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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Das Wassersprung-Jahr 2015 mit EM in Rostock und WM in Kazan

„Goldene“ Saskia Oettinghaus (WSC Rostock) bei den Europaspielen in Baku

Das Jahr 2015 war und ist für die Wasserspringerinnen und Wasserspringer ein äußerst abwechslungsreiches, spannendes und – aus Rostocker Sicht – auch ein sehr erfolgreiches. Sportlich wie organisatorisch…

Die EM in Rostock

Einen großen Höhepunkt stellten die Europameisterschaften in der Hanse- und Universitätsstadt dar.

So nahmen 103 Springerinnen und Springer aus 19 Nationen vom 9.Juni bis 14.Juni an den elf Konkurrenzen in der Rostocker Neptun-Schwimmhalle teil, wobei Deutschland (13), Russland (12), Italien, Großbritannien sowie die Ukraine (10) die zahlenmäßig stärksten Mannschaften stellten.

Russland am erfolgreichsten

Letztendlich sicherten sich aber die russischen Athletinnen bzw. Athleten „den Löwen-Anteil“ an den Medaillen. Elfmal errang „Team Russia“, darunter dreimal Gold. Deutschland und die Ukraine holten jeweils sechs Medaillen, darunter Deutschland zweimal Gold bzw. die Ukraine einmal Gold. Vier Medaillen gingen auf das Wassersprung-Konto Italiens, das gleich über drei Titel jubelte. Frankreich schaffte drei Medaillen (davon zweimal Gold). Medaillenplätze gab es ebenfalls für Großbritannien (einmal Silber) sowie Ungarn bzw. Weissrussland (jeweils einmal Bronze).

Tania und Patrick ganz historisch…

Eine Sportlerin und ein Sportler prägten diese EM aber ganz besonders und schrieben Wassersprung-Geschichte. Tania Cagnotto, Jahrgang 1985, in Bozen geboren, ergänzte ihre einzigartige Medaillen-Sammlung bei EM seit 2002 weiter. So konnte sie in Rostock 2015 ihre 23. 24. und 25.EM-Medaille in Empfang nehmen – und alle aus Gold! So wurde Tania 2015 Europameisterin vom Ein-Meter-Brett, vom Drei-Meter-Brett und im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett (mit Francesca Dallape) – die Anzahl von Tania`s EM-Gold-Plaketten beträgt damit 17…

Die europäische „Miss Diving“ ist ohnehin einzigartig: Sieben WM-Medaillen seit 2005 stehen ebenfalls in Tanias Erfolgsbilanz und außerdem war sie bereits bei vier Olympischen Spielen am Start: 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London. Leider belegte die schnieke Italienerin noch nie einen olympischen Medaillenplatz, verpasste Bronze 2012 in London als zweimalige Vierte nur denkbar knapp…

Überhaupt wurden Tania „die wassersprung-sportlichen Erfolgs-Gene“ bereits „in die Wiege gelegt“. Ihre Mutter Carmen Casteiner war auch eine erfolgreiche Wasserspringerin, nahm 1976 in Montreal an den Spielen teil, und ihr Vater, Giorgio Cagnotto, hat „das sportiv Einzige“, was dem Töchterchen noch fehlt: Olympia-Medaillen. So erreichte Giorgio Cagnotto bei den Olympischen Spielen 1972 in München Silber im Kunstspringen bzw. Bronze im Turmspringen, 1976 in Montreal Silber im Kunstspringen und 1980 in Moskau Bronze im Kunstspringen.

Aber: In Rio 2016 sollte es endlich mit der „verflixten“ Olympia-Medaille für Tania klappen. Verdient hat sie diese mehr als jede andere Wasserspringerin auf diesem Planeten…

Patrick mit EM-Gold auch 2015

Verdiente Erfolge feierte in Rostock 2015 ebenfalls Deutschlands Wassersprung-Legende Patrick Hausding, Jahrgang 1989, geboren in Berlin, der nun 26 EM-Medaillen seit 2008 erkämpfte, darunter 12 x Gold. Diese 12.Goldmedaille bei EM – die achte hintereinander seit 2008 – konnte der sympathische Sportler in Rostock 2015 erkämpfen: beim Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm mit Sascha Klein.

