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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Ein Rad-Ass „Made in M-V“ auf Sponsoren-Suche

Marlen Jöhrend seit 2005 „Spitze“

Radsport und Mecklenburg-Vorpommern. Da denkt man gegenwärtig vor allem an Team-Sprint-Olympiasieger und –Weltmeister Stefan Nimke. Aber auch eine junge gebürtige Rad-Nachwuchs auf SponsorensucheRostockerin, geboren am 02.Januar 1986, wohnhaft in Bad Doberan, gehört seit mittlerweile fünf Jahren, seit dem Sieg in der Bundesliga-Nachwuchswertung 2005, zu den Aushängeschildern des Radsportes „Made in M-V“.

Nachgefragt bei Marlen Jöhrend …

„Wir halten zusammen …“

Frage: Marlen, Sie sind ein richtiges radsportliches Ass aus Meck-Pomm. Wie kamen Sie eigentlich zum Radsport?

Marlen Jöhrend: Ich habe zunächst eigentlich immer das  Fussball spielen bevorzugt, doch damals war es schwer für Mädchen in einem Verein zu spielen. Mein damaliger Sportlehrer hatte mich dann gefragt, ob ich nicht mal beim Radsport-Training vorbei schauen will, und so bin ich dann dort „hängen“ geblieben.

Frage: Sie sind gebürtige Rostockerin, wohnen in Bad Doberan und starten für das „Noris Cycling-Team“. Wo ist eigentlich zurzeit Ihr sportlicher und persönlicher Lebensmittelpunkt?

Marlen Jöhrend: Mein Haupt-Wohnsitz ist und bleibt auch Bad Doberan und hier trainiere ich auch. Nur während der Saison ist man jetzt natürlich seltener zu Hause und zu den Radrennen weltweit unterwegs.

Frage: Im letzten Jahr wurden Sie überraschend Zweite bei den Deutschen Meisterschaften im Straßen-Einzel und dazu Gesamt-Zweite beim renommierten chinesischen Straßenrennen „Tour of Chongming Island“. Welche Ihrer bisherigen Erfolge sind für Sie die bislang schönsten? Welche unmittelbaren sportiven Ziele haben Sie?

Marlen Jöhrend: Das Jahr 2009 war bis jetzt auch mein erfolgreichstes Jahr und die bereits genannten Erfolge auch meine schönsten. Da am Anfang des Jahres unserer Hauptsponsor weggefallen ist, und man noch nicht weiß, wie es nächstes Jahr weiter geht, ist es natürlich schwer, sich rein auf das Sportliche zu konzentrieren. Sonst versuche ich selbstverständlich schon, einmal auf einen Etappensieg zu fahren, um mich für das nächste Jahr zu empfehlen. Leider kommt jetzt noch hinzu, dass ich gerade ein Zwangspause einlegen muss, da ich gegenwärtig mit einen Infekt kämpfe. Nicht sonderlich ideal …

Frage: Während die Britin Nicole Cooke 2008 Olympiasiegerin im Straßenradsport wurde, ist die Französin Jeannie Longo die erfolgreichste Radsportlerin der Geschichte, die ihren ersten WM-Titel(1985 gewann und seit 1984 an allen Olympischen Spielen teilnahm. Die Amerikanerin Connie Carpenter erkämpfte gar 1984 den ersten Olympiasieg im Frauen-Straßenradsport überhaupt. Hatten und haben Sie eigentlich Vorbilder, denen Sie nacheifern möchten?

Marlen Jöhrend: Man schaut schon auf Sportler, die einen inspirieren, aber direkte Vorbilder denen ich jetzt nacheifere, habe ich nun auch wieder nicht. Es ist aber doch ganz schön, dass der Frauen-Radsport mittlerweile doch einen großen Stellenwert erreicht hat – nicht zuletzt aufgrund der bekanten Protagonistinnen. Dafür profitieren letztendlich alle Radsportlerinnen.

Frage: Das Radsport-Jahr 2010 ist in „vollem Gange“. Was steht noch auf dem sportlichen Programm? Was zeichnet eigentlich Ihr derzeitiges Team, das „Noris Cycling-Team“,
aus?

Marlen Jöhrend: Durch den Wegfall des Sponsors wurde der Wettkampf-Kalender schon reduziert. Aber wir hatten auch paar Highlight-Rennen, wie in Katar, China und Philadelphia. Ansonsten standen die üblichen wichtigen Rennen, wie in Frankreich, Italien sowie die Weltcup Rennen im Vordergrund. Durch die Reduzierung der Wettkämpfe  bleibt jetzt nicht mehr viel übrig. Wir haben jetzt nur noch zwei Rennen in Bochum und eine Rundfahrt in Stuttgart sowie Holland. Das Team ist dies Jahr – um es salopp zu formulieren – richtig zusammen geschrumpft,  und es ist schwierig für alle Radrennfahrerinnen, weil jede „irgendwo“ (gute) Ergebnisse vorweisen muß, um sich weiter zu empfehlen. Aber es herrscht trotz allem auch ein Zusammenhalt, so dass wir als Team auch schon ein paar Erfolge feiern konnten.

Frage: Welche Resultate müssen 2010 „zu Buche“ stehen, damit das Jahr 2010 für Sie ein erfolgreiches sein wird?

Marlen Jöhrend: Es müssen nicht immer die größten Erfolge sein, um das Jahr erfolgreich abzuschließen. Es ist auch wichtig, viel dazu zu lernen und sich sportlich weiter zu entwickeln und die Aufgaben im Team zu erfüllen.

Frage: Nicht zuletzt: Wie beurteilen Sie die Suche nach neuen Sponsoren?

Marlen Jöhrend: Es ist sehr schwierig. Bei uns ist ja das ganze Team davon betroffen und für das nächste Jahr sieht es bis jetzt auch noch nicht so gut aus. Wir haben dieses Jahr auch privat Sponsoren gesucht, aber bis jetzt leider auch erfolglos.

Trotz aller Widrigkeiten: Maximale Erfolge im Sattel! – Und: „Irgendein“ Sponsor regional oder überregional sollte doch noch ein Herz für den Damen-Radrennsport haben!

Die Fragen stellte: Marko Michels

Foto: Michels


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