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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Die Rhythmische Sportgymnastik`15 im Blick

Zwischen WM und M-V


Zurzeit werden in Glasgow die Welttitelkämpfe im Geräte-Turnen in Glasgow ausgetragen, aber bereits sechs Wochen zuvor standen die WM in der Rhythmischen Sportgymnastik in Stuttgart im Fokus…

Ein Blick in die Historie der Weltmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik seit 1963 (bis 2013) verrät, dass insbesondere Russland (einschließlich der UdSSR), Bulgarien, die Ukraine und Weißrussland dort „das Maß aller Gymnastik-Dinge“ sind.

Russland (mit UdSSR) mit 260 Medaillen, darunter 125 x Gold, Bulgarien mit 163 Medaillen, darunter 65 x Gold, die Ukraine mit 81 Medaillen, darunter 25 x Gold, Weissrussland mit 61 Medaillen, darunter 9 x Gold, Spanien mit 34 Medaillen, darunter 6 x Gold, Italien mit 24 Medaillen, darunter 6 x Gold und Tschechien (mit CSSR) mit 17 Medaillen, darunter 4 x Gold, waren bislang die fleißigsten Medaillensammlerinnen bei RSG-WM.

Russinnen und Bulgarinnen dominierend

In den Kern-Disziplinen „Mehrkampf-Einzel“ und „Mehrkampf-Gruppe“ (1963-2014) dominierten ebenfalls die Athletinnen aus Russland (mit UdSSR) mit 68 Medaillen, darunter 27 x Gold, und aus Bulgarien mit 42 Medaillen, darunter 20 x Gold. Deutschland (mit Westdeutschland und DDR) schaffte hier vier Medaillen, darunter einmal Gold (1975 Carmen Rischer).

Deutsche Gymnastinnen mit 14 WM-Medaillen

Ansonsten gab es „kompakt“ für Gymnastinnen aus Deutschland (DDR, Westdeutschland und vereint) bis 2014 insgesamt 5 x Gold, 6 x Silber, 3 x Bronze. Gold errangen dabei Carmen Rischer (3 x WM-Gold 1975 mit dem Band, mit dem Reifen, zusammen mit Mitsuru Hiraguchi/Japan, und, wie erwähnt, im Mehrkampf) sowie Christiana Rosenberg (WM 1975 mit den Keulen und mit dem Ball).

Die ersten WM 1963 in Budapest

Vor 52 Jahren, im Jahr 1963 in Budapest, fanden die ersten Weltmeisterschaften in der RSG statt und 28 Gymnastinnen aus 10 Ländern nahmen an diesen Welttitelkämpfen teil. Für die DDR starteten in der ungarischen Metropole seinerzeit Renata Valkstein, Irene Binder und Ute Lehmann. Drei Entscheidungen wurden in Budapest ausgetragen und dreimal siegte die für die UdSSR startende Ukrainerin Ljudmilla Sawinkowa. Die Sowjetunion erkämpfte in Budapest`63 dreimal Gold, dreimal Silber, einmal Bronze. Bulgarien kam auf zweimal Bronze. Bereits vier Jahre später war dann eine deutsche WM-Teilnehmerin aus der DDR vorn mit dabei.

Die deutschen RSG-Erfolge bei WM

So wurde Ute Lehmann aus der DDR Vize-Weltmeisterin im Mehrkampf in Kopenhagen 1967. Carmen Rischer (Bundesrepublik) durfte dann in Madrid 1975 über WM-Gold im Mehrkampf jubeln, ihre Mannschaftskollegin Christiana Rosenberg über WM-Silber.

Zuvor, bei den zweiten WM 1965 in Prag, brillierte eine Tschechoslowakin, Hana Micechova, mit zweimal Gold und einmal Bronze.

