Internationale Großprojekte der Universität Rostock zur Lösung globaler Umweltprobleme

Dr. Dirk Hollmann erklärt die Aufreinigung von Trinkwasser durch Photokatalyse den Studierenden Ngo Anh Binh und Julia Haak. Foto: Dirk Hollmann / Universität Rostock

Am 26. Januar 2018 hat sich der Bundestagsabgeordnete des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Peter Stein, über den Fortschritt von zwei internationalen Großprojekten der Universität Rostock informiert. Sein Augenmerk galt dem Aspekt, wie Forschungseinrichtungen des Landes Mecklenburg-Vorpommern Verantwortung für nachhaltige Entwicklung in Schwellenländern übernehmen. Das Projekt „Rostock-Hanoi“ (RoHan) und das Projekt „Compact and Robust Medium Wind Turbine“ (CART) gelten zugleich als wichtige Meilensteile in der fortschreitenden Internationalisierungsstrategie der Universität.

Die RoHan DAAD Sustainable Development Goal (SDG) Graduiertenschule ist ein Zusammenschluss von zwei Rostocker Forschungseinrichtungen (Universität Rostock und das Leibniz-Institut für Katalyse e.V.) sowie zwei Universitäten in Hanoi (Hanoi University of Science and Technology und die Vietnam National University – University of Science).

Im Vordergrund steht die Bewältigung globaler ökologischer, sozialer und ökonomischer Herausforderungen unserer Zeit durch den Austausch und die gemeinsame Ausbildung vietnamesischer und deutscher Studierender. Dabei werden globale Themen wie die Wasser- und Abgasaufreinigung, die in den Großstädten von Vietnam eine wichtige Rolle spielen, sowie die Nutzung alternativer lokal vorkommender Rohmaterialen wie Reisstroh behandelt. Das RoHan-Projekt ist Teil eines Programmes des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), das durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 2,2 Millionen Euro unterstützt wird.

Die internationale Graduiertenschule ist eine von sechs weltweit und die einzige im asiatischen Raum vom DAAD geförderte, die sich nachhaltigen Entwicklungszielen verschreibt. Für die Verfolgung nachhaltiger Entwicklungsziele steht die englische Abkürzung SDGs (sustainable development goals), ein Themenfeld, für das sich Peter Stein als ehemaliges Mitglied der Kommission zur Erarbeitung der SDGs besonders interessiert.

Mit der beantragten zweiten Phase des Projektes CART werden zwei Projektziele verfolgt. Das erste Ziel ist der Wissenstransfer. In Vietnam sollen eine fundierte Ausbildung und Weiterbildung in den Bereichen der Windenergietechnik sowie der erneuerbaren Energien etabliert werden, um frühzeitig das Personal für die Etablierung einer ganzen Branche zu qualifizieren.

Durch die ausgebildeten Mitarbeitenden wird auch das zweite Projektziel unterstützt, das die Entwicklung und Errichtung einer kompakten und robusten Windenergieanlage (WEA) beinhaltet. Diese Anlage ist die Hauptkomponente eines Energiesystems, das aus unterschiedlichen regenerativen Einheiten wie Biogas- oder Photovoltaikanlagen bestehen wird.

Die bewusst einfach und robust konzipierte Windenergieanlage soll eine Nennleistung von 125kW erbringen und von einem Zweiblattrotor angetrieben werden. Je nach Anwendungsgebiet soll sie in Kombination mit anderen erneuerbaren Energiesystemen und Energiespeichern sowohl autark als auch am Energienetz betrieben werden können. Durch diese Multifunktionalität ist die Pilotanlage nicht nur für verschiedene Einsatzzwecke, sondern auch zu Forschungs- und Schulungszwecken geeignet.

Projektkoordinator Dr. Dirk Hollmann betont: „Beide Projekte sind Leuchtturmprojekte und sollen einen Anstoß für neue fachübergreifende Projekte darstellen. Dieses Treffen mit Herrn Stein könnte den Einfluss und eine weitere Zusammenarbeit mit der mittelständischen Wirtschaft in der Region Mecklenburg-Vorpommern und Rostock mit vietnamesischen Unternehmen fördern und stärken. Hier gibt es noch viel Potential.“

Peter Stein, der Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Deutschen Bundestag ist, bemerkt dazu „Das RoHan-Projekt und das CART-Projekt sind wichtige Bausteine in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Ergebnisse und Konzepte können eine Vorbildfunktion für andere Regionen, aber auch andere Entwicklungsländer einnehmen.“

Der Mitinitiator des RoHan-Projektes und Prorektor für Forschung und Wissenstransfer an der Universität Rostock, Professor Udo Kragl, hebt hervor: „Vietnamesische Unternehmen sind sehr an der Übertragung von umweltfreundlichen Konzepten aus Deutschland interessiert. Im Gegenzug können wir vom Enthusiasmus und dem Engagement der vietnamesischen Partner lernen, wie es ihnen gelingt, Projekte schnell in der Realität anzuwenden.“

In diesem Sinne ergänzt der Projektkoordinator Dr. Frank Adam: „CART ist ein interdisziplinäres Projekt mit klaren Absichten zur Umsetzung von Klimazielen. Der Wissens- und Technologietransfer ist dabei wesentlich, um nachhaltig zu agieren. Außerdem ist die grenzübergreifende, enge Kooperation zwischen Partnern vorbildlich und trägt zum Projekterfolg bei.“

Der Bundestagsabgeordnete Peter Stein und alle an den Projekten Beteiligten sind sich sicher, dass der Wissenstransfer und der nachfolgende Technologietransfer den Menschen in der Region Mecklenburg-Vorpommern und Asien zugutekommen.

Pressemitteilung der Universität Rostock