Tania und Patrick – zwei großartige Botschafter des Sportes, weil sie selbst im größten Erfolg immer natürlich, bodenständig und bescheiden auftreten.

EM-Titel 2015 im Überblick

Tja, wer freute sich nun über die anderen EM-Titel bei den EM im Wasserspringen 2015 in Rostock?! Julija Prokoptschuk aus der Ukraine, bereits vierfache Europameisterin, triumphierte bei den Damen vom Zehn-Meter-Turm. Die Titelverteidigerinnen von Berlin 2014 Julija Timoschinina/Jekaterina Petuchowa setzten sich hingen im Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm durch.

„Viva les Bleus!“, hieß das Motto bei den Herren-Konkurrenzen vom Ein-Meter- und vom Drei-Meter-Brett. Dort belegte jeweils Frankreichs Matthieu Rosset Rang eins. „Turm-großer“ Jubel war auch beim deutschen Team zu registrieren… Michael Wolfram distanzierte sensationell die Konkurrenz und erkämpfte Gold vom Zehn-Meter-Turm. Und der „Team-Contest“ war „eine Angelegenheit“ des russischen Duos Wiktor Minibajew/Nadeschda Baschina.

Neben den Goldmedaillen von Michael Wolfram und Patrick Hausding/Sascha Klein gab es Medaillen für die deutsche Mannschaft ebenfalls für Tina Punzel/Nora Subschinski (Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett/Silber) und Tina Punzel (Drei-Meter-Brett/Bronze). Patrick Hausding belegte zusammen mit Stephan Feck noch den dritten Rang im Synchronspringen vom Drei-Meter-Brett. Und Patrick freute sich zusammen mit Maria Kurjo auch über Silber im Team-Wettkampf.

Und gleich nach den EM in Rostock ging es weiter zu den Wettkämpfen der ersten Europaspiele in Baku.

Die Wassersprung-Wettbewerbe in Baku

Die Wassersprung-Konkurrenzen bei den ersten „Europaspielen“ in Baku ließen einen Blick auf die Zukunft des europäischen Wasserspringens zu, denn an diesen nahmen Athletinnen und Athleten teil, die zwischen 14 und 18 Jahre alt waren – und somit die Leistungsträge in dieser so traditionsreichen Sportart „von morgen“ sind.

Insgesamt wetteiferten zwischen dem 17.Juni und 21.Juni 160 Springerinnen und Springer aus ganz Europa um die acht Goldmedaillen bzw. 24 Medaillen insgesamt. Dabei dominierten vor allem die Sportlerinnen und Sportler aus Großbritannien mit viermal Gold, einmal Silber, einmal Bronze, aus Russland mit dreimal Gold, fünfmal Silber, einmal Bronze und – erfreulicherweise – aus Deutschland mit einmal Gold, einmal Silber, dreimal Bronze.

Bei den jungen Herren kamen die Sieger aus Russland (Nikita Shleikher vom Ein-Meter-Brett und Ilja Molchanow/Nikita Nikolajew vom Drei-Meter-Brett/Synchron sowie aus Großbritannien (James Heatly vom Drei-Meter-Brett und Matty Lee vom Zehn-Meter-Turm).

Drei Länder teilten sich hingegen die vier Goldenen bei den jungen Damen – Russland (Maria Poljakowa vom Ein-Meter-Brett), Großbritannien (Katherine Torrance vom Drei-Meter-Brett sowie Lois Toulson vom Zehn-Meter-Turm) und Deutschland (Louisa Stawczynski/Saskia Oettinghaus vom Drei-Meter-Brett/Synchron).

Rostockerin beeindruckte mit Gold und Bronze

Für die Rostockerin Saskia Oettinghaus (WSC Rostock, Jahrgang 1998) gab es – neben Gold im Synchronspringen – vom Drei-Meter-Brett hinter Katherine Torrance aus Großbritannien und Jekaterina Nekrasowa aus Russland und vor Louisa Stawczynski bzw. Maria Poljakowa aus Russland zusätzlich Bronze.

