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Nachrichten Mecklenburg-Vorpommern

Bioenergie

Minister Dr. Backhaus:Hunger an „Bioenergie“ nicht auf Kosten der Ärmsten der Welt stillen

„Wenn nachwachsende Rohstoffe energetisch genutzt werden, bedeutet dies neben Umweltschutz und Zukunftssicherung auch Beschäftigungssicherung und Wertschöpfung im Land“, sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute als Schirmherr des 1. Rostocker Bioenergieforums „Bioenergieland Mecklenburg-Vorpommern“. Für einen erfolgreichen Ausbau der erneuerbaren Energien und damit für die Sicherstellung einer nachhaltigen Energieversorgung sei die Biomasse unentbehrlich.

In Mecklenburg-Vorpommern hat die aus ihr gewonnene Energie bereits einen Anteil von zehn Prozent am Primärenergieverbrauch. „Damit steht unser Land bundesweit an der Spitze“, macht der Minister in seiner Rede deutlich und verweist auf die im Jahr 2006 erschienen Broschüre „(Bio)-Energieland M-V“. „Als bisher einziges Bundesland legen wir damit konkrete, auf Landesebene bezogene Analysen und Zielstellungen für die Bioenergie vor“, sagte Dr. Backhaus. Die Nutzung von Bioenergie werde sich den Prognosen zufolge weiter positiv entwickeln und von gegenwärtigen zehn Prozent auf 25 Prozent bis zum Jahr 2020 steigen.

Die Produktion von Energiebiomasse auf landwirtschaftlichen Flächen und die damit einhergehende Flächeninanspruchnahme haben nach Auffassung von Minister Dr. Backhaus in Deutschland und in Mecklenburg-Vorpommern den bisherigen Höchststand erreicht. Infolge dieser Entwicklung seien zunehmend Äußerungen von Interessenvertretern der Nahrungs- und Futtermittelindustrie zu verzeichnen, die darin Risiken, bis hin zur Gefährdung der Nahrungsmittelproduktion sehen.

„In Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit ca. 16 Prozent der Ackerfläche für die Energiebiomasseproduktion genutzt. Im Jahr 2020 könnte es in unserem Land sogar ein Drittel der Ackerfläche sein“, sagte Minister Dr. Backhaus. Dennoch stehe für ihn fest, dass die Nahrungsmittelproduktion auch zukünftig vordringliches Ziel der Landwirtschaft bleiben wird. „Ebenso bedeutsam ist in Zeiten eines weitgehend freien Welthandels der Hinweis, dass wir nicht auf Kosten der Ärmsten der Welt unseren Hunger an „Bioenergie“ auf den Agrarmärkten stillen dürfen“, machte Dr. Backhaus deutlich. „Dazu steht aber nicht im Widerspruch, dass mir als Landwirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherschutzminister unseres Landes die Chancen der Bioenergie zur Erhaltung und Stärkung des ländlichen Raums am Herzen liegen.“


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