EU-Projekt unter Leitung der Hochschule Wismar

Sie bündeln derzeit ihre wirtschaftswissenschaftlichen Aktivitäten im European Project Centre der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Wismar: Robert Philipp, Laima Gerlitz, Prof. Dr. Gunnar Prause, Prof. Dr. Kai Neumann (Dekan), Dr. Anatoli Beifert / Foto: Hochschule Wismar

(Wismar/Rönne) Ende April 2018 genehmigte der Monitoring-Ausschuss des „Interreg South Baltic Programme“ 2014-2020 auf seiner Sitzung in Rönne (Dänemark) das Projekt „Connect2SmallPorts – South Baltic Small Ports as Gateways towards Integrated Sustainable European Transport System and Blue Growth by Smart Connectivity Solutions“.

Das Projekt mit neun Partnern und 12 assoziierten Institutionen aus Deutschland, Litauen, Polen und Schweden sowie einem Gesamtbudget von rund 2 Millionen Euro soll unter Leitung der Hochschule Wismar in den nächsten drei Jahren die Verbreitung digitaler Technologien im südlichen Ostseeraum vorantreiben.

Wenn Ende August 2018 die Projektauftaktberatung in Wismar – dem Sitz des Leadpartners – stattfindet, wird sich das Projektkonsortium treffen, um die nächsten Aktivitäten festzulegen, die zu einer Erhöhung der ökologischen und wirtschaftlichen Effizienz von mindestens 15 Häfen in der Region führen sollen.

Unterstützung kleiner und mittlerer Häfen im Fokus

Die Digitalisierung im Transport und in der Logistik steht seit geraumer Zeit an der Spitze verschiedener europäischer Innovationsagenden, einschließlich der EU2020-Strategie.

„Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen offenbart, dass die Nutzung digitaler Lösungen, die auf Blockchain-Technologie oder dem Internet der Dinge basieren, bereits vereinzelt an großen Logistikknoten realisiert wurden“, so Prof. Dr. math. Gunnar Prause, der Leiter des European Project Centres, und fügt hinzu: „In den kleinen und mittleren Häfen der südlichen Ostsee sucht man diese digitalen Anwendungen aber meist vergeblich. Darüber hinaus sind die meisten dieser Häfen durch begrenzte und isolierte Dienstleistungsportfolios charakterisiert, die bislang nicht grenzüberschreitend integriert sind.“

Durch die Projektinitiative sollen die kleineren Häfen des südlichen Ostseeraums wie zum Beispiel Wismar, Stralsund, Karlskrona oder Klaipeda bei der Arbeit mit den neuen modernen Digitalisierungstechnologien innerhalb ihrer Geschäftsprozesse unterstützt und besser in die globalen Lieferketten der großen, so genannten Kern-Häfen integriert werden, um wettbewerbsfähiger zu werden. Zu diesen Kern-Häfen im transeuropäischen Transportsystem TEN-T, die bereits bei der Digitalisierung des Hafenbetriebs einen großen Vorsprung besitzen, zählen die wichtigsten europäischen Häfen in Rotterdam und Hamburg.

Mittel, Zeiten und Partner

Bereits im zweiten Halbjahr 2017 wurde das European Project Center an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Wismar von der Europäischen Union mit einer Anschubfinanzierung (Seed-Money Projekt) für die Antragstellung eines Digitalisierungsprojektes für Häfen im Interreg-Programm der südlichen Ostsee unterstützt, um aufbauend auf die deutschen Erfahrungen im Bereich „Industrie 4.0“ die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Häfen unter Einbindung digitaler Technologien zu stärken.

Das nun genehmigte „Connect2SmallPorts“ Projekt ist Teil der Aktivitäten der Ostseeregion zum nachhaltigen und blauen Wachstum im Rahmen der EU – Strategie „Blue Growth“. Für die Leitung des 3-Jahres-Projektes mit neun Partner und 12 assoziierten Institutionen aus Deutschland, Litauen, Polen und Schweden werden dem European Projekt Center der Hochschule Wismar 2 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, wobei sich das Partnerbudget der Hochschule Wismar auf 355.000 Euro beläuft.

Ausbildung und Nachnutzung als Teilziele

Im Zeitraum vom Juli 2018 bis zum Juni 2021 soll die Qualität und Umweltverträglichkeit der Transportdienstleistungen in der südlichen Ostsee verbessert– konkret die ökologische und wirtschaftliche Effizienz von mindestens 15 Häfen in der Region erhöht werden. Die verantwortliche Projektmanagerin am European Project Center, Laima Gerlitz, präzisierte die folgenden Teilzeile, die innerhalb der Projektlaufzeit von drei Jahren umgesetzt werden sollen:

1.Entwicklung eines webbasierten Auditing-Werkzeuges zur Feststellung des Digitalisierungsgrades von Häfen im Südlichen Ostseeraum, das später auch europaweit zur Verfügung stehen wird.

2. Um in der Region zukünftig ausreichende Fachleute zur Verfügung stellen zu können, sollen Blockchain- und IoT-Strategien für Häfen in die Lehrmodule der Hochschulen und Universitäten integriert werden.

3. Jährlich soll ein Digitales Forum für „Kleine Häfen“ stattfinden, auf dem die Errungenschaften im Bereich Digitalisierung vorgestellt werden.

4. Die Weiternutzung dieser Instrumente wird in erster Linie in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung M-V sowie mit der Baltic Ports Organization (BPO) und weiteren Organisationen erfolgen.

Forschungskooperation im Bereich Digitalisierung und Blaues Wachstum

Das „Connect2SmallPorts“ Projekt ist nicht nur auf europäischer Ebene von Bedeutung, sondern bildet auch einen wichtigen Beitrag der Hochschule Wismar zur angewandten Forschung im Rahmen der Bundesinitiative zur Digitalisierung und Innovation sowie der Umsetzung der Regionalen Innovationsstrategie 2020 in Mecklenburg-Vorpommern.

In Kooperation mit im Projektverbund organisierten namhaften Forschungseinrichtungen und Praxispartnern aus der südlichen Ostsee trägt das Projekt zur weiteren Profilierung der Hochschule Wismar als überregionalem Kompetenzzentrum im Bereich Digitalisierung und Blaues Wachstum bei.

Pressemitteilung der Hochschule Wismar