In den WM-Einzelkonkurrenzen mit den verschiedenen Geräten errangen deutsche Gymnastinnen in der Folgezeit, nach 1965, weiteres Edelmetall, so Ute Lehmann 1967 Bronze mit dem Seil, Christiana Rosenberg 1975 Gold mit dem Ball und mit den Keulen und Silber mit dem Band bzw. Carmen Rischer 1975 Gold mit dem Band und mit dem Reifen (zusammen mit der Japanerin Mitsuru Hiraguchi), Silber mit dem Ball und mit den Keulen. (Anmerkung: 1975 nahmen die Länder des Ostblocks nicht an den WM im damaligen „Franco-Spanien“, in Madrid, teil.) Carmen Rischer holte dann – nach ihren großen WM-Erfolgen 1975 – noch eine WM-Silbermedaille 1977 in Basel.
Bianca Dittrich (DDR) wurde 18 Jahre später, 1985 in Valladolid, mit dem Ball WM-Dritte.

Eine zusätzliche Bronze-Medaille sicherten sich die DDR-Gymnastinnen auch im Gruppen-Finale 1973 in Rotterdam.

Deutsche Gymnastinnen und Olympia

Und auch bei olympischen Wettkämpfen in der Gymnastik leisteten deutsche Teilnehmerinnen Herausragendes…
Vor 63 Jahren war dabei die Gruppengymnastik bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki erstmals im olympischen Programm. Damals siegten die Schwedinnen vor den Russinnen und den Ungarinnen. Brigitte Kiesler, 1924 in Ludwigslust geboren, wurde seinerzeit mit der Bundesrepublik Fünfte im Turn-Mannschaftsmehrkampf und sogar Vierte in der Gruppengymnastik mit Handgeräten (auch mit Westdeutschland).

Und 32 Jahre später, bei den Spielen 1984 in Los Angeles, kam dann die Rhythmische Sportgymnastik endgültig in das olympische Programm – mit dem Einzel-Mehrkampf. Regina Weber (Bundesrepublik) erreichte bei der Olympia-Premiere der Einzel-Gymnastik/Mehrkampf eine hervorragende Bronze-Platzierung hinter der Kanadierin Lori Fung und der Rumänin Doina Staiculescu. Jedoch: Auch die Spiele von 1984 waren – wie jene 1976 in Montreal und 1980 in Moskau – von einem Boykott zahlreicher Länder überschattet.

Die WM 2015 im Rückspiegel

Und: Wie sah es aktuell bei den Weltmeisterschaften in der Rhythmischen Sportgymnastik 2015 aus?!

In einem weiteren Bereich des Turnsportes – neben dem Geräte-Turnen – fanden kürzlich die Welt-Titelkämpfe, vom 9.September bis 13.September, in Stuttgart unter dem Motto „Enjoy your rythm“ statt. In den neun Entscheidungen, fünf in Einzel-Wettbewerben, vier in Team-Wettbewerben) waren erwartungsgemäß die Gymnastinnen aus Russland die Besten, die achtmal Gold, sechsmal Silber gewannen.

Überragend war wieder einmal Yana Kudryavstseva, die mit dem Team, im Einzel-Mehrkampf, mit dem Ball, mit den Keulen und mit dem Band erfolgreich war. Deren Landsfrau Margarita Mamun konnte sich hingegen Gold mit den Reifen sichern. Die russische Siegesserie in Stuttgart wurde nur von den Italienerinnen durchbrochen. Das italienische Team um Martina Centofanti setzte sich im Team-Wettbewerb mit fünf Bändern durch.

Insgesamt jubelten Gymnastinnen aus sieben Ländern über WM-Medaillen 2015, so Russland, Italien (einmal Gold, einmal Silber), Weissrussland (einmal Silber,zweimal Bronze), Bulgarien (einmal Silber, einmal Bronze), die Ukraine (viermal Bronze), Spanien (einmal Bronze) und Japan (einmal Bronze). In Stuttgart starteten rund 300 Gymnastinnen aus 59 Ländern.

Für die deutschen Gymnastinnen gab es leider kein Edelmetall und (noch) keinen Olympia-Startplatz, den vor allem Jana Berezko-Marggrander anstrebt. Gelegenheit, sich für Rio 2016 zu qualifizieren, gibt es aber noch.

Übrigens: In M-V hat die Rhythmische Sportgymnastik ebenfalls eine gute sportive Heimat, so beim FSV Bentwisch, HTV Rostock, TSV Schwerin, SV Dassow und SV Empor Kühlungsborn. Gerade die Schweriner Gymnastinnen sind regional wie national sehr erfolgreich.

Marko Michels


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