Die anderen Medaillen für das deutsche Wassersprung-Team in Baku erkämpften Louisa Stawczynski (Silber vom Ein-Meter-Brett), Elena Wassen (Bronze vom Zehn-Meter-Turm) und Frithjof Seidel/Nico Herzog (Bronze vom Drei-Meter-Brett/Synchron). Alles in allem waren es sportlich mehr als gelungene Wassersprung-Konkurrenzen aus deutscher Sicht in Baku – und eine Rostockerin, Saskia Oettinghaus (Gold bzw. Bronze), spielte dabei mit der Berlinerin Louisa Stawczynski (Gold bzw. Silber) eine Hauptrolle!

Und fast nonstop folgten die WM-Wettbewerbe zwischen 24.Juli und 2.August in Kazan.

Die WM in Kazan

In Kazan dominierten einmal mehr die Athletinnen und Athleten aus China. Die dreizehn Titel und 39 Medaillen in den 13 Entscheidungen bei den Herren, Damen und in den Mixed-Konkurrenzen bestätigten, dass nach wie vor „das Reich der Mitte“ die beste Wassersprung-Nation der Welt ist. So lautete die Ausbeute aus chinesischer Sicht 15 Medaillen, darunter 10 x Gold.

Bei den Herren gingen alle fünf Titel auf das „sportliche Konto“ Chinas, so unter anderem an Xie Siyi (Ein-Meter-Brett) und Chen Aisen/Lin Yue (Synchron / Zehn-Meter-Turm). Gerade beim Synchronspringen vom Zehn-Meter-Turm der Herren hatte sich das deutsche Team eine Menge ausgerechnet, starteten dort doch die Olympia-Zweiten 2008 und Titelverteidiger von 2013 Patrick Hausding/Sascha Klein. Letztendlich langte es für das Duo jedoch „nur“ zu Platz sechs. Aber für einen „Feinschliff“ im Hinblick auf Rio 2016 bleibt ja noch genügend Zeit…

Tania Cagnotto mit erstem WM-Titel

Bei den Damen wurde Chinas Siegesserie gleich zweimal unterbrochen. Zwar holten die Chinesinnen drei Titel, aber zwei weitere sicherten sich Italien und Nordkorea. Die europäische Wassersprung-Legende und ewig junge Tania Cagnotto kam zu ihrem ersten WM-Titel überhaupt – vom Ein-Meter-Brett. In den vergangenen Jahren war Tania ohnehin eine fleißige Medaillen-Sammlerin. So erkämpfte sie zwischen 2002 und 2015 insgesamt 25 EM-Medaillen, darunter 17 x Gold, zuletzt auch – wie eingangs erwähnt – bei den EM in Rostock, holte zehn WM-Medaillen, startete bei vier Olympischen Spielen (2000, 2004, 2008 und 2012, dort zweimal Vierte) und belegte im Weltcup zweimal Rang drei. Eine außergewöhnliche Sportlerin…

Für Nordkorea jubelte hingegen Kim Kuk-hyang vom Zehn-Meter-Turm. Auch für Großbritannien gab es in Kazan 2015 goldene Momente beim Wasserspringen. Im Mixed-Team-Wettbewerb triumphierten Tom Daley/Rebecca Gallantree. Nach Ende der weltmeisterlichen Wettbewerbe wurde Großbritannien zweitbeste Nation mit vier Medaillen. Auf die gleiche Anzahl kam Kanada – gleich viermal Silber. Deutschland mußte bei den Siegerehrungen 2015 leider nur zuschauen…

M-V und das Wasserspringen in Kazan

Auch M-V war bei den WM im Wasserspringen vor Ort. Zwar nicht mit Aktiven, aber mit der Rostocker Erfolgstrainerin Monika Dietrich, die das Geschehen meisterlich am Eurosport-Mikrofon kommentierte.

Übrigens: Für die Wasserspringerinnen und Wasserspringer aus Rostock gibt es 2015 mindestens noch zwei interessante Termine… Am 13.November findet eine kleine Springer-Show aus Anlass „60 Jahre Neptunschwimmhalle und 25 Jahre Landesschwimmverband Mecklenburg-Vorpommern“ in Rostock statt. Nicht zuletzt steht zwischen dem 4.Dezember und dem 6.Dezember noch die Talentiade in Dresden auf dem Programm der Rostocker Wasserspringerinnen und Wasserspringer.

… Und 2016 ist dann auch für die Wasserspringerinnen und Wasserspringer aus aller Welt ein olympisches!

Marko Michels

 

 

 

 


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