Gastvortrag von Prof. Dr. Hartmut Bobzin an der Universität Rostock

Am 22. Mai 2017 von 19.00 – 20.30 Uhr spricht einer der bekanntesten deutschen Arabisten auf Einladung der Universitätsbibliothek in der Aula im Universitätshauptgebäude, Universitätsplatz 1, über die Bedeutung jüdischer Tradition und Kultur für den Islam.

Die Muslime bezeichnen sich selber als „die Leute der Schrift“ bzw. „die Leute des Buches“ (ahl al-kitâb). Damit ist zwar das im Himmel verwahrte Buch, d. h. der Koran, gemeint, gleichwohl werden im Koran aber auch die jüdische Thora und das christliche Evangelium als Offenbarungsschriften genannt.

Die dafür verwendeten Bezeichnungen sind äthiopischen Ursprungs, weisen also auf die enge Verbindung des Islams in seiner Entstehungszeit mit dem äthiopischen Christentum hin. Vielfach sind im Koran Bezüge zur jüdischen Traditionsliteratur zu finden, wie umgekehrt islamische Einflüsse in der jüdischen Überlieferung. Der Vortrag beleuchtet Aspekte dieser fruchtbaren Beziehungen.

Prof. Bobzin lehrte als Professor für Islamwissenschaft und semitische Philologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Mit seiner Übersetzung des Korans ins Deutsche wurde er vielen literarisch wie religiös interessierten Lesern bekannt.

Pressemitteilung / Universität Rostock

Foto: Tausendundeine Nacht. Handschrift im Nachlass von Oluf Gerhard Tychsen (1734-1815) / Foto: ITMZ, Universität Rostock