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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Erfolgsschwimmerin zu Gast in Wismar

Sandra Völker hält Workshop im Wonnemar

Dort, wo auch die Ostsee und viele Seen zu finden sind, da wird natürlich auch der Schwimmsport groß geschrieben – in Mecklenburg-Vorpommern. Und gerade Schwimmerinnen und Schwimmer aus dem Nordosten konnten dabei schon zahlreiche große internationale Erfolge feiern.

Blick in die Geschichte des olympischen Schwimmsportes in MV

Die Rostockerin Bärbel Fuhrmann, verheiratete von Fircks, erkämpfte 1960 mit der DDR-Lagenstaffel in Rom die erste olympische MV-Schwimm-Medaille überhaupt.

Weitere klasse Leistungen von Schwimmerinnen und Schwimmern aus M-V bei Olympia in der Folgezeit: Frank Wiegand mit viermal Silber 1964/68, Egon Henninger mit zweimal Silber 1964/68, Klaus Katzur mit einmal Silber 1972, Rosemarie Gabriel mit einmal Bronze 1976, Frank Pfütze mit einmal Silber 1976/80, Andrea Pollack mit dreimal Gold bzw. dreimal Silber 1976/80, Caren Metschuck-Mahn mit dreimal Gold bzw. einmal Silber 1980, Sarina Hülsenbeck mit einmal Gold 1980, Lars Hinneburg mit einmal Silber bzw. einmal Bronze 1988 oder Patrick Kühl mit einmal Silber 1988 sorgten für einen olympischen Medaillenregen im Schwimmbecken aus M-V-Sicht.
Olympia-Teilnehmer waren unter anderem auch die Rostocker Schwimmer Udo Poser (1968/72) sowie Nils Rudolph (1992).

Im Langstreckenschwimmen konnten Peggy Büchse, Britta Kamrau, Andre Wilde & Co. ebenfalls für viel schwimmsportlichen Jubel hierzulande in exorbitantem Maße beitragen. Und nicht zu vergessen: Thomas Rupprath, der Wahl-Rostocker, sammelte bei Olympia, WM und EM außerdem zahlreich Edelmetall. Natalie Ball, die Greifswalderin, war mit vier Medaillen bei den Paralympics 2004 hervorragend dabei.

WM 2011 mit amerikanischen und chinesischen Erfolgen

Vor Jahresfrist, bei den 14. Schwimm-WM 2011 im Wasserspringen, Wasserball, Becken-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen und Synchronschwimmen in Shanghai, waren ja die USA mit 17 Goldmedaillen und China mit 15 Goldmedaillen die Top-Nationen, gefolgt von Russland, Brasilien, Italien, Großbritannien und Australien.
Für das deutsche Schwimm-Team gab es insbesondere dank der Wasserspringer um Sascha Klein, Patrick Hausding, Christin Steuer und Nora Subschinski sowie für die Langstrecken-Schwimmer um Thomas Lurz (WM-Gold über 5 Kilometer) und Angela Maurer viele erfreuliche Resultate.

Daran sollten die deutsche Asse im Wasserspringen und Langstreckenschwimmen auch in London anknüpfen können. Für die deutschen Becken-Schwimmer waren die WM vor einem Jahr zwar nicht so erfolgreich wie erhofft. Allerdings liegt eben auch die Leistungsspitze im Schwimmen dicht beieinander. 28 Länder gewannen WM-Edelmetall 2011. Das zeigt: Der Schwimmsport ist weltweit beliebt.
Mit Blickrichtung London werden einige Länder noch einmal ihre Kraftanstrengungen vergrößern. Die Konkurrenz ist für das deutsche Team sehr groß. Dennoch können die deutschen Becken-Schwimmerinnen und –Schwimmer um Paul Biedermann und Britta Steffen das WM-Resultat von fünfmal Bronze in London durchaus toppen. Es wird spannend.

Sandra Völker – die erfolgreiche Schwimmerin zu Gast in Wismar

Riesige Erfolge feierte in der Vergangenheit aus deutscher Sicht insbesondere Sandra Völker, so gewann sie drei Medaillen bei Olympia 1996 in Atlanta, wurde Weltmeisterin über 50 Meter-Freistil 1997, Weltmeisterin über 50 Meter-Rücken 1999 und Weltmeisterin über 4 x 100 Meter Freistil 2001 – ihre Medaillen-Ausbeute bei WM; EM, Olympia und im Gesamt-Weltcup ist mit mehr als 60 Medaillen phänomenal.

