Die Astronomische Station in Rostock im Fokus

Der Weltraum und dessen Erforschung begeistern nach wie vor… (Exponat des Historisch-Technischen Museums in Peenemünde) M.M.

Wie weit ist es wohl von Rostock zu den Sternen? Wie ist der Sternenhimmel im Sommer? Wie werden überhaupt die Sterne stehen? Und: Ist der Mond weit genug entfernt, um missliebige Zeitgenossen dorthin zu schießen? Diese Fragen stellen sich die Mecklenburgerinnen und Mecklenburger nicht nur in diesen Tagen.

Glücklicherweise hat Rostock ja die Astronomische Station – Planetarium und Sternwarte – am Nelkenweg, die 1965 eröffnet wurde.

Aktuell steht auch ein „welträumiges Jubiläum“ auf dem Programm. Vor 40 Jahren, am 26.August 1978, startete Sigmund Jähn, der 1937 im Vogtland geboren wurde, als erster Deutscher ins All…

Was steht jedoch im aktuellen Jahr noch auf der Agenda der Sternwarte und des Planetariums in Rostock?!

Nachgefragt bei Christian Fajkus von der Astronomischen Station „Tycho Brahe“ in Rostock

Christian Fajkus über die bisherigen Veranstaltungen an der Astronomischen Station in Rostock, das Interesse an der Astronomie insbesondere bei den Kindern bzw. Jugendlichen, kommende Höhepunkte und die Bedeutung des Raumflugs von Sigmund Jähn

„Ein Meilenstein in der deutschen Raumfahrt…“

Frage: Das Jahr 2018 ist fast zur Hälfte rum. Welche Veranstaltungen und welche Projekte gab es in den bisherigen Monaten 2018 für die Astronomische Station „Tycho Brahe“ in Rostock?

Christian Fajkus: Als „Schulsternwarte“ und außerschulischer Lernort des Landes Mecklenburg-Vorpommern haben wir jede Woche mehrere Highlights, denn wir unterrichten hier Kinder bzw. Jugendliche in Sachkunde, Geografie, Physik und natürlich in Astronomie.

Die Schulklassen kommen im Rahmen ihres Unterrichts zu uns. Hier können wir diesen durch unser Planetarium, den Planeten-Garten und das Teleskop sehr anschaulich gestalten und ergänzen.

Die Öffentlichkeitsarbeit und die damit verbundenen Veranstaltung realisiert unser Förderverein – der Astronomischer Verein Rostock e. V.

In diesem Rahmen beteiligten wir uns wie jedes Jahr am Tag der Astronomie im März und an der Langen Nacht der Wissenschaften im April.

Frage: Welche Highlights folgen noch?

Christian Fajkus: Die Mondfinsternis am 27.Juli 2018 sowie die regelmäßig laufenden Sonntagsvorträge.

Frage: Gibt es auch ein sommerliches Programm in der Astronomischen Station in Rostock?

Christian Fajkus: Ja, wir bieten Veranstaltungen für Kindertagesstätten und Hortgruppen auch in den Sommerferien an.

Frage: Früher, in der DDR, war ja Astronomie Pflichtfach und Besuche in den Sternwarten bzw. Planetarien auch ein schulisches Muß. Wie sieht es heute aus? Gibt es noch an der Astronomie interessierte Schülerinnen und Schüler? Sie gingen ja eingangs bereits darauf ein…

Christian Fajkus: Die Astronomie ist in M-V bis heute ein Pflichtfach, in der Klasse 9. Der Besuch der „Sternwarte“ ist zwar kein Muss mehr, aber sehr viele Schulen der Stadt, des Landkreises Rostock sowie des ganzen Bundeslandes nutzen unsere Einrichtung – wie die in Schwerin für den Unterricht und für Projekte.

Nur weil die Astronomie Pflichtfach ist, ist diese weite Öffnung der Astronomischen Station überhaupt möglich. Da ich selbst Astronomie-Lehrer bin, kann ich nur bestätigen, dass die Astronomie sicher zu den interessantesten Unterrichtsfächern gehört.

Letzte Frage: Im August steht ja ein Jubiläum an – der Flug des ersten Deutschen, Sigmund Jähn, ins Weltall… Gibt es dazu auch spezielle Veranstaltungen in der Sternwarte? Welche Bedeutung hatte dieser Weltraumflug aus Ihrer Sicht?

Christian Fajkus: Auch zu diesem Thema laufen im August und im September spannende Sonntagsvorträge im Planetarium unseres Hauses. Der Flug Sigmund Jähns ins Weltall ist ein Meilenstein in der deutschen Raumfahrt.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für die Astronomische Station in Rostock!

M.Michels