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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Eine Rostockerin im olympischen Einsatz

Aika Klein hofft im Short Track auf die 1000 Meter

Aika KleinShort Track-Stützpunkt-Trainerin Karin Schmidt (Rostock) über die bisherigen Olympia-Einsätze von Aika Klein (ESV Turbine Rostock) in Vancouver, über die Klasse der koreanischen Athleten und über Aikas Hoffnungen für die 1000 Meter

Bei den olympischen Short Track-Wettbewerben ist Halbzeit. Die Olympiasiege gingen bei den Frauen an China (2) und Korea (2/2 x Jung-Su Lee). Insgesamt teilten sich fünf Länder bislang die olympischen Short Track-Medaillen 2010. Korea mit 2 x Gold, 2 x Silber, 1 x Bronze führt zurzeit vor China 2 x Gold, den USA 1 x Silber, 2 x Bronze, Kanada 1 x Silber und Italien 1 x Bronze. Die Rostockerin Aika Klein kam leider in ihren ersten beiden Wettkämpfen über die 500 Meter und 1500 Meter nicht über die Vorrunde hinaus.

Nachgefragt bei Trainerin Karin Schmidt …

Frage: Frau Schmidt, Aika hatte bislang zwei Wettkämpfe über die 500 Meter und 1500 Meter. Beide Male war schon in der ersten Runde Endstation. Wie bewerten Sie die bisherigen Ergebnisse von Aika ? Wie beurteilen Sie das internationale Kräfteverhältnis im Short Track bei den Winterspielen 2010 ?

Karin Schmidt:
Aika hat sowohl über die 500 Meter als auch über die 1500 Meter das Beste aus zweimal äußerst sehr ungünstigen Umständen gemacht. Bei den 500 Metern hatte sie mit der 4.Position ja die ungünstigste Startstellung, die man im Sprint haben kann. Dennoch gelang es Aika, ihr Leistungspotenzial voll abzurufen. Sie schaffte 45,186 Sekunden und blieb nur unwesentlich über ihrer Bestzeit von 45,125 Sekunden.
Die 1500 Meter ist Aika ebenfalls super gelaufen, aber leider wurde sie disqualifiziert. Sie hätte ansonsten gute Chancen für das Viertelfinale gehabt. Doch wieder einmal war Aika die Leidtragende. Es ist müßig die Disqualifikation zu kritisieren, man muß diese Entscheidung des Kampfgerichtes akzeptieren, auch wenn sie umstritten ist.
Die bisherigen Wettkämpfe, insbesondere auch im Short Track, haben jedenfalls gezeigt, dass Olympische Spiele eigene Gesetze haben, nichts ist „einhundertprozentig“ planbar.

Frage: Erwartungsgemäß dominierten bislang Korea und China. Was machen diese Länder „in Sachen Short Track“ besser als der „Rest der Welt“?

Karin Schmidt:
Short Track ist in Korea Volkssport, wie in Deutschland Fußball. Außerdem ist Short Track dort nicht nur sportlich, sondern auch gesellschaftlich hoch anerkannt. Dort hat Short Track eben einen sehr hohen Stellenwert. Die Short Tracker in Korea werden sowohl sportlich als auch beruflich bzw. finanziell sehr großzügig gefördert.

Frage:
Sie sind sicherlich in Kontakt mit Aika. Wie ist die gegenwärtige Situation für sie ? Was erhofft sich Aika von den abschließenden 1500 Meter ?

Karin Schmidt: Aika wird nun (am 26.Februar – Anm.) bei ihrem letzten Einsatz, über die 1000 Metern, wieder alles geben, und ich traue ihr ja auch einiges zu.
Sicherlich  ist es nicht ganz so einfach, wenn man als einzige Frau im deutschen Short Track-Team die „Fahne“ hoch halten muß, aber Aika wird kämpfen.

Frage: Die deutsche Frauen-Staffel mit Aika Klein wurde kürzlich Europameister in Dresden. Leider konnte sich eine Short Track-Staffel bei den Damen nicht für Olympia qualifizieren … Wären dort die Chancen für eine Überraschung aus Ihrer Sicht relativ groß gewesen ?

Karin Schmidt: Ja, die Europameisterschaft war ein voller Erfolg und eine super Leistung der deutschen Mannschaft um Aika, aber ob es zum A-Finale bei Olympia gereicht hätte, da bin ich dennoch skeptisch. Dazu ist die Konkurrenz aus Asien und Nordamerika ganz einfach zu stark. Ein fünfter Platz wäre aus meiner Sicht aber machbar gewesen.

Frage: Auch ohne Best-Platzierung: Wird es einen großen Empfang für Aika nach Ihrer Rückkehr aus Vancouver geben ?

Karin Schmidt:
Wie ich die Dresdner Sportfreunde kenne – in Dresden ist ja der Bundesleistungsstützpunkt – werden die Short Tracker „so oder so“ nach ihrer Heimkehr aus Vancouver bestimmt begeistert gefeiert.
Wenn Aika dann nach Rostock kommt, wird es natürlich ebenfalls einen „großen Bahnhof“ geben.

Dann alles Gute für Sie in Rostock und für Aika in Vancouver !

PS: Über die abschließenden 1000 Meter erreichte Aika schon das Viertelfinale …

M.Michels

Foto: DKB, mit freundlicher Genehmigung


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