Skip to main content

Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Deutsche Ruder-Flotte auf WM-Kurs Poznan 2009

Mecklenburgerinnen und Mecklenburger mit „an Bord“ …

Vom 23.August bis 30.August finden die Ruder-Weltmeisterschaften in Poznan statt und 10 Ruderinnen und Ruderer aus Mecklenburg-Vorpommern sind im deutschen WM-Team.
Der Deutsche Ruder-Verband gab heute seine Nominierungen bekannt und will – nach dem verpatzten Olympia-Jahr 2008 – wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Folgende Mecklenburgerinnen und Mecklenburger wurden für die Welt-Titelkämpfe 2009 berücksichtigt:

RUDER-ACHTER– im Frauen-Vierer: Nadja Drygalla (Olympischer Ruder-Club Rostock von 1956) / Franziska Kegebein (Ribnitzer SV)
– im Frauen-Achter: Ulrike Sennewald (Olympischer Ruder-Club Rostock von 1956)
– im Frauen-Leichtgewichts-Doppelzweier: Marie-Louise Dräger (Olympischer Ruder-Club Rostock von 1956)
– im Männer-Doppelzweier: Stephan Krüger (Olympischer Ruder-Club Rostock von 1956)
– Männer-Zweier ohne: Felix Drahotta (Rostocker Ruder-Club von 1885)
– Handicap-Mixed-Vierer: Marcus Klemp /Ribnitzer SV).

Außerdem wurden u.a. folgende Ruderinnen und Ruderer mit Mecklenburger Wurzeln für die WM 2009 nominiert:

– im Frauen-Zweier: Marlene Sinnig (früher Rostock/jetzt Crefelder Ruder-Club)
– Männer-Zweier mit: Philipp Naruhn (gebürtiger Schweriner/jetzt Böllberg/Nelson).

Julia Lepke (Rostocker Ruder-Club von 1885) ist Ersatzfrau für den Frauen-Dopelvierer.

Der gebürtige Schweriner Robert Sens fungiert als Trainer des Leichtgewichts-Männer-Achters.

Hoffentlich kommen in Poznan die Mecklenburgerinnen und Mecklenburger auf das Medaillen-Podest …

Rudersportlicher Rückblick aus M-V-Blickwinkel

In der Ruder-Historie gab es dabei schon beachtliche mecklenburgisch-vorpommersche Erfolge. So gewann der gebürtige Rostocker Siegfried Brietzke als fünfter Ruderer der Welt dreimal olympisches Gold: 1972 im Zweier ohne, 1976 und 1980 im Vierer ohne.

Katrin Rutschow-Stomporowski, im Jahr 1975 in Waren/Müritz geboren, war eine ebenfällst äußerst erfolgreiche Ruderin. Sie konnte 1992 und 1993 Junioren-Weltmeisterin werden und holte WM-Gold im Doppelvierer 1994/95 sowie im Einer 2001. Außerdem konnte sie olympisches Gold 1996 im Doppelvierer und 2004 im Einer gewinnen.

Der 1952 in Greifswald geborene und auch einige Zeit in Schwerin rudersportlich tätige Joachim Dreifke gelangte bei der BSG Einheit Greifswald zum Rudersport. Im Jahr 1972 wurde er zum ASK Vorwärts Rostock delegiert. Schon 1973 war Dreifke DDR-Meister im Doppelvierer. Seine größten Erfolge feierte er bei Olympia (1. 1980) und bei den WM der 1970er und 1980er Jahre: Der Greifswalder erkämpfte 1974 den Titel im Doppelvierer, 1977 im Einer, 1978 bzw. 1979 erneut im Doppelvierer und 1981 im Doppelzweier. In dieser Disziplin schaffte Dreifke noch 1982 die Vize-Weltmeisterschaft !

Starke Mecklenburger und Vorpommern im Rudern

Athletinnen und Athleten, die zur Zeit ihres Olympia-Medaillengewinnes auch Mitglied eines Ruder-Vereines im heutigen M-V waren, sind die Gold-Ruderer im Achter von 1976 Karl-Heinz Danilowski, Ulrich Karnatz, Werner Klatt, Hans-Joachim Lück sowie Karl-Heinz Prudöhl. In Montreal erkämpfte zudem der Greifswalder Joachim Dreifke Bronze im Einer. Bei den Olympischen Spielen`76 waren übrigens die Damen-Wettbewerbe zum ersten Mal olympisch …

Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau waren erneut die Achter-Ruderer erfolgreich: Erneut Ulrich Karnatz und Ulrich Kons aus Mecklenburg gewannen Gold. Gold errangen ebenfalls Joachim Dreifke und Klaus Kröppelin im Doppelzweier.

