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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bluhm: Keine Strategien bei Unterrichtsausfall an Schulen erkennbar

Zum Bericht der Landesregierung zum Stand der Unterrichtsversorgung im Schuljahr 2008/09, erklärt der bildungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Andreas Bluhm: „Sowohl an den allgemein bildenden Schulen, aber besonders bei den Berufsschulen haben sich die Stunden, die tatsächlich ausgefallen sind, weiter erhöht.

Der häufigste Grund dafür ist die Erkrankung von Lehrkräften. Es gibt offensichtlich keine Strategien, wie man unter den Bedingungen der Altersstruktur künftig Vertretungsunterricht organisieren könnte. Hinzu kommt, dass durch die zunehmende Vollbeschäftigung z.B. an den Grundschulen Lehrkräfte für die Vertretung nicht mehr zur Verfügung stehen oder zusätzlich belastet werden. Die angebotene Lösung des Bildungsministeriums ist der vermehrte Einsatz von Referendarinnen und Referendaren, die es allerdings für den Grundschulbereich kaum gibt. Sie sollen während ihrer Ausbildung offensichtlich als Feuerwehr fungieren. Dies geht allerdings am Ausbildungsauftrag der Schulen vorbei!

Wie immer bei bildungspolitischen Entscheidungen in dieser Legislaturperiode wird auch bei der Unterrichtsversorgung auf die Zukunft vertröstet. Zum Schuljahr 2010/11 sollen die Schulen Budgets für den Vertretungsunterricht erhalten. Allerdings nur 75 Prozent. Die restlichen 25 Prozent bleiben beim Staatlichen Schulamt. Damit werden die Probleme der Alterstruktur und der Vertretung bei Vollbeschäftigung nicht annähernd gelöst. Die Verantwortung wird im Rahmen der neuen Selbstständigkeit lediglich an die Schulen delegiert. Es wird folglich abzuwarten sein, wie sich der Unterrichtsausfall mit der Einführung der Selbstständigen Schule entwickeln wird.

Im Übrigen bleibt die Frage unbeantwortet, warum die Landesregierung die geforderte Unterrichtung des Landtages über die Unterrichtsversorgung erst mit einer Verspätung von 6 Monaten vorlegt. Die Nichteinhaltung von gesetzten oder zugesagten Terminen ist inzwischen ein Markenzeichen des Bildungsministeriums geworden.“

Claudia Schreyer


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