Schwerin hat wieder eine Synagoge. Anlässlich der Einweihung des Gebäudes in der Schlachterstraße erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering in seinem Grußwort: „Die neue Schweriner Synagoge ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass mehr als 60 Jahre nach dem Holocaust jüdisches Leben in unserem Bundesland wieder eine Heimat gefunden hat.“ Der Tag der Einweihung sei ein Freudentag für die jüdische Gemeinde und für ganz Mecklenburg-Vorpommern.

Der Ministerpräsident erinnerte daran, dass die alte Synagoge am Schlachtermarkt in den Novemberpogromen von 1938 geschändet und die Gemeinde anschließend zum Abriss gezwungen wurde. Mit der Freude über die Einweihung neuer Synagogen sei „untrennbar das Gedenken an jene Menschen verbunden, die unter dem Nazi-Terror gelitten haben. Sie haben Anspruch darauf, dass ihre Geschichte nicht verdrängt, nicht zu den Akten gelegt wird.“

Erinnern, fuhr Sellering fort, müsse Folgen haben. Dazu gehöre, sich für jüdisches Leben und jüdische Kultur heute zu interessieren: „Nehmen wir den heutigen Tag, die Einweihung der Schweriner Synagoge als Anstoß, mehr zu erfahren über die reiche jüdische Tradition und über das moderne jüdische Leben bei uns.“ Die neue Synagoge sei ein Platz, an dem sich alltäglich jüdisches Leben abspiele: „Machen wir daraus einen Ort der Begegnung zwischen Juden und Nichtjuden in unserem Land. Lassen Sie uns gemeinsam die Tür zwischen unseren Welten ein Stück weiter öffnen.“