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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bundesverdienstorden an 7 Bürger aus MV vergeben

Ministerpräsident Erwin Sellering überreichte am Montag, dem 6. Februar 2012, in der Staatskanzlei in Schwerin den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an sieben Bürgerinnen und Bürger. Ausgezeichnet wurden Manfred Besicke, Dr. Wilfried Bölke, Wolfgang Kaiser, Roswitha Mehl, Ingeborg Richter, Dr. Edgar Schäfer und Peter Wischnewski.

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhält Manfred Besicke, Jahrgang 1942, aus Güstrow, Landkreis Rostock. Er hat den Landesverband des Deutschen ILCO mit aufgebaut. Dieser Verein ist eine Selbsthilfeorganisation für Stoma-Träger (künstlicher Darmausgang). In ganz Deutschland gehören über 300 Selbsthilfegruppen diesem Verein an, in Mecklenburg-Vorpommern sieben. Als Sprecher des Landesverbandes setzt er sich seit vielen Jahren dafür ein, die Gesellschaft noch mehr für die Bedürfnisse behinderter und chronisch kranker Menschen zu sensibilisieren und machte sich mit seiner ehrenamtlichen Arbeit im Integrationsförderrat des Landes und im Behindertenbeirat der Hansestadt Rostock verdient. Seit seinem Umzug nach Güstrow ist er als Sprecher der Arbeitsgruppe „Soziales und Gesundheit“ aktiv. Trotz schwerer Krankheit zieht er sich nicht zurück, sondern geht mutig und offensiv damit um und hilft Gleichbetroffenen mit seiner Erfahrung. Ministerpräsident Sellering: „Sein Einsatz verdient besondere Hochachtung. Trotz eigener gesundheitlicher Einschränkung gibt Herr Besicke anderen Menschen in schwerer Zeit wertvolle Hilfe.“

Dr. Wilfried Bölke, Jahrgang 1938, aus Ankershagen, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, gehört zu den Gründern des Heinrich-Schliemann-Museums. Seit 1980 betreut er die im Elternhaus des berühmten Trojaentdeckers eingerichtete Gedenkstätte. „Mit sehr großem Enthusiasmus und sehr großem Einsatz hat Herr Bölke um Unterstützung geworben und Partner gewonnen. So ist es ihm gelungen, aus der Gedenkstätte ein spannendes, wissenschaftlich anspruchsvolles Museum zu entwickeln“, hebt der Regierungschef hervor. In bemerkenswerter Weise sei es Herrn Bölke gelungen, die Arbeit des weltweit einzigen Schliemann-Museums mit den Ankershagener Museumstagen zu verbinden und die Leistungen des Entdeckers einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Auch im Ruhestand ist der Agrarwissenschaftler weiter im Vorstand der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft geblieben, die er 1991 gegründet hat. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Aufbau eines umfangreichen Schliemann-Archivs. Für seine außerordentlichen Leistungen als Museumsleiter und Schliemannforscher erhält Dr. Wilfried Bölke das Verdienstkreuz am Bande.

Seit mehr als 20 Jahren setzt sich Wolfgang Kaiser, Jahrgang 1944, aus Bollewick, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, für die Interessen behinderter und chronisch kranker Menschen ein und wird dafür mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. „Sein Ziel war es immer, dass jeder, auch wenn er in seiner Mobilität eingeschränkt ist, gleichberechtigt am Leben in der Gesellschaft teilnehmen kann. Dafür hat er sich in verschiedenen Funktionen im Behindertenverband und im Integrationsförderrat des Landes engagiert“, lobt Sellering.
Als anerkannter Fachmann für Bauwesen war barrierefreies Planen und Bauen sein Spezialgebiet. Als Leiter der Arbeitsgruppe „Barrierefreies Bauen“ hat er einen wichtigen Beitrag bei der Novellierung der Landesbauordnung geleistet und hat sich für den Landeswettbewerb „Barrierefreier Urlaub für alle in Mecklenburg-Vorpommern“ eingesetzt. Darüber hinaus war Herr Kaiser viele Jahre als Kommunalpolitiker in der Stadt Röbel und als Mitglied des Kreistages im Müritzkreis aktiv.

