Auszeichnung für zwei Doktoranden der Landschaftsökologie aus Greifswald

Gleich zwei erste Preise gingen während der europäischen Fachtagung „EuroDendro“ Anfang September 2017 in Tartu/Estland nach Greifswald: Jelena Lange und Roberto Cruz García, Doktoranden in der AG Landschaftsökologie und Ökosystemdynamik unter der Leitung von Prof. Martin Wilmking, haben für die Präsentation ihrer Forschung jeweils den ersten Platz in den Kategorien beste Präsentation sowie bestes Poster gewonnen.

Die alle zwei Jahre stattfindende Konferenz „EuroDendro“ bringt Ökologen, Klimaforscher und Archäologen zusammen, die sich mithilfe von Jahrringen im Holz unter anderem mit dem Klimawandel, der Zukunft der Forstwirtschaft oder der Besiedlungsgeschichte Europas beschäftigen.

Jelena Lange geht im Rahmen ihrer Dissertation der Frage nach, wie stark Kiefern an der nördlichen Waldgrenze auf unterschiedliche klimatische und ökologische Bedingungen, das heißt Temperatur, Niederschlag und Bodenfeuchte, reagieren. Des Weiteren untersucht sie, welche räumlichen und zeitlichen Unterschiede hinsichtlich dieser Klima-Wachstums-Beziehungen bestehen. Anhand von Bäumen, die nahe der Waldgrenze stehen, ist es möglich das Klima vergangener Jahrhunderte bis hin zu tausenden von Jahren zu bestimmen. Deshalb kann man Bäume auch als Eckpfeiler der modernen Klimarekonstruktion bezeichnen. Berechnungen der sogenannten mittelalterlichen Warmzeit und der darauffolgenden „kleinen Eiszeit“ beruhen unter anderem auf derartigen Rekonstruktionen.

Unter Verwendung eines neuen Ansatzes zeigte Jelena Lange in ihrer Präsentation „Micro-site conditions and growing season water availability significantly affect climate signals of Scots pine at its northern distribution limits“, dass der Einfluss des Klimas auf das Wachstum nicht konstant und linear ist, wie oft angenommen, sondern zeitlich und räumlich stark variiert. Diese Erkenntnis könnte die grundsätzliche Herangehensweise bei Klimarekonstruktionen mit Baumringdaten zukünftig beeinflussen.

Roberto Cruz García, mexikanischer DAAD-Stipendiat, schreibt seine Dissertation im Rahmen des Projekts FOMOSY-KK (Forstliches Monitoring System unter Berücksichtigung der Kohlenstoffspeicherung und Klimaanpassung), das vom Waldklimafonds unter Federführung des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) und des Bundesumweltministeriums (BMUB) gefördert wird.

Dabei untersucht er, wie sich wichtige mitteleuropäische Baumarten wie zum Beispiel Rotbuche und Stieleiche an langfristige Klimawandeltrends anpassen. Hierbei wird vor allem die Interaktion zwischen Klimasensitivität und Forstbewirtschaftung näher in den Blick genommen. Um die Forstbewirtschaftung an die aktuellen globalen klimatischen Veränderungen anzupassen, müssen wir verstehen, wie Bäume in Zukunft auf das Klima reagieren werden.

Auf seinem Poster hat Roberto Cruz Garcia erste Ergebnisse präsentiert, die darauf hindeuten, dass bewirtschaftete Wälder gegen klimatische Veränderungen anfälliger sind und ihnen künftige Dürren stärker schaden, als Bäume in Naturwäldern. Seine Forschung kann möglicherweise helfen, nachhaltige Bewirtschaftungsstrategien für die Forstwirtschaft zu entwickeln.

Pressemitteilung / Universität Greifswald