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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Blick auf den weltmeisterlichen Fußball-Rasen in Kanada

U 20-WM der Frauen mit der Rüganerin Wibke Meister

Vor sechs Wochen blickten die mehr oder minder interessierten Sportenthusiasten noch zu den zwanzigsten Fußball-Weltmeisterschaften der Herren in Brasilien und beklatschten den Erfolg des deutschen Teams, nun rollt der „König Fußball“ – oder in diesem Fall besser die „Königin Fußball“ – längst wieder. Und erneut ganz weltmeisterlich.

Die siebenten U 19/U 20-WM der jungen Frauen in Kanada stehen, bereits seit dem 5.August, auf der sportlichen Agenda und sechzehn Teams wetteiferten bzw. wetteifern um die „Krone“ im weiblichen U 20-Weltfußball.

Zwischen Vorrunde und Viertelfinale

Setzten in der Vorrunde Nordkorea, Kanada, Deutschland, die USA, Nigeria, Südkorea, Frankreich und Neuseeland die fußballsportiven Akzente – und waren ihren Vorrunden-Gruppen die Besten – so trennte sich in den vier Viertelfinal-Auseinandersetzungen endgültig „die Spreu vom Weizen“, das heißt, Deutschland marschierte unbekümmert weiter…

Bereits in der Vorrunde überzeugten die deutschen Mädel, gewannen gegen Titelverteidiger  USA mit 2:0, lieferten sich mit China beim 5:5 ein denkwürdiges Spiel und dominierten in der Partie gegen die Brasilianerinnen mit 5:1. Im Viertelfinale distanzierte das deutsche Team auch die kanadischen Gastgeberinnen mit 2:0, um dann zudem das Halbfinale gegen die Französinnen mit 2:1 für sich zu entscheiden.

Finale im Blick

Das bedeutet: Jawohl, die deutsche U 20-Frauen stehen im Finale, das am 24.August in Montreal steigt. Da geht es gegen Nigeria, das im Halbfinale gegen Nordkorea klar mit 6:2 gewann.

Deutsche Erfolgstraditionen

Die deutschen U 20-Frauen setzen damit eine gute Erfolgstradition fort. Bei den ersten beiden WM-Turnieren, damals noch U 19, 2002 in Kanada bzw. 2004 in Thailand, wurden sie Dritte (2002) und sogar Weltmeisterinnen (2004/Finale gegen China 2:0). Bei den folgenden WM-Finalrunden, dann U 20, ging es (fast) so weiter. Bei den WM 2006 in Russland war für die DFB-Frauen zwar im Viertelfinale gegen die USA Endstation, aber folgend konnten die deutschen U 20-Frauen immer jubeln: 2008 in Chile über Platz drei, 2010 in Deutschland über Platz eins (Finale gegen Nigeria 2:0) und 2012 über Platz zwei (Final-Niederlage gegen die USA mit 0:1).

Rekord-Weltmeisterinnen (U 19/U 20) sind dabei die USA (2002, 2008 und 2012). Deutschland schaffte, wie erwähnt, zweimal WM-Gold (2004 und 2010). Und Nordkorea triumphierte 2006.

Weltmeister-Titel Nummer drei im Jahr 2014?!

Nun gilt es also, im WM-Finale 2014 gegen Nigeria erfolgreich zu bestehen und damit im U 19/U 20-Bereich zum dritten Mal Weltmeisterinnen zu werden. Die Chancen stehen gut, wenn es gelingt an die bisherigen herausragenden Leistungen der WM-Endrunde 2014 anzuknüpfen. Außerdem gewannen die jungen deutschen Frauen bereits ein WM-Finale gegen Nigeria … 2010…

Kleines WM-Resümee vor dem Finale

Das bisherige WM-Niveau in Kanada, das im kommenden Jahr auch die Frauen-Elite-WM austrägt, war gut, aber insgesamt nicht überragend. In den bisherigen dreißig Spielen fielen 96 Tore. Damit „bewegt“ man sich im Rahmen der WM-Turniere zwischen 2006 und 2012. Der Zuschauer-Zuspruch war hingegen nur sehr mäßig. Bisher schauten 245000 Zuschauerinnen und Zuschauer die bislang ausgespielten 30 von 32 Partien (Schnitt pro Begegnung: rund 8000).

Rüganerin 2014 am WM-Ball

Übrigens: Im aktuellen deutschen U 20-WM-Team ist auch Abwehr-Akteurin Wibke Meister aktiv, die 1995 in Bergen auf Rügen geboren wurde und über die Stationen Sagard, Bergen und Neubrandenburg mittlerweile beim 1.FFC Turbine Potsdam spielt. Wibke hatte 2014 gute WM-Einsätze gegen Kanada und Brasilien.

Die Rüganerin setzt damit eine gute frauen-fußballsportliche Tradition „Made in M-V“ fort… Denn: Auch Rostocker Hanseatinnen spielten schon oft eine herausragende Rolle im deutschen Frauen-Fußball. Die Frauen der BSG Post Rostock wurden 1990 letzte DDR-Fußballmeisterinnen. In der letzten DDR-Frauen-Nationalmannschaften 1990 waren ebenfalls drei Rostockerinnen vertreten, so Kathrin Baaske, Katrin Prühs-Erdmann und Sybille Lange. Große internationale Erfolge feierten unter anderem die gebürtigen Rostockerinnen Stefanie Draws, die 2007 U 19-Europameisterin mit der deutschen Auswahl wurde, und Jennifer Zietz, die EM-Gold 2009 mit dem deutschen Team schaffte.

Seit 1991 werden ja Weltmeisterschaften im Frauen-Fußball ausgetragen, seit 1996 in Atlanta gibt es außerdem entsprechende olympische Turniere im Frauen-Fußball. Die WM-Titel gingen bislang an die USA (1991, 1999), Norwegen (1995), Japan (2011) und Deutschland (2003, 2007), wobei im goldenen deutschen WM-Team von 2003 auch die gebürtige Neubrandenburgerin Viola Odebrecht dabei war.

Viola konnte zudem mit dem DFB-Team Olympia-Bronze mit dem DFB-Team 2004 gewinnen – die zweite von drei bronzenen Olympia-Medaillen aus deutscher Frauen-Fußball-Sicht (2000, 2004, 2008). Die olympischen Goldmedaillen erspielten sich bislang die USA (1996, 2004, 2008, 2012, dazu Silber 2000) und Norwegen (2000).

Und zuletzt, bei den U 17-Europameisterschaften der Mädchen in England 2013, wurde die gebürtige Parchimerin Jasmin Sehan mit dem deutschen Team Europameisterin und zusammen mit der Spanierin Andrea Sanchez, jeweils vier Treffer, Torschützenkönigin des damaligen Turnieres. Jasmin spielt übrigens für den renommierten VfL Wolfsburg.

Und nun gilt es für Wibke: Auf ein erfolgreiches U 20-WM-Finale in Montreal!…Dort, eben in Montreal, fand vor fast 40 Jahren auch das olympische Finale im Herren-Fußball zwischen der DDR, mit dem gebürtigen Teterower und FC Hansa-Spieler Gerd Kische und dem gebürtigen Wolgaster Hans-Ulrich Grapenthin, und Polen statt. Die DDR gewann damals mit 3:1. Montreal 1976 – ein gutes Omen für Montreal 2014?!

Am Morgen des 25.August 2014 sind wir schlauer!

Marko Michels

Update (25.8.2014): Deutschland wurde dank eines 1:0 nach Verlängerung gegen Nigeria am 24.8.14 Weltmeister ! M.M.

 

 


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