„Ein lebendiges Miteinander in einer Stadt braucht Menschen wie Frau Mehl, die Ideen haben, die anpacken, die etwas bewegen und etwas gestalten wollen“, hebt der Ministerpräsident hervor. Roswitha Mehl, Jahrgang 1942, aus Kühlungsborn, Landkreis Rostock, erhält für ihr ehrenamtliches Engagement die Verdienstmedaille. Sie ist in der Kommunalpolitik, in der Justiz und im Seniorensport aktiv. Als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung setzt sie sich vor allem für  Senioren, Jugendliche und sozial Schwache ein und arbeitet im Sozialausschuss. Seit zwei Wahlperioden ist Frau Mehl stellvertretende Bürgervorsteherin. Besonders hervorzuheben ist ihre verantwortungsvolle Tätigkeit als Schöffin, zunächst am Amtsgericht Bad Doberan, seit 2009 am Landgericht Rostock. Wie vielfältig interessiert und engagiert die Rentnerin ist, beweist sie außerdem als Leiterin mehrerer Seniorentanzgruppen und als stellvertretende Vorsitzende im Landesverband Seniorentanz.

Seit über 50 Jahren widmet sich Ingeborg Richter, Jahrgang 1929, aus Himmmelpforten der Erforschung und Erhaltung der Feldberger Seenlandschaft. Diese Region hat es ihr, obwohl in Sachsen-Anhalt geboren und heute in Niedersachsen Zuhause, besonders angetan. „Sie war schon Umweltaktivistin, als es dieses Wort noch gar nicht gab“, betont Ministerpräsident Erwin Sellering. 1955 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann und einer kleinen Handvoll anderer begeisterter Taucher und Naturwissenschaftler die Arbeitsgemeinschaft BONITO gegründet, die das Ökosystem der Binnengewässer erforschte. Eines der Lieblingsziele war die Feldberger Seenlandschaft. Mit Mut und bewundernswertem Engagement hat sie alles daran gesetzt, die Verantwortlichen in der DDR für das absehbare ökologische Desaster zu sensibilisieren und eine weitere Verschmutzung dieser einzigartigen Natur zu stoppen. Die engagierte wissenschaftliche Arbeit der Gruppe, der Weitblick, mit dem sich Frau Richter für eine nachhaltige Entwicklung der Region stark machte, hat im Land und international Anerkennung gefunden. So wurde die Arbeit von BONITO 2002 mit dem Umweltpreis des Landtages Mecklenburg-Vorpommern gewürdigt. Frau Richter erhält das Verdienstkreuz am Bande.

Arzt zu sein, war für Dr. Edgar Schäfer, Jahrgang 1938, aus Wismar nicht nur fachlich, sondern auch moralisch und ethisch eine hohe Verpflichtung. Die Ausbildung junger Fachärzte für Innere Medizin, fachlich wie menschlich, lag dem heutigen Rentner besonders am Herzen. Als es nach der Wende darum ging, die ärztliche Selbstverwaltung aufzubauen, war Dr. Schäfer dafür besonders qualifiziert. Mit seiner ausgewiesenen Fachkompetenz, Berufserfahrung und medizinisch-humanistischen Grundhaltung war er allseits anerkannt und respektiert. So trägt die Entstehung der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern seine Handschrift. Vier Jahre war er Mitglied des Vorstandes der Ärztekammer und mehr als elf Jahre Mitglied im Aufsichtsausschuss des berufsständischen Versorgungswerkes. „Dr. Schäfer war als Arzt immer ein Vorbild, beruflich, wissenschaftlich und in seinem ehrenamtlichen Engagement. Dafür wird er mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet“, sagt der Ministerpräsident.

Peter Wischnewski, Jahrgang 1942, aus Lühmannsdorf, Landkreis Vorpommern-Greifswald, hat nach der Wende entscheidend bei der Umwandlung der Genossenschaftsbank für Handwerk und Gewerbe in die genossenschaftliche Volksbank Wolgast mitgewirkt. Vor allem Existenzgründer waren auf eine faire finanzielle Unterstützung angewiesen. Diesen Geschäftsbereich hat Herr Wischnewski gezielt aufgebaut, „mit großem Verantwortungsgefühl für die Menschen in einer Region, die es wirtschaftlich schwerer hatte als andere. Viele Firmen und Handwerksbetriebe, die er beim Schritt in die Selbstständigkeit begleitete, sind heute erfolgreich und tragen zur guten wirtschaftlichen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern bei“, betont Erwin Sellering. Auch in schwierigen Zeiten sei es ihm gelungen, die kleine Genossenschaftsbank wettbewerbsfähig am Markt zu positionieren. Dass sich Wolgast in den vergangenen Jahren so gut entwickelt hat, ist auch der ehrenamtlichen Arbeit von Herrn Wischnewski im Handels- und Gewerbeverein und im Förderverein für Kultur, Kunst und Bildung zu danken. Beide Vereine hat er mit gegründet. Sellering: „Die Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande ist hochverdient.“

Quelle: MP


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