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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Der olympische Reitsport aus M-V-Sicht

Gute Medaillen- und Erfolgs-Chancen für deutsche Reiterinnen und Reiter in Rio

Zwischen dem 6.August und 19.August finden die reitsportlichen Konkurrenzen in Rio de Janeiro statt. Dabei werden sechs Goldmedaillen in den Disziplinen Dressur, Vielseitigkeitsreiten und Springreiten, jeweils Einzel und Mannschaft, vergeben.

Das deutsche Reitsport-Team hat dabei hervorragende Medaillen- und Gold-Aussichten, so die Dressur-Reiter um Isabell Werth, die Vielseitigkeitsreiter um Michael Jung und die Springreiter um Ludger Beerbaum.

Der Reitsport und Mecklenburg-Vorpommern

Zwar sind Reitsportlerinnen und Reitsportler aus M-V nicht in Rio am Start, aber in der Vergangenheit gab es schon einige große Erfolge auch für den Pferdesport im deutschen Nordosten. Denn: Mecklenburg-Vorpommern ist ein echtes, ja natürliches  Reitsportland und besitzt mit dem Landesgestüt in Redefin oder der Galopp-Rennbahn bei Bad Doberan bekannte, ja berühmte pferdesportliche „Wettkampf-Stätten“.

Zwei reitsportliche Olympiasieger aus M-V

Dabei hat MV – bekanntlich – mit Carl-Friedrich von Langen, den zweifachen Dressur-Olympiasieger von 1928 aus Parow bei Stralsund, und Ludwig Stubbendorff, dem zweifachen Vielseitigkeits-Olympiasieger von 1936 aus Turloff bei Dabel, nicht nur zwei ganz herausragende Reitsportler hervor gebracht, sondern auch weitere herausragende Reitsportler in der Folgezeit.

Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam siegte Car-Friedrich von Langen auf „Draufgänger“ Im Dressur-Einzel-Wettkampf vor Charles Marion (Frankreich) sowie Ragnar Olson (Schweden). Im Dressur-Mannschaftswettbewerb triumphierte Deutschland mit Carl-Friedrich von Langen, Hermann Linkenbach sowie Eugen von Lotzbeck vor Schweden und den Niederlanden. Ausgerechnet im Springreiten lief es für Carl-Friedrich von Langen auf seinem bis dato brillanten „Falkner“ nicht wie erhofft – am Ende wurde es dort „nur“ der 28.Rang. Ansonsten waren in Amsterdam 1928 die Niederlande (2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze) und Deutschland (2 x Gold, 1 x Bronze) die besten Reiter-Nationen.

Vor 80 Jahren: Ludwig Stubbendorff zweimal vorn

Vor 80 Jahren, bei den olympischen Reitsport-Entscheidung in Berlin 1936, triumphierten die deutschen Reiter in allen sechs Wettkämpfen der Dressur, des Springreitens und des Vielseitigkeitsreitens. Die deutsche Ausbeute lautete damals 6 x Gold, 1 x Silber. Springreiter Kurt Hasse, Dressur-Reiter Heinz Pollay und der mecklenburgische Vielseitigkeitsreiter Ludwig Stubbendorff  auf „Nurmi“ errangen jeweils zwei Goldmedaillen (Einzel, Mannschaft).

Ludwig Stubbendorff  verwies  in seinem Einzel-Wettkampf den US-Amerikaner Earl Thomson auf den Silber-Rang und den Dänen Hans Mathiesen-Lunding auf den Bronze-Rang. In der Mannschaftskonkurrenz des Vielseitigkeitsreitens, damals Military genannt, setzte sich das deutsche Trio Ludwig Stubbendorff, Rudolf Lippert und Konrad von Wengenheim vor Polen und Großbritannien durch. Das Polo-Turnier gewann indes Argentinien.

M-V-Reiter auch bei Olympia 1968 und 1972

Es gab neben Carl-Friedrich von Langen und Ludwig Stubbendorff  jedoch noch weitere Olympia-Reiter aus M-V.

Der 1938 in Röbel geborene Horst Köhler ist einer von diesen… Er wurde 1968 Olympia-Fünfter im Einzel und Olympia-Vierter mit der DDR-Dressur-Equipe. In München 1972 konnte er mit dem DDR-Dressur-Team dann Rang fünf belegen. Unter anderem war er zusätzlich  auch Vize-Europameister 1969 und WM-Dritter 1970 mit dem DDR-Team.

Aus Willershausen bei Grimmen stammt Rudolf Beerbohm, Jahrgang 1941, der zum Beispiel 1972 in München in der „Military“ mit seinem Pferd “Ingolf” Elfter im Einzel und Fünfter mit dem DDR-Team wurde. Zweifacher Olympiasieger in der olympischen „Military“ 1972 wurde seinerzeit der Brite Richard Meade auf „Laurieston“ (Einzel, Mannschaft). Rudolf Beerbohm war nicht der einzige vorpommersche Military-Reitsportler, der in München 1972 dabei war. Der Team-Dritte Harry Klugmann, Jahrgang 1940, Verein RFV Greven, wurde in Stolpe (heutiger Landkreis Vorpommern-Greifswald) geboren.

Ein weiterer Olympia-Reitsportler aus M-V ist Gerhard Brockmüller aus Darchau, der folgende Resultate bei Olympischen Spielen vorweisen kann: in Mexico-City 1968 im Dressur-Einzel Platz 12 und mit dem Dressur-Team der DDR Rang vier und in München 1972 im  Dressur-Einzel Platz 13 und mit dem Dressur-Team mit der DDR Platz fünf (Besetzung: mit Gerhard Brockmöller, Wolfgang Müller und  Horst Köhler).

Die Goldmedaillen in der olympischen Dressur 1968 erkämpften Iwan Kissimow (Sowjetunion) auf „Igor“ und Josef Neckermann auf „Mariano“, Reiner Klimke auf „Dux“ sowie Liselott Linsenhoff auf „Piaff“ (Westdeutschland) bzw. 1972 Liselott Linsenhoff (Westdeutschland) auf „Piaff“ und Jelena Petuschkowa auf „Pepel“, Iwan Kissimow auf „Igor“ sowie Iwan Kalita auf „Tarif“ (Sowjetunion).

Aktuell ebenfalls gut dabei

Aktuell hat M-V großartige Reitsportler mit regionalen, nationalen und internationalen Erfolgen „zu bieten“, wie Thomas Kleis, Heiko Schmidt, Holger Wulschner, Matthias Granzow, Andre Thieme und viele andere mehr…

Bald gibt es auch eine traditionsreiche  pferdesportliche Veranstaltung in M-V – das Ostsee-Meeting im Galopp-Rennsport auf der traditionsreichen Rennstrecke zwischen Bad Doberan und Heiligendamm vom 19.August bis 20.August.

Aber erst einmal ruft Rio.

Marko Michels

 

 

 

 

 


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