Die Erfolgsschwimmerin und gebürtige Lübeckerin, die in Bad Schwartau aufwuchs und viele Jahre in Hamburg bei Dirk Lange trainierte – später auch beim einstigen Schwimmer des SC Empor Rostock Jirka Letzin – kommt nun am 17. April in die Weltkulturerbe- und Hansestadt Wismar und wird dort, im „Wonnemar“, einen kindgerechten Erfahrungsworkshop für kleine Schwimmer ab sechs Jahren abhalten.

 Dabei gibt sie Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten, sich selbst in und mit dem Wasser zu erleben und legt besonderen Wert auf die richtige Haltung im Wasser. Nach Mitteilung von Madlen Roggentin, Marketing-Leiterin des „Wonnemar“, möchten das „Wonnemar“ und BECO darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, bereits im frühen Alter das sichere Schwimmen ohne Schwimmhilfe zu erlernen.

Nachgefragt bei Sandra Völker

„Das Engagement für meine Stiftung ist eine Herzensangelegenheit!“

Frage: Frau Völker, Sie waren (und sind es bestimmt noch immer) eine Schwimmerin mit bzw. aus Leidenschaft. In rund drei Monaten finden die Olympischen Spiele in London statt. Hätten Sie nicht Lust, auch gern in London dabei zu sein?

Sandra Völker: Ich freue mich natürlich, dass bald wieder Olympische Spiele stattfinden werden und insbesondere dann auch auf die dortigen olympischen Schwimm-Wettkämpfe. Die werde ich mir natürlich auf alle Fälle gern anschauen. Aber das Kapitel „Hochleistungssport“ ist für mich abgeschlossen. Es war ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, jetzt sind aber andere Dinge wichtig.

Frage: Wie beurteilen Sie das internationale Kräfteverhältnis im Schwimmsport vor London. Auf wen hoffen Sie im deutschen Lager?

Sandra Völker: Die Medaillenhoffnungen aus deutscher Sicht sind ja Britta Steffen und Paul Biedermann, aber auch die Staffeln, etwa bei den Frauen oder die 4 x 200 Meter-Freistilstaffel bei den Herren, könnten durchaus in die Medaillenränge schwimmen. Vieles ergibt sich auch von selbst. Man muss sich zunächst vor Ort akklimatisieren. Dann ist es entscheidend, ob man optimal in die Wettkämpfe kommt – oder auch nicht. Ich habe da als Teilnehmerin an vier Olympischen Spielen ja entsprechende Erfahrungen machen können.

In der Gesamtheit dürften in London die Teams aus den USA und aus Australien im Becken-Schwimmen dominierend sein. Die Britinnen und Briten werden sicherlich auch ihren Heimvorteil nutzen wollen.

Frage: Sie sind auch sozial sehr engagiert. Als Betroffene gründeten Sie die „Sandra-Völker-Stiftung“ für Kinder, die an Asthma und Allergien leiden. Des Weiteren sind Sie auch sehr aktiv, um den Kindern die Bedeutung des Schwimmsportes für ein gesundes Leben zu vermitteln. Was bedeutet Ihnen Ihr soziales Engagement?

Sandra Völker: Was meine Stiftung betrifft, so ist diese für mich als Betroffene – bei mir wurde ja im Jahr 2000 „Asthma bronchiales“ diagnostiziert – eine Herzensangelegenheit. So möchte die Stiftung Betroffenen und deren Familien Unterstützung und Hilfe zuteil werden lassen, Aufklärungsarbeit zu Asthma- und Allergien leisten, Therapie-Methoden vorstellen und Anregungen zur Arbeit mit asthma- und  allergiebetroffenen Kindern geben.

Im letzten Jahr führten wir erstmals ein Asthma-Camp in Niendorf durch. In diesem Jahr werden wir das Projekt an der Ostsee fortgesetzt. Es ist dabei wichtig, den Betroffenen, den Kindern, zu vermitteln, dass das Leben auch mit Asthma und Allergien sehr lebenswert sein kann.

Letzte Frage: Aus Ihren persönlichen Erfahrungen: Sind die „Kids von heute“ tatsächlich nur Stuben-Hocker und Internet-Freaks …

Sandra Völker: Entscheidend ist, dass man den Kindern ständig neue Angebote für Sport und Bewegung machen sollte – und dass diese Angebote auch Spaß und Freude mit sich bringen. Nur dann weckt man tatsächlich das Interesse bei den „Kids“, dem Sport und der Bewegung dauerhaft treu zu bleiben, sich aufzuraffen und körperlich aktiv zu sein. Dann werden diese tatsächlich regelmäßig Sport treiben, sich bewegen, ob als Leistungs- oder Breitensportler ist dabei eher zweitrangig.

Für Ihr Engagement und Ihre berufliche bzw. soziale Tätigkeit weiterhin alles erdenklich Gute!

Marko Michels


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