen Klaus-Michael Glaser (CDU), Stefan Sternberg (SPD), Jacqueline Bernhardt (Linke) und Matthias Pasternack (AfD).

Wahlen auch in der „vorpommerschen Steppe“/Wer kommt nach Barbara Syrbe?!

In der „vorpommerschen Steppe“ (O-Ton mancher Mecklenburger)  wird allerdings auch gewählt. In Vorpommern-Greifswald wetteifern Michael Sack (CDU), Dr. Monique Wölk (SPD), Axel Gerold (AfD), Ulrike Berger (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die Einzelbewerber Kai-Uwe Ottenbreit, Dirk Scheer bzw. Andreas Sutter um die „Pole Position“. Die bisherige Amtsinhaberin Barbara Syrbe (Linke), von 2001 bis 2011 Landrätin von Ostvorpommern und seit 2011 Landrätin von Vorpommern-Greifswald, tritt nicht mehr an – mehrere Rücktrittsforderungen der unterschiedlichsten Parteien-Vertreterinnen und -Vertreter prallten in den letzten Jahren stets an ihr ab. Nun ist jedoch Schluß.

Wieder Heiko Kärger?!

Dorthin, wo die Mecklenburger ansonsten nur mit dem Rad, dem Zelt oder gar nicht unterwegs sind, wird es politisch ebenso spannend. Hier tritt „der Alte“, also der bisherige Landrat, wieder an: Heiko Kärger von der CDU, von 2009 bis 2011 Landrat des Landkreises Mecklenburg-Strelitz und seit 2011 „König“ (Landrat) der Mecklenburgischen Seenplatte, möchte es noch einmal wissen. Ein Trio will ihm den neuerlichen Erfolg aber streitig machen: Franc Heinrihar (SPD), Volker Bieschke (Linke) und Björn Eckardt (AfD). Schauen wir mal.

Störti oder doch ein Anderer?!

Und im Landkreis Vorpommern-Rügen, wo Klaus Störtebeker sein Unwesen treibt und die Preise so hoch sind, dass „die Ureinwohner von M-V“ dort nicht mehr Urlaub machen können, heißt es ebenfalls „Qual der Wahl“. Der bisherige Amtsinhaber, Ralf Drescher (CDU), 2008-2011 Landrat von Nordvorpommern und seit 2011 Landrat von Vorpommern-Rügen, wird den „politischen Staffelstab“ weiter geben. Nur an wen?! Ein Quintett möchte Ralf Drescher beerben, so Andreas Kuhn (CDU), Steffen Bartsch-Brüdgam (Linke), Dr. Stefan Kerth (SPD), Dirk Niehaus (Bündnis 90/Die Grünen) und Einzelbewerber Steffen Ulrich.

Der Countdown läuft

Noch sind es dreieinhalb Wochen bis zur Wahl. Noch genügend Zeit den Kandidatinnen bzw. Kandidaten „auf den Keks zu gehen“, ihnen angenehme bzw. unangenehme Fragen zu stellen, ihre politischen Konzepte zu hinterfragen, Diskussionsveranstaltungen zu besuchen (Mitunter gibt es dort Getränke, Luftballons, Kugelschreiber, Lutschbonbons oder Glasmurmeln gratis – aber nur mitunter!) und sich über die Bewerberinnen/Bewerber zu informieren.

Nur wird das irgendjemand, zumindest die Mehrheit, machen – Zweifel sind angebracht. Und das ist schade. So verkommt die Demokratie zum Demokratismus und schuld daran sind nicht „höhere Mächte“, sondern jede Bürgerin bzw. jeder Bürger selbst!

Marko Michels

PS: Übrigens… Wer nicht zur Wahl erscheint, wird beim ABV, Parteisekretär oder BGL-Vorsitzenden umgehend gemeldet. 🙂 – Also, nicht vergessen, wie es „früher“ einmal war! Das wußte seinerzeit, um 1985, schon „Radio Jerewan“. Frage an die Hörer: „Wissen Sie eigentlich, wann es die erste Wahl nach realsozialistischem Muster gab?“ Niemand kommt auf die richtige Antwort… Dazu dann „Radio Jerewan“: „Das war im Paradies, als Adam seine Frau wählte.“