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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Das Sportjahr 2014 aus Sicht von Julia Mächtig

Nachgefragt bei der Siebenkämpferin des SC Neubrandenburg

Vor zehn Jahren. Junioren-Weltmeisterschaften in der Leichtathletik im italienischen Grosseto. Siebenkampf der Frauen mit einer gebürtigen Rostockerin in Diensten des SC Neubrandenburg. Um Platz eins liefern sich die Südafrikanerin Justine Robbeson und die Litauerin Viktorija Zemaityte ein spannendes Duell, das die Südafrikanerin für sich entscheidet. Platz drei schafft jedoch Julia Mächtig, Jahrgang 1986, Geburtsort Rostock. Ihre Medaille war eine von insgesamt 12 des damaligen deutschen Leichtathletik-Teams, das auf 2 x Gold, 4 x Silber, 6 x Bronze kommt. Überragend präsentierten sich 2004 die Amerikanerinnen und Amerikaner, die 13 x Gold, 3 x Silber, 3 x Bronze erkämpfen…

Ein Jahrzehnt später… Julia Mächtig ist nach wie vor leidenschaftliche Siebenkämpferin, die immer noch Top-Resultate abrufen kann, aber leider wurde ihre sportliche Karriere oftmals durch schwere Verletzungen unterbrochen, mußte sich Julia sportlich immer wieder neu „erfinden“, sich immer wieder an die erweiterte internationale Spitzenklasse heran kämpfen.

In diesem Jahr folgte nun ein weiterer herber Rückschlag. Julia riss sich die Achillessehne (rechts?) an, mußte auf ihren Start bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Zürich verzichten. Dort siegte, wie schon 2012, die aus Kamerun stammende Französin Antoinette Nana Djimou Ida vor der Niederländerin Nadine Broersen und der Belgierin Nafissatou Thiam. Die deutschen Starterinnen erreichten die Plätze vier (Carolin Schäfer), fünf (Lilli Schwarzkopf) und acht (Claudia Rath).

Wie ist aber nun die Lage bei Julia Mächtig?!

Nachgefragt

J.Mächtig über ihre Verletzung, das EM-Ergebnis 2014, ihre sportliche Vorbereitung auf 2015, kommende Herausforderungen und berufliche Ziele

„Hoffe auf eine erfolgreiche Saison 2015…“

Frage: Das Jahr 2014 war wahrlich kein optimales für Sie, Julia. Nach Ihrer Verletzung und dem EM-Verzicht: Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich? Wie läuft die Reha bzw. das sportliche Training?

Julia Mächtig: Nach meiner Verletzung mußte ich fünf Wochen lang pausieren und begann Anfang August wieder mit einem leichten Training, welches natürlich noch nicht sonderlich intensiv war. Mittlerweile konnte ich die Trainingsintensität wieder steigern, wenngleich ich noch keine Tempoläufe mitmache. Aber die Genesung verlief so weit ganz gut und ich hoffe, die Trainingseinheiten bald wieder so richtig intensiv ausüben zu können.

Frage: Vor zehn Jahren wurden Sie Junioren-WM-Dritte – Ihr erster ganz großer internationaler Erfolg… Wie verlief der Wettkampf seinerzeit aus Ihrer Sicht?

Julia Mächtig: Ich nahm damals als noch jüngerer Jahrgang an diesen Welttitelkämpfen teil und wollte mich dort gut präsentieren. Große Ziele hatte ich mir nicht gesteckt. Ich wollte mich nur gut präsentieren. Um so überraschender war es jedoch, dass ich um die Medaillen mitkämpfen konnte. Im deutschen Team galt eigentlich vorher Kathrin Geissler aus Jena als eigentliche Medaillenkandidatin… Am Ende war es ein ganz spannender Wettkampf um Bronze, den ich übrigens in einem harten  800 Meter-Lauf gegen die derzeitige Europameisterin Antoinette Nana Djimou Ida für mich entschied.

Frage: Welche sportlichen Ziele haben Sie nun für die Winter-Saison 2014/15? Und mit Blickrichtung Leichtathletik-WM 2015 in Peking: Welche Ambitionen haben Sie im Hinblick auf die Freiluft-Saison 2015?

Julia Mächtig: Eigentlich wollte ich eine komplette Hallen-Saison bestreiten, aber leider verhinderte die Verletzung und deren Folgen diese Ambitionen. Ich werde daher nur an Einzel-Wettkämpfen teilnehmen. Das ist aber nicht weiterer tragisch. Der Fuß wird erst einmal nicht zu stark belastet, es bleibt mehr Zeit für den vollständigen Heilungsprozess und die Vorbereitungen für die Freiluft-Saison sind ebenfalls nicht beeinträchtigt. Im nächsten Jahr strebe ich eine erfolgreiche Qualifikation für die WM an und möchte dann in Peking nicht nur dabei sein…

Frage: Trotz der Enttäuschung über den EM-Verzicht: Haben Sie die EM-Entscheidung im Siebenkampf intensiv verfolgt? Wie beurteilen Sie das EM-Ergebnis 2014?

Julia Mächtig: Ja, trotz der Enttäuschung schaute ich mir das EM-Geschehen im Fernsehen an… Der EM-Wettkampf hatte schon ein sehr, sehr gutes Niveau, auch wenn einige Leistungsträgerinnen pausierten. Die europäischen Siebenkämpferinnen sind schon ungemein stark. Aus deutscher Sicht können wir durchaus zufrieden sein. Carolin und Lilli waren bestens dabei und auch Claudia hatte ein gutes Ergebnis. Zwar war ihre Zielstellung vorher ambitionierter, aber es war dennoch ein sehr positives Resultat. Antoinette Ana Djimou Ida hatte ich nicht unbedingt die Titelverteidung zugetraut, aber sie präsentierte sich in ausgezeichneter Form und wurde verdient Europameisterin.

Frage: Wie läuft es ansonsten beruflich? Sie sind ja Obermaat bei der Bundeswehr…

Julia Mächtig: Ab Ende Oktober muß ich zu einem achtwöchigen Bundeswehr-Lehrgang, der bis Weihnachten dauern wird. Danach steige ich in den Rang eines Feldwebels auf. Zusätzlich widme ich mich meinem Fernstudium „Sportmanagement“ mit den Schwerpunkten Marketing und Personalführung an der Hochschule Wismar. Gern würde ich nach meiner sportlichen Karriere in diesem Bereich tätig werden. Das Studium ist da eine sehr fundierte Grundlage.

Vielen Dank, einen erfolgreichen Bundeswehr-Lehrgang, eine optimale sportliche Vorbereitung auf die Freiluft-Saison 2015 und weiterhin maximale Erfolge!

Marko Michels

 

 


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