Wismarer Innenarchitektur-Studentinnen ausgezeichnet

Der Campus der Hochschule Wismar. Foto: M.M.

Der Landesverband Küste des Bundes deutscher Innenarchitekten prämierte erstmals Abschlussarbeiten des Wismarer Studiengangs Innenarchitektur. Für die Zukunft wird die regelmäßige Durchführung dieser Auszeichnungsveranstaltung angestrebt.

„Wir waren überrascht wie umfangreich die Thesen sind, wie detailreich sie ausgearbeitet wurden und welch hohe Qualität sie haben!“ – so begannen die Jurymitglieder Dipl.-Ing. Andreas Börn, Vorsitzender des Bundes deutscher Innenarchitekten (BDIA), Landesverband Küste und Innenarchitekt Philipp-M. Chappuzeau die Preisverleihung. Es war die erste Veranstaltung „BDIA ausgezeichnet!“, die der Landesverband Küste (Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) durchgeführt hat.

Da der Bachelor- und Masterstudiengang Innenarchitektur an der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar der einzige einer öffentlich-rechtlichen Bildungseinrichtung in diesen Bundesländern ist, konnten nur Arbeiten aus Wismar begutachtet und prämiert werden. Zweiundvierzig Bachelor- und Masterthesen lagen vor der Jury in Buchform auf dem Tisch. Unter ihnen befanden sich Arbeiten aus den letzten beiden Semestern und einige – dem BDIA Küste entsprechend – „fangfrische“ Exemplare:  sie wurden zur gleichen Zeit parallel im Nachbargebäude verteidigt!

Die Auszeichnung des BDIA Küste und damit verbunden eine Nennung auf der Webseite des BDIA, eine einjährige Mitgliedschaft sowie die Veröffentlichung in der Fachzeitschrift AIT ging an diese Studierenden:

1. Minh Hanh Duong (29), die sich in ihrer Masterthesis „olde munte – Bar & Barschule“ mit europäischer Kneipen- und Trinkkultur auseinandersetzte und in ihrem Entwurf einen Leerstand in der Wismarer Altstadt aufgriff.

2. Enya Rosing (24) und Marie Reimann (22) für ihre gerade verteidigten Entwürfe zur Modernisierung eines bestehenden Buchladens, ebenfalls in der Wismarer Altstadt (Bachelorthesis). Enya Rosings Arbeit „Book Corner“ überzeugte die Jury durch das flexible Einrichtungskonzept auf Basis eines Dreiecksrasters, das sich nach vier grundlegenden Szenerievorlagen vom Ladenbesitzer selbst umräumen lässt.

Aus der Redewendung „Es steht schwarz auf weiß geschrieben.“, die aus der Gutenberg-Buchdruck-Zeit stammt, entnimmt Marie Reimann bei ihrem Buchladenentwurf das Kontrastprinzip. Die Einrichtung ist kontrastierend in Schwarz und Weiß gehalten, was zusätzlich an das klassische Blackbook – das schwarz eingebundene Buch – erinnert. Die Bücherwandregale in ihrem Geschäft „Schwarz auf Weiß“ adaptieren die Form von sechs gegenüberstehenden, raumhohen, aufgeschlagenen Büchern.

Die Anerkennung des BDIA Küste und damit die Nennung auf der Website des BDIA erhielten:

1. Sarah Busching (29), ebenfalls mit einer Bachelorthesis zur Buchladenumgestaltung. Busching ging radikaler als ihre Kommilitonen vor: die klassische Ladenfront versah sie mit einem neongelben Ring um die Eingangstür, der einen Sog an Kunden von der Straße in den Laden verkörpern soll. Im Geschäft bestimmen herabhängende Seile die Wegeleitung und setzen den Sog fort. Die Taue schaffen Nischen zum Lesen an den Ladenseiten. Zahlreiche große und kleine interaktive Displays erlauben die grenzenlose Informationsbeschaffung über ein Buch (Zusammenfassungen, Rezessionen, weiterführende Informationen wie Verfilmungen und andere Werke des Autors, …), die gedruckten Bücher selbst fehlen dabei aber keineswegs.

Die Drahtseilkonstruktion, in welche die Bücher gesteckt werden, zwingt zur haptischen Auseinandersetzung. So entsteht eine Verbindung zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen digitalem und analogem Lesen.

2. Sophia Schöttner für den „Klub der Kulinäre“ im Rahmen ihrer Masterthesis mit Entwürfen von modularen Möbeln im gastronomischen Kontext (Bars, Theken, Foodboxes).

Die Preisverleihung des BDIA Küste soll zur regelmäßigen Veranstaltung an der Fakultät Gestaltung der Hochschule Wismar werden.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar