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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Erklärung der Landtagspräsidentin zum 9. November

„Demokratische Grundwerte jederzeit zu verteidigen ist wichtigste Lehre aus den Geschehnissen“

Reichsprogromnacht und Mauerfall jähren sich 2011 zum 73ten sowie 22ten Mal. Mecklenburg-Vorpommerns Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider erklärt zum heutigen 9. November:

„Der 9. November ist ein Tag historischer Gegensätze und markiert wohl eines der ereignisreichsten Daten in der Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. An diesem Tag haben im Jahr 1989 die Menschen in der DDR die Mauer zum Einsturz gebracht und sich demokratische Teilhabe erkämpft. Dass dies am Jahrestag des Aufrufens der Republik durch Philipp Scheidemann geschah, womit 1918 der monarchistische Obrigkeitsstaat durch die Weimarer Republik abgelöst wurde, soll nicht vergessen werden. Über das vor 22 Jahren an diesem Tag Erreichte freuen wir uns bis heute zu Recht.

Ebenfalls ist jedoch daran zu erinnern, wofür der 9. November auch steht: für menschenfeindliches, feiges und verbrecherisches Tun. Hatten Hitler und dessen Helfershelfer am 9. November 1923 noch daran gehindert werden können, die demokratisch verfasste Republik zu beseitigen und die Macht im Reich zu übernehmen, passierte unter ihrer Gewaltherrschaft 15 Jahre später, was niemals in Vergessenheit geraten darf, wenn an den 9. November gedacht wird. 1938 brannten an diesem Tag in ganz Deutschland Synagogen. Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden an diesem Tag geplündert. Jüdische Menschen wurden gedemütigt, geschlagen und ermordet. Der Tag gilt als Symbol für den Beginn organisierten Terrors und staatlicher Verfolgung jüdischer Menschen.

Bei aller Freude, die wir empfinden, wenn wir an den 9. November 1989 und die Öffnung der Mauer denken, darf nicht vergessen werden, wie sehr dieses Datum bei vielen Menschen ganz gegensätzliche Erinnerungen hervorruft. Wenn es eine Lehre zu ziehen gilt aus dem Geschehen an diesem so besonderen Tag der deutschen Geschichte, dann die, dass demokratische Grundwerte zu jeder Zeit verteidigt werden müssen gegen Extremisten. Wohin es führt, wenn Rechtsextremisten Macht erlangen – insbesondere dies dokumentiert der 9. November.“

Quelle: Landtag Mecklenburg-Vorpommern


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