Die olympische Erfolgstradition im Achter setzte der Mecklenburger Weltmeister Hans Sennewald 1992 mit Bronze in Barcelona fort. Sennewald hatte bereits bei den WM 1982 im Vierer mit (u.a. zusammen mit Ulrich Kons) Gold erkämpft und im Achter bei WM zweimal Silber (1987/89) und einmal Bronze (1990) geholt.

Medaillen-Erfolge bei Olympia für Mecklenburger und Vorpommern, die allerdings zu Vereinen außerhalb M-V`s wechselten, gab es – um nur drei Beispiele zu nennen – 1972 im Vierer mit Steuermann für den Rostocker Reinhard Gust bzw. den Bützower Eckhard Martens (beide 1972 beim SC Dynamo Berlin trainierend), 1988/1992 für die gebürtige Wismaranerin Kathrin Haacker (Mitglied des SC Dynamo Berlin), die Achter-Gold`88 und Achter-Bronze`92 erhielt, und den gebürtigen Ueckermünder Peter Thiede, nun für den RC Hansa Dortmund startend, mit Silber bei Olympia 1996. Außerdem wurde Thiede als Achter-Steuermann nach 1990 u.a. dreifacher Weltmeister. Eine olympische Bronzemedaille im Doppelvierer erkämpften 1988 ebenfalls Steffen Zühlke (Schwerin) und Steffen Bogs (Rostock/Schwerin).

Doch auch weitere Ruderinnen und Ruderer mit Geburtsort in M-V waren bei Olympia sehr “medaillenträchtig”: Jana Sorgers aus Neubrandenburg gewann im Doppelvierer/Doppelzweier insgesamt 9 WM-Titel und 2 Olympiasiege 1988/96 (Doppelvierer), Cornelia Linse aus Greifswald holte im Doppelzweier Olympia-Silber 1980 bzw. WM-Gold im Einer 1985, Anke Borchmann aus Neukalen holte 2 WM-Titel 1975/77 und Olympia-Gold 1976, Monika Kallies aus Stralsund war im Achter bei der WM`75 und Olympia`76 mit dem Achter erfolgreich, Silvia Rose aus Barth erruderte im Vierer mit Olympia-Gold 1988, Olympia-Silber 1980 gab es für Heidi Westphal aus Gnoien (mit Cornelia Linse), Michael Wolfgramm (Schwerin) war Gold-Ruderer im olympischen Doppelvierer 1976, nachdem sein “Stadtkollege” Manfred Schneider Olympia-Bronze 1972 im Achter errang.

Unvergessen in M-V sind auch die WM-Erfolge in den 1970er Jahren einer Sabine Brincker oder einer Petra Boesler-Wach, die 1976 Olympia-Zweite bzw. Weltmeisterin 1975/77 wurde und heute erfolgreich eine physiotherapeutische Praxis in Schwerin betreibt.

Bei den WM 1970 errangen Reinhard Gust und Eckhard Martens (Schwerin) WM-Gold im Achter. Sabine Brincker  (Schwerin) schaffte das 1974 ebenfalls im Achter und 1975 im Vierer mit. Dreifache Weltmeisterin wurde Sybille Schmidt aus der Landeshauptstadt M-V`s im Doppelvierer von 1989 bis 1991. Als Krönung gab es zusätzlich den Olympiasieg 1992. 1992 gewannen die Schweriner Anett Hohn (Vierer ohne/Bronze) und Thoralf Peters (Vierer mit/Silber) ebenfalls olympische Medaillen. Anett Hohn erruderte von 1989 bis 1991 dreimal WM-Silber im Achter und “Landsfrau” Birka Fengler war auch Vize-Weltmeisterin 1981 im Doppelvierer. Schweriner Ruder-Gold gab es dann noch 1994 durch Doreen Schnell im Achter.

Bei den WM 2007 gab es Edelmetall u.a. für Nicole Zimmerman (Rostock/Zweier/Silber), Marie-Louise Dräger (LG-Doppelzweier/Bronze, Marcus Klemp (Ribnitz/Handicap-Mixed-Vierer/Gold), Robert Sens (Doppelvierer/Bronze) und Philipp Naruhn (Vierer mit/Bronze).

Bei Olympia 2008 schrammten dann Marie Dräger, Felix Drahotta und Marcus Klemp ganz dicht an einer Medaille vorbei …

Aber Poznan 2009 ist nicht Peking 2008 !

M.Michels

F.: Der Damen-Ruder-Achter 2008 – mit N.Zimmermann. NZ/privat


Ähnliche Beiträge